coverWo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen.

Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt.

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Juli 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, In vino veritas, Politik | Kommentieren

Wenn eine der feministischen Theologie durchaus eher geneigte Wissenschaftlerin (Elisabeth Gössmann) befürchtet, dass die gesamte feministische Theologie durch die in großen Teilen nicht gelungene Neue Bibelübersetzung „Bibel in gerechter Sprache“ in Misskredit gebracht werde, muss man auf starken Tobak gefaßt sein. Hier hat der Leser es mit einer (stark gewöhnungsbedürftigen) Bibelauslegung und keiner Bibel zu tun.
Zu monieren sind „häufige Ideologisierungen und die oft unmotiverte Einbeziehung der weiblichen Person, auch wenn dies inhaltlich gar nicht angebracht ist, die protestantische Färbung des Projekts sowie eine zu beobachtende „Vergewaltigung der deutschen Sprache“.

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Juli 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | Kommentieren

coverBefolgte man wörtlich in 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel – was würde da mit uns geschehen? Der amerikanische Journalist A. J. Jacobs hat den spannenden Selbstversuch dokumentiert.
Die pinkfarbene Banderole des Verlages macht deutlich: Dieses dicke schwarze Buch will Satire sein, ist es – und zugleich eine kluge Religionskritik und ein intellektuelles Lesevergnügen.
Verschiedene Fotos des Autors verändern ihn – optisch etwa von einem „normal“ aussehenden Menschen zu einer rauschebärtigen Prophetengestalt. A. J. Jacobs ist Ende 30, verheiratet, hat ein Kind, lebt in New York, ist Redakteur beim „Esquire“ und hat nach seinem Bestseller-Erfolg „Die Enzyklopädia Britannica und ich“ nun einen weitaus spannenderen Selbstversuch dokumentiert: In 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel wortwörtlich zu befolgen.

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Juli 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren
Self Portrait, 1982. Copyright: Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission. Mapplethorpe Flora: The Complete Flowers, Phaidon.Self Portrait, 1982. Copyright: Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission. Mapplethorpe Flora: The Complete Flowers, Phaidon.

 

 

 

 

 


Also. ausschließlich überzeugt bin ich von den „Blumen des Bösen“ nicht. Gewiss, manche Blüten erinnern an eine Vulva, viele Stempel an einen Penis. Und der Penis war bekanntlich Mapplethorpes Obsession: In seinen pornografischen Bildern und in seinem Black Book emanzipiert er den Penis für die Kunst: Auf seinen Bildern ist er immer erigiert oder auf dem Weg dahin.

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Juni 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

cover_autonomieWas Harald Welzer, unter anderem Direktor von FUTURZWEI – Stiftung Zukunftsfähigkeit, umtreibt und womit er sich mit seinem Co-Autor Michael Pauen, Professor am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität, im Buch „Autonomie“ einmal mehr befasst, hat er unlängstin einem Interview so formuliert: „Ich sehe uns auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus.
Wir denken immer, dass man dafür einen sichtbaren Wechsel des Herrschaftssystems braucht, in Uniform und mit Militärstiefeln. So wie bei den Nationalsozialisten, wie bei Stalin.
[…] Aber es geht im 21. Jahrhundert vielleicht auch anders.“ Und: „Diktaturen arbeiten immer zuerst an der Abschaffung der Privatheit und des Geheimen und Verborgenen. Denn nur so lassen sich Menschen effektiv kontrollieren. Google und Co. arbeiten […] an der Abschaffung des Privaten. […] Es droht ein Totalitarismus ohne Uniform.“

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Juni 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

Jecker_Lanz_125x205_HCSU_RZ.inddIn einer Projektwoche soll der 14-jährige Lanz einen Blog schreiben. Erst sträubt er sich, doch dann breitet er rückhaltlos sein Leben aus: die seit der Trennung der Eltern gespaltene Familie, die Kompliziertheit zweier Zuhause, die Ödnis seiner Kindheit in einem Dorf in der Schweiz, seine Probleme mit dem Erwachsenwerden …

Und dann sind da noch die misslungenen Annäherungsversuche an Lynn, derentwegen er sich überhaupt erst für den Blogger-Kurs angemeldet hat. Mit einem unwiderstehlichen Sog erzählt Flurin Jecker in seinem Debütroman von einem Jungen, der die Zumutungen der Welt kommentiert, und das in einer eigenwilligen und wuchtigen, restlos glaubwürdigen Sprache.
Flurin Jeckers kraftvoller Debütroman über einen Jungen, der vieles hat und dem doch das Wichtigste fehlt.

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Juni 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

Humboldt01_500px 2Wir selbst greifen immer seltener zu Papier und Tinte, aber Briefe aus vergangenen Zeiten sind auch heute noch wichtige Zeugen und spiegeln oft Charakter und Weltsicht ihrer Verfasser wider.
Die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung präsentiert nun im Ausstellungskatalog »Humboldt dankt, Adenauer dementiert« Originalbriefe von Politikern, Wissenschaftlern, Künstlern und Industriellen des 19. und 20. Jahrhunderts aus den Beständen des Historischen Archivs Krupp.
Der Katalog ist im Verlag Philipp von Zabern erschienen und im Bichhhandel erhältlich.

 

 

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Mai 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

coverWas Harald Welzer, unter anderem Direktor von FUTURZWEI – Stiftung Zukunftsfähigkeit,
umtreibt und womit er sich mit seinem Co-Autor Michael Pauen, Professor am Institut für Philosophie
der Humboldt-Universität, im Buch „Autonomie“ einmal mehr befasst, hat er unlängst
in einem Spiegel-Interview so formuliert: „Ich sehe uns auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus. Wir denken immer, dass man dafür einen sichtbaren Wechsel des Herrschaftssystems braucht, in Uniform und mit Militärstiefeln. So wie bei den Nationalsozialisten, wie bei Stalin. Aber es geht im 21. Jahrhundert vielleicht auch anders.“ Und: „Diktaturen arbeiten immer zuerst an der Abschaffung der Privatheit und des Geheimen und Verborgenen. Denn nur so lassen sich Menschen effektiv kontrollieren. Google und Co. arbeiten an der Abschaffung des Privaten. Es droht ein Totalitarismus ohne Uniform.“

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Mai 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

512 Mission Gottesreich Umschlag.inddSie sind radikal, sendungsbewusst und zunehmend erfolgreich: christliche Fundamentalisten in Deutschland. Die Bibel ist für sie Lebens- und Glaubensgrundlage, andere Religionen lehnen sie ab, alle Nichtchristen wollen sie bekehren. Homosexualität gilt als Sünde, Sex vor der Ehe ist verpönt, die Evolutionstheorie stellen sie in Frage. Nach Schätzungen leben in Deutschland mehr als eine Million von ihnen. Die Autoren haben zahlreiche fundamentalistische Gemeinden und deren Veranstaltungen besucht, mit Anhängern, Aussteigern und Theologen gesprochen, Internetforen beobachtet, Veröffentlichungen der bibeltreuen Christen ausgewertet, unzählige Predigten analysiert. Das Buch zeigt die Arbeit von entsprechenden Vereinen, Missionswerken und Lobbygruppen, informiert über autoritäre Strukturen, angebliche Wunderheilungen und Dämonen – austreibungen. Und wie Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland mit diesen radikalen Gruppen umgehen.
Prof. Wolfgang Huber – im Ortsverein Altstadt Schlierbach der Heidelberger SPD erinnert man sich an ihn als weltoffenen Theologieprofeesor – dann wurde aus ihm der Genosse Bischof, mittlerweile steckt aber auch er im Kuratorium einer solch sektal-fundamentalistischen Gemeinschaft – geschehen also doch noch Zeichen? Und Wunder? – „Das habt zum Zeichen …!“ :

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Mai 2017 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Zeitgeschehen | Kommentieren

Rowohlt-Wiege-Biege-4CDsAls Harry Rowohlt starb, trauerte das Land um einen begnadeten Übersetzer, knorken Schauspieler, prononcierten Kolumnisten und passablen Schriftsteller. Vor allem aber wurde das Verstummen seiner Stimme betrauert. (Bild Cover: 4-Hör-CD-Box, 4,2 Stunden, 26.- Euro)
Einprägsam hat er viele der von ihm übersetzten Werke als Hörbuch eingelesen.
Bis er schwer krank wurde, soff er sich bei seinen Lesungen sukzessive einen gediegenen Vollrausch an – das Pu­bli­kum habe ein Recht darauf, mitzuerleben, wie sich der Rezensent zugrunde richte.
Zudem schmückte er die Lesungen mit ausschweifenden Anekdoten, auf dass mancher Gast am Ende nicht mehr genau wusste, welches Werk auf dem Programm stand oder ob es sich „nur“ um einen „Abend von und mit Harry Rowohlt“ gehandelt hatte.

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Mai 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

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