RespektIst es statthaft, Flüchtlinge nicht als Opfer zu sehen, ihnen nicht mit Mitgefühl zu begegnen? Absolut, meint der italienische Literaturwissenschaftler Daniele Giglioli.

Denn die Adressierung als Opfer, wie gut auch immer sie gemeint sein mag, verhindert die Auseinandersetzung auf Augenhöhe, gerade auch über unterschiedliche Kultur- und Gesellschaftsvorstellungen.

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay | Kommentieren

clip_image001In seiner künstlerischen Biographie des jungen Hugo Ball zeichnet Thilo Bock den Werdegang eines radikalen Avantgardisten nach.

1916 begann im Zürcher Amüsierviertel eine Revolution. Doch nicht Lenin, der in der gleichen Straße auf seine Zeit wartete, sondern eine Gruppe junger Künstler aus halb Europa schlug im Hinterzimmer einer Bierwirtschaft auf die Pauke der Avantgarde. Unter ihnen Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Hans Arp. Eingeladen hatten Emmy Hennings und Hugo Ball. Sie Sängerin und Muse der Schwabinger Vorkriegsboheme, er ehemaliger Dramaturg an den Münchner Kammerspielen und aufstrebender Dichter.

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

348_0Im Sommer 2010 berichteten die Medien, dass die katholischen Bischöfe in Deutschland „Dotationen“ erhalten, also direkt vom Staat bezahlt werden, und die Begründung dafür sich vor zweihundert Jahren abgespielt haben soll. Im Jahr 2009 waren das 442 Millionen €, die die Bundesländer aus Steuergeldern als „Personalzuschüsse“ an die Kirchen überwiesen. Dies war weitestgehend unbekannt. Und, wie jetzt?
Die Kirchen gehören zur Kultur in Deutschland und die ist Ländersache. Bildung ist ebenso Ländersache und so werden die akademischen Nachwuchskräfte der beiden Kirchen an den Theologischen Fakultäten der Universitäten und an Hochschulen ausgebildet. Für die Kirchen kostenlos, denn der Steuerzahler finanziert die dafür notwendigen 650 Millionen €.

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

schwarzer_vsLesen wir den dreisten Unfug, der auf Twitter zum #ausnahmslos-Aufruf veröffentlicht wurde, möcht mann den Autorinnen ja beinahe zustimmen. Einzig  dies. Aber, und das in der Tat ist das Einzigartige an dieser Debatte: Von vielen Sprechverboten und Drohgebärden eingegrenzt, ist es – und das kann garnicht nicht gewollt sein – kaum noch möglich, Position zu beziehen. Der Selberdenkende  fühlt sich  angetanzt von allen Seiten. Der Aufruf verdient nicht den Dreck, mit dem er beworfen wird, aber sehr wohl eine differenzierte Gegenposition. Vor allem deshalb, weil er selbst zu jenen Dokumenten gehört, die den freien Blick auf Geschehnisse einschränken wollen.

 

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Junge Rundschau, Politik | 4 Kommentare

9783608949087.jpg.27828-2Wer Syrien verstehen will, muss jenes Syrien kennen lernen, als es noch nicht zerstört war: Seine Geschichte, seine Politik, seine Religion. Dann wird deutlich, wie sehr der gesamte Nahe Osten von der Lage in Syrien abhängt. Die syrische Katastrophe droht zum Unheil für den nervösesten Unruheherd unserer Welt zu werden.

Syrien – seit drei Jahrtausenden Schmelztiegel östlicher und westlicher Kulturen, einst Hochburg des Christentums, dann ein Kernland des Islam, Schauplatz der Kreuzzüge, deren verhängnisvolle Nachwirkungen bis heute zu spüren sind, Brennpunkt der Religionsspaltung in Sunniten und Schiiten, unseliger Hort der Muslimbrüder, Kampfgebiet der Rebellen, des Islamischen Staates. Syrien wurde im 20. Jahrhundert zu einer Keimzelle des arabischen Nationalismus wie des islamischen Fundamentalismus. Die westliche Berichterstattung reduzierte den Nahostkonflikt lange Zeit auf die Krisenherde Israel und Palästina. Syrien ist unter der Diktatur der Assads zur Geisel der Gewalt geworden, geht in einem Bürgerkrieg unter –

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Politik | Kommentieren

UnknownPopulistische Politiker, die ihr Fähnchen nur noch in den Wind hängen. Und Medien, die mitspielen. Vor allem ein immer seichteres öffentlich-rechtliches Fernsehen, das sich ohne Not unter das Diktat der Quote gestellt hat. Das Ergebnis: Moralismus und Alarmismus statt kritischem Qualitätsjournalismus, statt Aufklärung und Bildung nur Fußball und Krimis. Ihre Aufgabe, »vierte Gewalt« in unserem demokratischen Gemeinwesen zu sein, verfehlen die Gebührensender dramatisch. Und das am Beginn des digitalen Zeitalters, wo sie so wertvoll sein könnten wie nie. Wolfgang Herles beschreibt diesen besorgniserregenden Zustand und fordert: Reformiert ARD und ZDF grundlegend oder schafft sie ab.

Wolfgang Herles, geboren 1950 in Tittlingen bei Passau, studierte an der Universität München Germanistik, Geschichte und Psychologie. Der Fernsehjournalist und Autor zahlreicher Sachbücher und Romane war lange Zeit als Korrespondent und Redakteur beim Bayerischen Rundfunk tätig,

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Jan. 2016 | Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik | Kommentieren

9783760799957Die Uraufführung der Oper – historisch detailgetreu und aus Kindersicht verständlich nacherzählt von Ingrid Leser-Matthesius mit traumhaften Bildern von Ludvik Glazer-Naudé und den musikalischen Höhepunkten der Oper auf der beigelegten CD:

Wenn Soferl am Theater vorbeikommt, hört sie zwar von drinnen Orchester und Sänger beim Proben dieser wunderschöne Musik. Gerne aber würde sie – am liebsten natürlich zur Premiere – diese Musik nicht nur beim Vorbeigehen auf der Straße hören, sondern drinnen ohne Mauern dazwischen und ohne den Lärm von Passanten und Kutschenverkehr.

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

image001Auch im neuen Jahr gibt es wieder die beliebten Kamishibai-Vorstellungen in der Kinderbücherei Heidelberg. Den Anfang im Januar macht das Bilderbuch „Streng verboten“ von Alison Ritchie und Hannah George:
Viele Tiere leben in Eintracht im und am Teich von Frau Gans. Als sie ein paar Tage weg muss, überträgt sie die Aufsicht Herrn Erpel.

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Jan. 2016 | Heidelberg, Buchempfehlungen, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau | Kommentieren

978-3-95757-150-2-x160xx400x-1450710737Zu den hervorragendsten Errungenschaften der europäischen Gesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg gehört die Herausbildung einer Erinnerungskultur: Das Gedenken an durchlebtes Leid und politische wie gesellschaftliche Gewalt ist wichtiger Teil unseres Selbstverständnisses und notwendige Bedingung für eine aufgeklärte und bessere Zukunft. An die Opfer von Verbrechen wird mit Gedenktagen erinnert, ihr Recht auf öffentliche Anerkennung findet Gehör in Stiftungen, politischen Parteien, Gedenkstätten, Forschung und Initiativen, in den Curricula von Schulen und Universitäten.

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Jan. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

CLCarsten Frerk beschreibt, wie die Kirchen in Deutschland systematisch Einfluss auf die Politik nehmen.

Dabei zeigt sich, dass katholische und evangelische Stellen in einer Weise in Gesetzgebungsverfahren eingebunden sind wie keine zweite zivilgesellschaftliche Kraft.

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