Nehmen wir doch einfach den Dingen, vor denen wir uns fürchten, die Maske ab, gehen wir (es lebe die veritanische Akademie) dem Tod, vor dem wir uns nicht zu fürchten haben, entgegen. Nähern wir uns ihm allein in der Sokrates zugesprochenen unkünstlichen Kühnheit. Nehmen wir dem Tod das „Metaphysische“, denken wir nicht an Hölle, nicht an Teufel, die Erbsünde oder das Paradies. Nehmen wir den Tod als diesseitiges, als irdisches Geschenhen, als Geschenk! Verzichten wir dabei getrost auf alle antiken oder vulgärbiologischen Tröstungen einer „Rückkehr in die Natur“. Das menschliche Leben – dieses menschliche Leben – hört auf. Basta! Anders möchte ich mir das garnicht vorstellen müssen!
Der Tod ist schrecklich, ein Werk des Bösen: so, sagt man und so dachten die Menschen des Mittelalters – was (unter anderem) die Maßlossigkeit erklärt, die Wildheit ihrer Liebe zum Leben: irdische Jenseitsvorstellungen komplementieren ein irdisches Leben.
Nichts anderes als eine frontale Kampfansage an uns Verbraucher versuchen (wenngleich klammheimlich) derzeit Nestlé, Coca-Cola, Mars & Co., durchzubringen! Was genau wird da getrieben? Die Verantwortlichen in der Lebensmittelindustrie wissen – was Wunder – sehr genau, dass und warum sich viele Menschen Klarheit über den Zucker-, Fett- oder Salzgehalt in Lebensmitteln wünschen. Sie wissen natürlich auch, dass sich eine große Mehrheit für die Ampelkennzeichnung (siehe Grafik) ausspricht.
Facebook-Mitarbeiter prüfen im Messenger verschickte Fotos und Links. „Inhalte, die gegen die Regeln verstoßen, werden blockiert“.
Der Zugriff ist möglich, weil die Kommunikation über den Facebook Messenger standardmäßig unverschlüsselt ist. Nutzer tauschen intime Nachrichten über Facebook Messenger aus.
Dabei sind sich viele nicht im Klaren, dass Facebooks Mitarbeiter mitlesen und eingreifen können.
Also gegen so einiges, was Israels Ministerpräsident tut oder was er nicht tut „etwas zu haben“, das macht er einem nicht gerade sonderlich schwer. Ein Kommentar in der SZ nämlich zeigt, dass man sich hierzulande noch immer schwer tut, zwischen legitimer Kritik an der Politik Israels und Antisemitismus zu unterscheiden. Kaum spitzt sich die Lage in Israel und Palästina wieder einmal zu, geht es auch schon wieder los mit der beinahe atemlosen „Schnappatmung“. Und mit ihr, direkt „aus der Mitte der Gesellschaft“: mit dem als „Israelkritik“ getarnten Antisemitismus.
In der politischen Öffentlichkeit findet zunehmend ein wichtiger, aber lange selbst in Fachkreisen selten thematisierter Umstand Beachtung: Bei der Vergabe von Krediten verleihen Banken nicht von anderen Gespartes – sie schöpfen Guthaben aus dem Nichts. Das durch einen Kreditantrag bewilligte Geld wird niemandem weggenommen, sondern von der Bank zu diesem Zweck auf Knopfdruck erzeugt. Geldschöpfung ist ein Buchungsvorgang, mehr nicht. Die Zentralbanken können darauf kaum mehr Einfluss nehmen. Die Geldmenge kann im Prinzip per Geschäftstätigkeit gewinnwirtschaftlich operierender Banken bestimmt werden; sie entscheiden, wie viel Geld es gibt.
Zwar haben sie auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Aber der Fall Cambridge Analytica, der Uber-Unfall und ein obskurer Fachartikel zeigen:
Wir erleben etwas menschheits –
geschichtlich Einzigartiges. „Die größte Schwäche der Menschheit“ – so der Physiker Al Bartlett in „The Essential Exponential!“ sei „ihre Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen.“
Man stelle sich folgende Situation vor: Zwei Personen gehen jeweils 30 Schritte.
Nach Berichten, wonach eine Datenanalyse-Firma aus dem Wahlkampf von Donald Trump sich unerlaubt Zugang zu Daten von über 50 Millionen Nutzern verschaffen konnte, forderten Abgeordnete in den USA und Europa von der Facebook-Spitze um Mark Zuckerberg Antworten. Einwände von Facebook-Managern, dass dabei keine Facebook-Systeme gehackt wurden, sondern rechtmäßig erhaltene Daten illegal weitergegeben wurden, gossen – was Wunder – eher Öl ins Feuer und ließen Rufe nach mehr Regulierung für Online-Plattformen lauter werden. In der Tat, das Misstrauen gegenüber Facebook wächst von Woche zu Woche. Facebooks Rolle bei der US-Wahl, als das weltgrößte soziale Netzwerk manipulative Anzeigen aus Russland zuließ, wurde am Wochenende von den Enthüllungen eines Whistleblowers erschüttert.

Ein Jahr lang saß WELT-Korrespondent Deniz Yücel in der Türkei im Gefängnis. Mit seiner Frau Dilek gibt er das erste Mal ein Interview in Freiheit – und erzählt, warum er sich gegen seine Freilassung zunächst gewehrt hat.
Es ist keine ganz gewöhnliche Interview-Situation. Deniz Yücel, der da befragt wird, ist selbst Journalist, und er ist ein WELT-Autor. Doch mit seiner Festnahme in der Türkei vor etwas mehr als einem Jahr wurde der Korrespondent zugleich zum Streitfall der deutsch-türkischen Politik. Jetzt erholt sich Yücel von der Haft, gemeinsam mit seiner Frau Dilek Mayatürk Yücel, die all die Monate um seine Freilassung gekämpft hat.
Was würden Sie tun, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Chef Sie gern loswerden möchte, in Ihrem Unternehmen aber leider die übliche Form der Entlassung nicht die Kündigung, sondern die Ermordung ist? Halten Sie es für besonders klug, einem Mafioso, der für seine Brutalität bekannt ist, ein Paket mit faulen Anleihen anzudrehen? Oder Ihrer Frau auszuplaudern, wer alles bei der Cosa Nostra nach Ihrer Pfeife tanzt, um Eindruck zu schinden? Federico Varese berichtet in seinem spannenden Buch vom Leben und Sterben der Mafiosi, das er so nah und privat erkundet hat wie kaum jemand vor ihm.
Der Lyriker Durs Grünbein hat nach dem Streit mit dem Schriftsteller Uwe Tellkamp in Dresden eine tiefe Spaltung der Gesellschaft festgestellt. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung (Mittwochsausgabe) schreibt er: „Die einen bedauern dies und sind der täglich sich ausweitenden Spannungen müde“, andere aber „begrüßen die Spaltung und versprechen sich vom offenen Streit eine reinigende Wirkung“. Tellkamp hatte im Dresdener Kulturpalast am Donnerstag behauptet, 95 Prozent der Flüchtlinge seien in die Sozialsysteme „eingewandert“. Der Suhrkamp-Verlag, der beide Autoren herausbringt, hatte sich daraufhin von Tellkamp distanziert.
