Romantik ist im Spiel, als Oss mit Freunden aus der Pfalz eine Turmruine namens „Kleinfrankreich“ im Wasgau ausbaut. Die Kerle waren nicht mehr jung, 1965 war das. Da haben sie am Feuer gesessen, gespielt und gesungen und getrunken, als ob sie noch zwanzig wären. Im gleichen Jahr Festival auf der Burg Waldeck im Hunsrück. Der Kreis der Sänger und Lieder-macher erweitert sich, Presse und Rundfunk werden auf sie aufmerksam. Das Fernsehen in Berlin (SFB) lädt ein, Hein und Oss beginnen eine Laufbahn, die sie sich nie haben träumen lassen. Sie sind nicht allein: „Liedermacher“, „Protestsänger“, „Chansonnier“ nennen sich Degenhardt, Süverkrüp, Stählin – sie selbst nennen sich „Die Volkssänger“. Es ist eine starke Bewegung; 1968 kommt auf!
Ein idealistischer junger Katholik beschließt Priester zu werden und hat keine Ahnung, was ihn bei dieser Ausbildung erwartet: eine Welt voll Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Bühling berichtet von der Parallelwelt des Priesterseminars, in der Homosexualität unterdrückt ausgelebt wird und wo Psychosen und Wahnvorstellungen, Tabletten- und Alkoholmissbrauch (klicken Sie ins Cover, dann sehen Sie es ganz) an der Tagesordnung sind.
Warum scheinen sich gerade in der Kirche Missbrauchsfälle überdurchschnittlich zu häufen? Warum hat die katholische Kirche
Fruchtbarer Boden und billige Arbeitskräfte: Unschlagbare Produktionsbedingungen für Großunternehmen. Die Nachfrage ist groß und eine arme Landbevölkerung schnell enteignet. Kurt Langbein zeigt die erschreckenden Folgen dieses modernen Kolonialismus. Erdölkatastrophen, rücksichtslose Produktionsprozesse, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in Fabriken, abgefischte Meere – längst zahlen Mensch und Umwelt den Preis für die stetig steigenden Bedürfnisse einer globalen Gesellschaft. Getrieben von der Suche nach immer neuen rentablen Geschäftsfeldern findet auch eine weltweite Jagd auf fruchtbaren Boden statt.

Angelus Novus ist eine von Paul Klee 1920 geschaffene aquarellierte Zeichnung aus Tusche und Ölkreide auf bräunlichem Papier. Das Blatt befindet sich seit 1989 im Israel-Museum in Jerusalem. Es ist insbesondere durch Walter Benjamin bekannt geworden, der mehrere seiner Schriften auf das Bild bezog.
Der katholische Pfarrer der beiden Heidelberger Gemeinden St. Raphael und St. Vitus war schon immer für außergewöhnliche Predigten zu aktuellen Ereignissen gut. Am Sonntag (27. September) kommt er über Paul Klees Zeichnung „Angelus Novus“ und Walter Benjamins Deutung des Bildes „Neuer Engel“ hin zum derzeit brennenden Thema „Geflüchtete Menschen“ – das ja in der Tat sich durch die Bibel wie ein roter Faden zieht. Steigen wir ein mit der Benjaminschen Bilddeutung aus: „Über den Begriff Geschichte,“ die Josef Mohr inmitten seiner Predigt wörtlich zitiert:
„Es gibt ein Bild von Paul Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flägel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muss so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber der Sturm weht vom
Lachanfälle unterdrücken – Unpeinliche Gedichte schreiben – Rechnungen hinauszögern – Lästige Telefonate umgehen – Sexpannen vermeiden – Mit dieser Buchecke Bierflaschen öffnen. Täglich ist irgendwo zu lesen, wie man Männer erwachsen, Frauen rum-, einen flachen Bauch hin- oder Rotweinflecken rauskriegt. Aber Lösungen für die wahren Probleme des Alltags waren bis jetzt Mangelware. Bis jetzt, denn NEON verrät 200 verblüffende und sehr nützliche Tricks, die wirklich weiterhelfen: Wie (mal eben nur zum Beispiel) man Fruchtfliegen loswird,
Wenn Bäume sprechen könnten, was würden sie uns erzählen? Zora del Buono hat sich zu den ältesten Bäumen Europas und Nordamerikas aufgemacht, um den Geschichten dieser ungewöhnlichen, zum Teil Abertausende von Jahren alten Lebewesen zu lauschen. So besucht sie die Eibe Ankerwycke Yew, unter der Anne Boleyn erstmals ihrem späteren Ehegatten und Henker Henry VIII. begegnete, bewundert in Berlin die Dicke Marie, die den Humboldt-Brüdern einst als Spielplatz und Goethe als Schattenspender diente, bevor sie Hermann Göring zum Naturschutzdenkmal erkor und durchwandert im Schneesturm ein schwedisches Hochmoor, um den mit 9 500 Jahren ältesten Baum der Welt zu sehen, der so rührend klein und mager aussieht wie ein vergessener Weihnachtsbaum.
Deutsche Politiker (insbesondere der C-Parteien, aber auch der SPD und der Grünen) sprechen gerne von den sogenannten „christlichen Werten“, denen das heutige Europa angeblich so viel zu verdanken habe. Tatsächlich jedoch steht die populäre Rede vom „christlichen Abendland“ (aktuell wieder strapaziert in der Debatte um die „Ehe für alle“) im scharfen Kontrast zu den Fakten der europäischen Geschichte, wie eine unlängst in deutscher und englischer Sprache erschienene Broschüre der Giordano-Bruno-Stiftung aufzeigt.
Klaus Theweleit: „Das Lachen der Täter – Psychogramm der Tötungslust“

„Der Zionismus ist das Problem, seine Beseitigung die Voraussetzung für Frieden im Nahen Osten und für arabisch-jüdische Versöhnung in Palästina“.
Der Zionismus erlebte seinen größten Triumph mit der Gründung des Staates Israel 1948. Die zionistische Ideologie und die aus ihr sich ableitende praktische Politik sind Gegenstand harter theoretischer Kontroversen, nicht zuletzt in Israel selbst. In seinem neuesten Werk untersucht Ilan Pappe die Rolle dieser Ideologie, insbesondere ihren Einfluss auf das Erziehungssystem, die Medien sowie die israelische Film- und Fernsehproduktion. Ebenfalls setzt sich Ilan Pappe mit der Instrumentalisierung der Opferrolle durch die zionistische Ideologie auseinander. Generationen israelischer Historiker haben die Kämpfe des Jahres 1948, die mit der Staatsgründung endeten, zum Mythos von Befreiung und Heimkehr gemacht. Pappe analysiert diesen Mythos und zeigt, welche Tragödie sich hinter dem Gründungsmythos bis heute verbirgt.
