Götz Aly schimpft in der Berliner Zeitung über die Kreuzberger Grünen, die sich weigern, einen kleinen Platz vor dem Jüdischen Museum nach Moses Mendelssohn zu bennenn, weil er den Nachteil hat, keine Frau gewesen zu sein, und „so lange nur Frauennamen für Plätze und Straßen vergeben werden sollen, bis ebenso viele nach Frauen wie nach Männern benannt sind. Basta!? Aber nein, die Partei durchbricht ihre Prinzipien dann, wenn Männer wie Rudi Dutschke oder Silvio Mayer auf den Straßenschildern des Bezirks verewigt werden. Ein markiger Agitator bedeutet ihnen viel, ein geistesstarker jüdischer Philosoph nichts.“
Wer sein Facebook-Konto deaktiviert, oder auch nur einige Wochen keine neuen Statusmeldungen schreibt, bekommt die virtuelle Armee des sozialen Netzwerkes zu spüren: Die eigenen Freunde. Sie schreiben Kurznachrichten, Mails, sie schreiben auf Twitter: Was los sei, ob man nicht zurück ins Netzwerk – zurück ins Leben – kommen wolle. Das Entkommen aus dem größten soziale Netzwerk der Welt ist schwerer, als das Girokonto oder den Mobilfunkvertrag zu kündigen, sagt die Psychotherapeutin Abby Rodman, die sich mit den Auswirkungen der digitalen Welt auf den Menschen befasst. „Wenn man Facebook plötzlich verlässt, werden die Leute sich fragen, wohin man abgewandert ist“, sagt Rodman.
Zumindest einige der Zurückbleibenden denken dann, dass man mit ihnen persönlich ein Huhn zu rupfen hat, manche unterstellen, man mache eine Scheidung durch – oder schlimmer noch: Man sei in eine tiefe Depression gefallen. „Entweder sie fragen, ob es einem gut geht, oder sie denken, es geht um sie“, sagt Larry Rosen, Psychologie-Professor bei der California State University und Autor eines Buches über die Macht der Technologie über unseren Alltag. „Wir haben Facebook als die eine Plattform in den sozialen Medien etabliert, auf der uns alle unsere Freunde so oft posten, dass wir das Gefühl haben, ständig nachsehen zu müssen“.
Laut der Studie der US-Ostküsten-Universität Cornell haben manche die Seite verlassen, um die Freundschaftsanfrage des Chefs zu umgehen. Andere fanden, dass es zu sehr süchtig macht und sie zu viel Zeit damit vertrödeln, durch das Leben anderer zu scrollen. Laut der Studie haben sich diejenigen, die ihre Konten deaktiviert haben, oft „rebellisch“ und „stolz“ gefühlt – ein Indikator dafür, wie schwierig es ist, das Netzwerk auch nur auf Zeit zu verlassen.
Diejenigen, die Facebook verlassen, sind meist Männer (71 Prozent), beschäftigen sich eher mit dem Schutz ihrer Privatsphäre, und sind älter als der Durchschnitt (31 Jahre statt allgemein 24 Jahre). Das ergibt eine Umfrage der Universität Wien unter 321 Facebook-Nutzern und 310 Personen, die das Netzwerk verlassen haben. Die Facebook-Abtrünnigen hatten zuletzt im Mittel 133 Freunde. Diejenigen, die bleiben, haben 349. Doch beide verbringen fast die gleiche Menge an Zeit auf der Seite: Die, die gehen, sind vorher 1,9 Stunden pro Tag auf der Seite; bei denjenigen, die bleiben, sind es 1,8 Stunden.
Warum nehmen Leute also derart Anstoß an den Facebook-Flüchtlingen? Sich mit jemandem bei Facebook anzufreunden, schafft einen ungeschriebenen Vertrag, sagt Cal Newport, Autor von Selbsthilfebüchern zu Schule, Universität und Karriere. „Menschen wollen, dass andere ihnen Aufmerksamkeit schenken. Das war lange Zeit schwer – man musste dafür etwas Wertvolles schaffen“. Im Facebook-Zeitalter habe sich das geändert, sagt Newport. „Dort sind die meisten Inhalte außerordentlich banal“.
Dazu kommt: Zwischen vielen Menschen ist Facebook mittlerweile der einzige Kanal, auf dem sie kommunizieren. Das Konto zu deaktivieren, ist für diese Beziehungen etwa das gleiche, wie in der Welt vor dem Internet das Telefonkabel aus der Wand zu ziehen, sagt Daniel Miller, Professor für Anthropologie am University College in London, der sich mit der Nutzung von sozialen Netzwerken durch Studenten beschäftigt. „Wie hätten sich Ihre Freunde gefühlt, wenn Sie das Telefon abgeschaltet hätten?“, fragt Miller. „Ich hoffe für Sie, dass sie erschrocken gewesen wären.“ Bei Facebook kämen noch die Fotos hinzu, samt Markierungen – sie sind weg, wenn der Nutzer vom Netz geht.
Wer Arbeit sucht, hat eine zusätzliche Quelle für sozialen Druck. „Kein Facebook-Profil zu haben, wäre etwas komisch, wenn man sich für eine Stelle in Marketing, Vertrieb, Personalbeschaffung oder ähnliches bewirbt“, sagt Nicole Greenberg Strecker, die als Managing Director das Chicagoer Büro der Headhunting-Agentur STA Worldwide leitet.
Brian Smith bekam die ganze Kraft des Facebook-Kults spüren. Der Umweltaktivist aus dem kalifornischen Oakland verließ das Netzwerk vor zwei Jahren für die Konkurrenz-Plattform Google GOOGL -0,36% +. Die meisten seiner Freunde hatten Verständnis für seine Entscheidung – doch sie wollten Facebook nicht für die recht erfolglose Google-Plattform verlassen. „Ich bin im letzten Jahr zu Facebook zurückgekehrt, weil es keine Alternative gibt“, sagt er. Überrascht war niemand. „Die Leute hatten mich gewarnt, dass ich irgendwann zurück bin, und das, das war die Wahrheit.“
Als Motorola 1973 den ersten Prototypen eines Mobiltelefons entwickelte, ahnte wohl niemand, dass schon 35 Jahre später, nach einer Hochphase von nicht mal zehn Jahren, das Ende des Handys besiegelt sein würde. Das Handy, das spätestens zum Jahrtausendwechsel in unser Leben Einzug hielt, wurde schon 2007, mit der Vorstellung des iPhones, vom Smartphone, wie wir es heute kennen, abgelöst.
Thomas Drake, einer der berühmten Whistleblower der NSA hat vor dem NSA-Ausschuss des Bundestags ausgesagt.
Sie hießen Werner Angress, Fritz Ehrlich, Günther Stern, Si Lewen, Klaus Mann, Hans Habe oder Stefan Heym. Blutjung, oftmals noch nicht einmal zwanzig Jahre alt, flohen sie vor den Nazis in die USA und fanden dort eine neue Heimat.
Seit 1952 gibt es eine parlamentarische Versammlung auf europäischer Ebene, seit 1979 wird diese direkt von den EU-Bürgern gewählt. Nicht nur für die Wähler bedeutete dies ein Umdenken, sondern auch die Parlamentarier mussten sich erst in ihrer neuen Rolle finden. (mehr …)
Auch die Chefs von Apple, AMD, Dell, Google, HP, Microsoft und Intel werden vom Geheimdienst regelmäßig zu vertraulichen Unterrichtungen eingeladen. Ziel der Gespräche ist es offiziell, die US-Wirtschaft vor Cyberangriffen zu schützen. Die NSA interessiert sich dabei aber auch für Schwachstellen, um sie für ihre Spähprogramme ausnutzen zu können.
Die Heidelberger Bahnstadt ist „Passivhaus-Region des Jahres“. Beim internationalen Wettbewerb „Passive House Award 2014“ hatten sich weltweit mehr als 100 Projekte aus 20 Ländern in insgesamt sechs Kategorien beworben. Die Preisträger wurden bei der 18. Internationalen Passivhaus-Tagung in Aachen am 25. April 2014 bekannt gegeben. Das Passivhaus Institut hatte den Award im Rahmen des EU-Projekts „Passive House Regions with Renewable Energies“ (PassREg) ausgelobt. Schirmherr ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
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Medienberichten zu Folge hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am 31. März 2014 in Berlin gesagt, er sei sicher, dass der US-amerikanische Geheimdienst versuchen würde, Edward Snowden bei einem Deutschland-Aufenthalt unter seine Kontrolle zu bringen.
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Mit der Aktion „Whistles for Whistleblowers“ fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) am zweiten Sitzungstag des NSA-Untersuchungsausschusses umfassenden Schutz für Hinweisgeber. Mit Trillerpfeifen und den Masken von bekannten Whistleblowern macht die Organisation vor den Botschaften der USA und Großbritanniens lautstark auf die zunehmende Verfolgung von Informanten aufmerksam. Whistleblower sind unverzichtbar, damit Journalisten Fehlentwicklungen publik machen können.