Karl der Große, althochdeutsche Zaubersprüche oder der Faust-Mythos – unterhaltsame und spannende Einblicke in das breite Themengebiet der Mediävistik ermöglicht der „Mittelaltertag“, der am Samstag, 25. Juni 2016, an der Universität Heidelberg stattfindet. Bereits zum fünften Mal bringen Wissenschaftler aus Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe einer interessierten Öffentlichkeit die Arbeitsweisen, Fragestellungen und Ergebnisse der aktuellen Mittelalterforschung nahe. Ein vielfältiges Programm mit Vorträgen,
Data Love beschreibt die unvermeidliche Obsession, Daten zu sammeln und untersucht ihre kulturellen Nebenwirkungen. Nicht nur Geheimdienste, Verwaltungen, Wirtschaft und ein Großteil der Bevölkerung sind elektrisiert von den Möglichkeiten der computergesteuerten Analyse großer Datenmengen, um Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge aufzudecken. Unvermeidlich ist diese Obsession, weil Vermessung ein Handlungsimpuls der Moderne ist, und die Vermessung des Sozialen Erkenntnis verspricht, Fortschritt, besseren Kundendienst und ein leichteres Leben. Roberto Simanowski reduziert Data-Mining nicht auf die Feindlogik Bürger-Staat, sondern diskutiert es als Ausdruck einer kaum beachteten Umgestaltung der Gesellschaft, in die wir alle aus unterschiedlichen Motiven – Geiz, Bequemlichkeit, Narzissmus – verstrickt sind. So vollzieht sich eine »stille« Revolution, angestoßen von Softwareentwicklern, durchgeführt mittels Algorithmen, die zum einen dem Zwang des technisch Möglichen unterliegt, zum anderen auf das Ende der Sozialutopien im Modell der Konsumgesellschaft reagiert.
Um die polizeiliche Ermittlungsarbeit gegen Kunstfälscher geht es in einem Vortrag an der Ruperto Carola, zu dem die Universitätsbibliothek Heidelberg (UB) am Donnerstag, 16. Juni 2016, einlädt. Ernst Schöller, Kriminalhauptkommissar a. D., wird charakteristische Fälle (links: ein Cranach und anderer alter Meister?) aus seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Ermittler vorstellen und über die Begutachtung von fragwürdigen Kunstwerken berichten.
Niemand kann derzeit der EM entkommen, doch das Niveau, auf dem Fußball zur Zeit zumeist verhandelt wird, ist eher Schwarz-Rot-Geil-blöd als anspruchsvoll. Das muss nicht sein. Fußball kann als Gesellschaftsmetapher durchaus ernstgenommen werden. Im Verbrecher Verlag sind Bücher erschienen, die anschaulich zeigen, wie man Literatur und Fußball (und Gesellschaftsanalyse) miteinander verbinden kann. Hier also drei Titel, die wärmstens empfohlen werden (und ein vierter, der bald nach der EM erscheint):.
Das im Frühjahr 2016 erschienene Buch „Worauf Kinder und Jugendliche ein Recht haben“ befasst sich mit der noch sehr mangelhaften Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in den deutschen Schulen und den notwendigen Schritten, um die Förderung des Kindeswohls als zentrales Ziel zu implementieren und die Kinderrechte fest in der Schulpraxis zu verankern.In insgesamt 18 Aufsätzen beschreiben Wissenschaftler und Praktiker genau, was im Argen liegt, welche pädagogischen Aufgaben zu bearbeiten sind, wo man praktisch ansetzen kann und welche Partner für die Entwicklung einer kindgerechten Schule benötigt werden.
Die Schriftstellerin Jutta Richter erhält den diesjährigen „Heidelberger Leander“ und kommt zu Preisverleihung und Lesung am Mittwoch, 8. Juni um 17.00 Uhr in die Stadtbücherei Heidelberg.
„Wenn Jutta Richter mit wenigen Sätzen eine Figur beschreibt, hat man sie schon ins Herz geschlossen und kann sich ihrer unverwechselbaren Integrität nicht mehr entziehen. Diese literarische Größe gibt es unter Kinderbuchautoren selten. Deshalb wartet der „Heidelberger Leander“ schon lange auf diese Autorin, um sie endlich von Herzen zu würdigen.“ (Gabriele Hoffmann). Jutta Richters Werk umfasst neben Kinder- und Jugendbüchern auch Hörspiele, Kindertheaterstücke und Lieder. Sie ist mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie der Kinder- und Jugendliteratur und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.
Gewalt ist nicht gleich Gewalt. Terror nicht gleichzusetzen mit Terrorismus. In ihrem Buch »Freiheit oder Tod« plädiert die Historikerin Sophie Wahnich (sie veröffentlichte zahlreiche Schriften zur Französischen Revolution und ist Forschungsdirektorin am CNRS in Paris) für eine Reevaluierung des sogenannten ›Terreurs‹, der das Bild der Französischen Revolution bis heute maßgeblich prägt und zu einer „neuen Abscheu vor der Französischen Revolution“ in allen Kreisen des politischen Spektrums geführt habe. Demokratische Gesellschaftsordnungen können nicht mit demokratischen Mitteln institutionalisiert werden. Ihnen ist immer ein Moment der Vergeltung, der Rache an den Unterdrückern eingeschrieben, das als Forderung nach der Wiederherstellung von Gerechtigkeit sich Bahn bricht.
Das Leben eines Erwachsenen ist voller Hürden, Fallen und Peinlichkeiten.
Bei Lichte betrachtet ist es vielleicht gar keine gute Idee, erwachsen zu werden. Plötzlich sitzt täglich der fiese Simon neben uns im Büro, wachsen Rechnungsstapel und Spülberge mit gleicher Geschwindigkeit, und der Riesenkater lässt sich nur noch durch einen Rettungswhisky abwehren.
Unterwegs als Nomade im Speck berichtet Wiglaf Droste über merkwürdige Begebenheiten und kulinarische Überraschungen in Regionen der Welt, die er auf seinen Reisen durchstreift. Und Nikolaus Heidelbach presst diesen Geschichten die Quintessenz ab, die er zeichnerisch auf eine Weise umsetzt, die wir ebenso ungläubig wie andächtig bestaunen.Herrlich sei das Reisen, sagt der Nichtsesshafte, man lege sich als glühendes Eisen in die Herdfeuer der Sesshaften. Gerade weil er keiner von ihnen ist, mag der Reisende Sesshafte gern, und sie mögen ihn aus demselben Grunde auch. Die Sesshaften ziehen Kinder groß, wissen alles über Masern, Mumps und Meerschweinchen, und wann immer man sie besucht, sind sie viel zu k.o., um unglücklich zu sein.
Leseprobe – und bibliographische Daten
