michalkaErich Michalka (1940-2004) war Germanist, Dramaturg, Regisseur und Schauspieler sowie Stückeschreiber. Er hinterlässt über sechzig Theaterstücke, nahezu zwanzig Hörspiel- und Filmskripte, weit über siebzig Sketche, dazu noch eine große Zahl didaktisch-programmatischer und anderer literarischer Arbeiten. Die in fünf Bänden präsentierte Werkauswahl dokumentiert eine fast fünfzigjährige Schaffensperiode und leistet einen Beitrag zur Entwicklung vom politisch-emanzipatorischen zum gesellschaftskritischen, bis hin zum historisch-analytischen Theater, wobei die märchenhaft-erzählende Parabel eine besondere Stellung einnimmt.

Nach dem Abitur am Heidelberger Helmholtz-Gymnasium und Grundwehrdienst studierte Michalka Germanistik und Philosophie an der Universität Heidelberg mit der Promotion 1968 als Abschluss. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der ersten deutschen Dichterin Hrotsvit von Gandersheim und interpretierte deren Werk als Vorläufer des epischen Theaters.

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Apr. 2016 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

coverDas legendäre „Des Teufels Wörterbuch“ von Ambrose Bierce kann nun endlich (wieder) auf deutsch in vollem Umfang gelesen werden, nachdem der 1986 im Haffmanns Verlag erschienene Titel hoffnungslos und nirgendwo mehr zu haben ist – es sei denn, man habe; ich zum Beispiel. Umsomehr freue ich mich aber, dass dies Büchlein nun auch Sie wieder zu erwerben in der Lage sind.
Das sprachkritische Wörterbuch ist ein kaum gewürdigtes Genre der Aufklärung des 18. und 19. Jahrhunderts. Schon einige Artikel der Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert enthalten neben Begriffserläuterungen mokante Bemerkungen über den abgeschmackten Stil in den Werken der gegnerischen Philosophieschulen. Doch erst Gustave Flauberts Vorhaben einer Enzyklopädie der menschlichen Dummheit, aus der sein Wörterbuch der Gemeinplätze Stichproben bietet, machte die Erkenntnis, dass nur das richtig Gesagte auch richtig gedacht ist, zum Ausgangspunkt einer Stilkritik, der fast alles zum Objekt werden konnte.

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März 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

44219726zDer 1891 in Warschau geborene, 1938 im Gulag bei Wladiwostok ums Leben gekommene russisch-jüdische Jahrhundertdichter Ossip Mandelstam, ‚ein moderner Orpheus‘ (Joseph Brodsky), hielt sich von Oktober 1909 bis März 1910 in Heidelberg auf. Dessen berühmte Universität war das Anlaufziel vieler Russen, die im Zarenreich vom Studium ausgeschlossen waren. Die in der Stadt am Neckar entstandenen Jugendgedichte nahm Mandelstam später nicht in seine Gedichtsammlungen auf, doch zeigen sie bereits viele Motive, die für sein Werk bedeutsam werden sollten. Der noch nicht einmal zwanzigjährige Dichter war auf der Suche nach seinem dichterischen Weg, seiner Beziehung zur Welt, zur Natur, zur Liebe. Mandelstams Jugendgedichte sind zarte sprachliche Gebilde von zuweilen erstaunlicher Reife und Tiefgründigkeit.
Der Band enthält die sieben an die russischen Dichter Wjatscheslaw Iwanow und Maximilian Woloschin adressierten Briefe aus Heidelberg sowie erstmals sämtliche in Heidelberg und im Umkreis des Deutschlandaufenthaltes entstandenen vierzig Gedichte im russischen Original und in deutscher Übertragung. In seinem Essay ‚Ich war das Buch, das Euch im Traum erscheint‘ spricht Ralph Dutli auf faszinierende Weise über die deutschen Reminiszenzen in Ossip Mandelstams Werk.

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März 2016 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

siegfried_lenzDer damalige Verlagsleiter des Verlags Hoffmann und Campe, Rudolf Soelter, und der hinzugezogene Germanist und Volkskundler Otto Görner, waren 1952 mit der von Görner angeregten Überarbeitung des Manuskripts immer noch nicht zufrieden. Dass andere Menschen anders urteilen als er: das wusste Lenz. Ihn kränkte freilich die Anschuldigung, er habe bei ersten Treffen „die Atmosphäre kameradschaftlichen Verstehens“ ausgenutzt und den Verlag „ein bisschen hereingelegt“. Der Roman, schrieb Görner, „hätte 1946 erscheinen können. Heute will es bekanntlich keiner mehr gewesen sein“. Mit diesem Buch würde Lenz „sich masslos schaden, da helfen Ihnen auch Ihre guten Beziehungen zu Presse und Funk nicht“.

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März 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

118_838_160699_xlJedes Licht braucht die Dunkelheit, um aus ihr zu entspringen, so wie ein Laut erst hörbar wird durch die Stille der Welt. Und das Gleiche gilt für das Leben, die menschliche Existenz überhaupt: Die Nacht ist es, die alles werden lässt. Ernst Peter Fischer erzählt nun die Geschichte dieser »Gegenzeit«, eine faszinierende Reise durch die dunklen Gefilde unseres Lebens.

Der Heidelberger Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer entfaltet in seinem neuen Buch ein facettenreiches Panorama der Nacht, das vom Anbeginn der Welt bis in unsere Gegenwart reicht. Wie schon in »Die Verzauberung der Welt« gelingt es ihm, Naturwissenschaft und Kulturgeschichte auf meisterhafte Weise zu verknüpfen und den Fragen nachzugehen, die die Dunkelheit an uns stellt: Wie entsteht Licht? Wie können wir die Farbe Schwarz wahrnehmen? Aber auch: Warum haben wir Angst im Dunkeln? Woraus bestehen unsere Träume? Und ist die Nacht auch für das Böse in uns verantwortlich?

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März 2016 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

id-9783887784683-a29739baDie Schriftenreihe des Mindener Kreises wird mit der Nummer 11 fortgesetzt, und zwar anlässlich des 100. Geburtstags des vom NS-Volksgerichtshof zum Tode verurteilten und ermordeten ehemaligen dj.1.11ers Helmut Hirsch mit einem Lebensbild von ihm. Einem Lebensbild, das schon einmal veröffentlicht worden ist, allerdings in einem wesentlich kürzeren äußeren wie inhaltlichen Umfang: Es wurde vom Verfasser überarbeitet, erweitert und vor allem ergänzt durch Anregungen aus der Studie „The Opposite of Treason. Helmut Hirsch versus the Third Reich“ des US-Amerikaners Andrew Roth, der sich der

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Feb. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

9783960420033_druckAndreas Kemper berichtet in seinem neuen Buch über die Hintergründe der AfD seit deren Spaltung von 2015, zu der seine Aufdeckungen mit beigetragen haben. Die AfD macht sich selber Mut: zu Deutschland, zur „Wahrheit“, usw. Sie hat es nötig, denn sie ist angetrieben von einer „Furcht vor der Freiheit“. Erich Fromm hatte mit diesem Titel bereits in den 1940ern das kleinbürgerliche Milieu untersucht, aus dem sich die NSDAP rekrutierte. Furcht haben diese „Mutbürger“ jedoch nicht nur vor der Freiheit der Sexualität und offener Grenzen, sondern vor allem auch vor der Gleichheit, dem Verlust eigener Privilegien.

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Feb. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen | Kommentieren

Trawny_TestEine Einführung in die Philosophie Martin Heideggers ist nach der Veröffentlichung der »Schwarzen Hefte« ein Wagnis. Heideggers Äußerungen über das »Weltjudentum« und seine politische Hartnäckigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg belasten sein Denken schwer. Wie kann man in diese Philosophie einführen, ohne gleichzeitig den Boden zu bereiten, auf dem diese inakzeptablen Ideen wachsen können? Diese Einführung berücksichtigt erstmals die neuen Perspektiven auf die Philosophie Heideggers, die sich aus der Publikation der »Schwarzen Hefte« ergeben haben.

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Feb. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren
9783835318366l-1Wie wird geschlechtliche und sexuelle Vielfalt im Rahmen der (schulischen) Sexualerziehung thematisiert? Wie kann Sexualerziehung an Schulen die existierende Vielfalt der Geschlechter, Sexualitäten und Lebensformen aufgreifen und damit allen Schüler_innen gerecht werden? Welchen Herausforderungen sieht sich Sexualerziehung inner- wie außerhalb von Schulen in Anbetracht von geschlechtlicher und sexueller Diversität gegenüber? Und was können die Aufgaben von Sexualpädagogik in Hinblick auf lesbische, schwule, trans- und intergeschlechtliche Lebensweisen sein? Diese Fragen greifen Elisabeth Tuider und Martin Dannecker auf. Tuider analysiert die neue Salonfähigkeit von Homophobie und Antifeminismus am Beispiel der medialen und öffentlichen Debatten über die Sexualpädagogik der Vielfalt unter dem Stichwort »#HateSpeech«. Martin Dannecker erörtert die Frage, was theoretisch mit dem Begriff Sexualisierung gemeint ist und welche Aufgaben für die Sexualpädagogik durch die Sexualisierung unserer Kultur entstehen.

 

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Feb. 2016 | Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

978-3-95757-281-3-x160xx400x-1454414307Die Allierten mísstrauten der Demokratiefestigkeit der Deutschen. Eine Neuauflage des Buches, das den ideologischen Kern des Nationalsozialismus bildete, war von 1946 an verboten. Zwar florierte der Handel damit im Ausland weiterhin, auch online konnte man sich den Text besorgen, dass Mein Kampf seit Anfang dieses Jahres wieder im Buchhandel zu erwerben ist, bietet dennoch ein ungewohntes Bild.

Die erste Auflage der kritischen Fassung, die das Münchener Institut für Zeitgeschichte herausgegeben hat, war bereits nach Tagen vergriffen, ein Beleg für das Interesse, das an dem Buch bis heute besteht. Dabei galt Mein Kampf selbst den Nazi-Eliten als platte, phrasenhafte Schmähschrift; mehr Wirthausrede als subtile Verführungsprosa erklärt sich aus dem Text seine fatale Wirkmacht nicht. Vielleicht ist für ihr Verständnis weniger der Inhalt als die Form entscheidend.

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Feb. 2016 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

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