Seit dem Reichsgründungsjahr 1871 soll im uralten Zusammenspiel von „Thron und Altar“ das deutsche Strafgesetzbuch Gott, den Herrn, schützen. 1969 wurde das berüchtigte Rechtsrelikt, der „Gotteslästerungsparagraph“ 166 StGB, nach manchen ent-, nach anderen verschärft. Und 1986 wollte ihn eine Gesetzesinitiative aus dem stets besonders gottergebenen Bayern gar (noch einmal) verschärfen. Und gerade macht, dies zu tun, die CDU/CSU – Bundestagsfraktion einen neuerlichen Vorstoß: (mehr …)
Die einen wissen nicht genau, was damit gemeint sein soll, die anderen verbitten sich die Anmaßung, die dritten leugnen, dass es so etwas überhaupt gibt. Es ist leicht, sich über den Begriff „Leitkultur“ zu empören, noch leichter, sich darüber zu mokieren und den Anspruch zu trivialisieren, den er anmeldet. Das Triviale indes bedeutet wörtlich das, was einem an jeder Straßenkreuzung begegnet – oder eben in jeder Tageszeitung, wo deutsche Kulturträger auf unnachahmlich deutsche Weise einander darin überbieten, deutsche Kultur weder tragen noch von ihr getragen sein zu wollen. (mehr …)
„Eines Tages werden Maschinen vielleicht denken können,
aber sie werden niemals Phantasie haben“,
wusste Theodor Heuss, der heute vor 124 Jahren geboren wurde
und am 12. Dezember 1963 starb. (mehr …)
Jesus war ein Bauernsohn. So ungefähr sagt das der heilige Augustinus in seiner Predigt über das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg aus dem zwanzigsten Kapitel des Evangeliums nach Matthäus. In der Lesart des Augustinus sagt der Herr im Evangelium: „Pater meus est agricola“, mein Vater ist ein, oder, besser gesagt, der Bauer, der Weinbauer, der den Weinstock gepflanzt hat, der Jesus Christus ist. „Ihr seid die Reben“, ihr, die Leser des Evangeliums, die Hörer der Predigt, alle Menschen. Aus dem Bild vom lebendigen Weinstock, dessen Triebe wiederum lebendige Wesen sind, leitet Augustinus ab, wie merkwürdig der Gedanke einer christlichen Kultur ist. (mehr …)
Einen ungewöhnlichen Beitrag zur aktuellen Debatte um jugendliche U-Bahn-Schläger lieferte jüngst der Feuilletonchef der Zeit, Jens Jessen. In seinem Videoblog stellte er die Frage, ob es hierzulande nicht „zu viele besserwisserische deutsche Rentner gibt, die den Ausländern hier das Leben zur Hölle machen und den Deutschen auch“. (mehr …)
Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat eine Gesetzesvorlage eingebracht, mit dem sie eine Verschärfung des sogenannten „Gotteslästerungsparagraphen“ §166 StGB erreichen will (Drucksache 14/4558). Wie u.a. der Fall des in den neunziger Jahren verbotenen Musiktheaterstücks von Frank Zappa „Das Maria-Syndrom“ gezeigt hat, gefährdet der Paragraph bereits in seiner jetzigen Fassung die verfassungsrechtlich garantierte Meinungs- und Kunstfreiheit. Mit einer weiteren Verschärfung des Paragraphen könnte missliebige, aber berechtigte Kritik in Zukunft noch willkürlicher als bisher verhindert werden. (mehr …)
Vernunft und Religion verstricken sich auch in der Moderne noch gegenseitig in Lernprozesse.
Die selbstkritische Auseinandersetzung der säkularen Vernunft mit Glaubensüberzeugungen vermöchte das Bewusstsein für das Unabgegoltene religiöser Überlieferungen zu schärfen und die Vernunft gegen einen ihr innewohnenden Defaitismus zu stärken.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte einst erklärt, zum Regieren brauche er nur Bild, BamS und die Glotze. Als aber die Bild-Zeitung zum Regieren auch noch die Glotze wollte, brauchte sie – beziehungsweise der Springer-Verlag als Eigentümer – die Zustimmung des Bundeskartellamts. Die Behörde prüfte daraufhin zum Jahreswechsel 2005/2006 einige Wochen lang die Übernahme der Fernseh-Gruppe ProSiebenSat.1 durch den Verlag. Und sagte : Nein !
„Mut“ ist zum Markenzeichen eines Amtes geworden, das in diesen Tagen seinen 50. Geburtstag feiert:
Es steht geschrieben, „Im Anfang war das Wort“ – aber auch: „Gott sprach, es werde Licht! Und es ward Licht“ (Mose 1). Heute könnte geschrieben werden: Am Anfang war die Zahl. Denn „Er der ist und sein wird“, so die alttestamentarische Definition von Got, beschreibt eine kosmische Ausdehnung, die möglicherweise unendlich ist. (mehr …)