Ausgerechnet Bundesjustizminister Heiko Maas könnte Opfer seines umstrittenen Netzwerkdurchsetzungsgesetzes sein. Denn ein Tweet, in dem er vor sieben Jahren einmal Thilo Sarrazin als „Idiot“ bezeichnet hatte, ist von Twitter gelöscht worden. Nachdem Twitter auf Presseanfragen zum Thema nicht reagiert, kann man allerdings nur vermuten, dass die Löschung aufgrund des Anfang des Jahres vollumfänglich in Kraft getretenen Gesetzes erfolgte. Wenige Tage zuvor hatte Twitter sowohl einen Tweet einer Politikerin der AfD gelöscht als auch einen Tweet, in dem sich das Satiremagazin Titanic mit dem Tweet der Politikerin auseinandergesetzt hatte.
Für ein Verfahren gegen einen 21jährigen Asylbewerber aus Afghanistan hat ein Richter am Amtsgericht Miesbach (Bayern) das Kreuz im Gerichtssaal abhängen lassen. Das bestätigte das Gericht am Donnerstag.Das Vorhandensein von Kreuzen verstoße nicht gegen die Pflicht des Staates zu religiös-weltanschaulicher Neutralität, erläuterte das bayerische Justizministerium.

Medienrealität bietet Forschern, Medien-Beobachtern und Medienkritikern eine Diskussionsplattform. In diesem Beitrag fragen wir, was vom Trubel um den „konstruktiven Journalismus“ geblieben ist – und bleiben könnte. Sollte „Konstruktiver Journalismus“ – 2015 der Branchen-Hype – einen Weg zu globaler Gerechtigkeit weisen können? In allen großen deutschen Redaktionen wurde das neue Buch des dänischen TV-Journalisten Ulrik Haagerup zum Thema gelesen (Haagerup 2015), und von Spiegel Online bis ZDF heute versuchten sich viele an dem neuen Berichterstattungsmuster, das positive Emotionen beim Publikum hervorrufen soll:
Speers „Erinnerungen“ und seine „Spandauer Tagebücher“, dazu Joachim Fests „Speer. Eine Biographie“ sowie Gitta Serenys „Das Ringen mit der Wahrheit.
Albert Speer und das deutsche Trauma“ weitgehend unkritisch, also bloß konsumierend, gelesen und das Thema Speer damit vor Jahren abgehakt hatte, dem beschert Magnus Brechtkens Wälzer „Albert Speer. Eine deutsche Karriere“ eine Lektion, wie man sie nicht alle Tage erleidet und wie man sie bestimmt nicht wieder vergisst: Dass nämlich, beginnend bereits unmittelbar nach Kriegsende, noch vor dem Nürnberger Prozess, Speers Lebensgeschichte von ihm selbst und nach seiner Entlassung aus dem Spandauer Kriegsverbrechergefängnis im Jahre 1966 dann vor allem mit Hilfe seines Ghostwriters Fest und seines Verlegers Wolf Jobst Siedler entlang biographischer Fakten völlig neu komponiert und interpretiert wurde.
In der Tat ist nicht das erste Mal, dass jemand über die irren Zustände im Weißen Haus schreibt. Aber das erste Mal, dass Washington derart in Aufruhr gerät. Über ein Buch und einen Präsidenten, der – was Wunder – sich genial findet. Bei Kramerbooks am Dupont Circle drängelten sich die Leute am Freitag schon um Mitternacht vor der Tür, um das Buch zu kaufen. Draußen: Finsternis, Eiswind, minus drei Grad – Fahrenheit. Das sind minus 19,4 Grad Celsius. Drinnen: die Weltpresse. Zeitungsreporter, Fotografen, Kameraleute. Das türkische Fernsehen war da. Das türkische! Dazu ein paar übernächtigte Verkäufer. 75 Exemplare des Buchs hatte der Laden in Washington geliefert bekommen, nach einer Viertelstunde war der Stapel weg. Die Angestellten konnten heimgehen. Und 75 durchgefrorene Kunden hatten ein neues Buch. Genauer: das Buch.
In Istanbul erschießt ein islamischer Dschihadist 39 Menschen in einem Nachtclub; erstes von rund sechzig Attentaten der Terrormiliz „Islamischer Staat“. – Nur vier Großkonzerne bestimmen siebzig Prozent des Welthandels mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen. – Donald Trump 45. Präsident der Vereinigten Staaten. – Der philippinische Staatspräsident Rodrigo Duterte prahlt damit, ein Mörder von Drogenkriminellen zu sein. – Nachträgliche Reue: In Chile bitten sechs ehemalige Militärs, die während Pinochets Diktatur Verbrechen verübten, die Opfer um Vergebung.

In vielen Teilen Kenias herrschte im März Dürre. Wie trocken es war, ließ sich daran erkennen, dass die Maasai mit ihren Viehherden nach Nairobi zogen.
Nach drei Rekordjahren in Folge legt der rasante Aufwärtstrend bei den weltweiten Temperaturen 2017 aller Wahrscheinlichkeit nach eine Pause ein. 2014, 2015 und 2016 hatten sich jeweils überboten. 2016 war nicht nur das weltweit bislang heißeste Jahr seit Beginn der Messungen vor rund 140 Jahren, sondern brachte auch den höchsten Meeresspiegel und den schnellsten Zuwachs an Kohlendioxid (CO2).
Obwohl ihr Tod wegen ihrer schweren Erkrankung absehbar war, war es für ihre Freunde dann doch ein Schock. Denn diese Galerie war nicht eine Galerie wie andere, sondern Galerie, Kleinkunstbühne, Konzertsaal, Diskussionsforum, Literatur- Cafe und wichtiger Treffpunkt in einem.
Wer Magdalena in den frühen Sechzigern gekannt hat, erinnert sich noch an diesen Farbtupfer des Heidelberger Stadtbilds. Lange Haare – was damals ungewöhnlich war – als ob sie sich aus einem Madonnenbild gelöst hätte. (mehr …)
Das „Superkunstjahr“ 2017 verlief anders, als viele es vorab erwartet haben dürften. Zwar gab es – eher auf den Märkten als bei Besucherzahlen – ein paar der Rekorde, die das Präfix ’super-‚ rechtfertigen, aber zumindest ebenso sehr kam es zu Unruhe und zu Enttäuschungen. Vor allem jedoch zeichnen sich neue Fronten innerhalb des Kunstbetriebs, aber auch neue Verhältnisse zwischen der Kunst und anderen Feldern der Gesellschaft ab. Das scheint mir so brisant zu sein, dass ich hier – der Titel deutet es bereits an – die These in den Raum stellen werde, dass gerade der Kunstmarkt infolge jener Verschiebungen im Kunstbetrieb einen Rollenwechsel erfährt und dabei an Bedeutung, aber vielleicht sogar auch an Sympathie gewinnt.
Es sei eines der beherrschenden Themen des Internet-Jahres 2017: die große Social Media-Ernüchterung. Nachdem vor allem Branchenprimus Facebook in den vergangenen Monaten wegen der Verbreitung von Fake News stark in der Kritik stand mit unter anderem der Aussage, das weltgrößte Social Network kreiere eine Gesellschaft, in der die Wahrheit mit Beliebtheit verwechselt werde, kritisierte vergangene Woche ein früherer Topmanager des Konzerns. Nun meldet sich der US-Internetriese mit einem Blogpost zu Wort – und gibt dabei zu, dass die „Social Media-Nutzung unter Umständen unglücklich machen“ könne.
