Großer Auftritt in Brüssel: Apple-Chef Tim Cook hat vor dem Europaparlament in Brüssel mit den Social Media-Giganten Facebook und Google für ihren Umgang mit Nutzerdaten abgerechnet, ohne sie beim Namen zu nennen. „Die Mengen an persönlichen Daten dienen nur dazu, die Unternehmen, die sie sammeln, zu bereichern. Es ist Überwachung“, erklärte Cook. „Unsere Daten werden mit militärischer Effizienz gegen uns gerichtet“, spitzte der CEO des wertvollsten Konzerns der Welt seine Kritik zu.
Jeder Mensch lügt mehrmals am Tag. Kinder fangen schon mit zwei Jahren an, das Flunkern zu üben. Aber: Nicht nur Menschen schwindeln – Tiere stehen den Zweibeinern im Lügen und Betrügen kaum nach. Die tierischen Motive für die alltäglichen kleinen Unwahrheiten und Übertreibungen sind dabei die gleichen wie beim Homo sapiens.
Feinde, Konkurrenten oder Beutetiere müssen ausgetrickst oder ein Sexualpartner gewonnen werden. Oder: Vorgeblich muß in Heidelberg hohen „Sanierungsbedarfs und Platzmangels“ wegen im Providenzgarten ein „Musikwissenschaftliches Institut“ neu gebaut werden! Muß? Müssen muß Oberkirchenrat Matthias Kreplin aus Karlsruhe noch einige Gespräche führen …
Wer besonders gut schwindelt und blufft, kann sich das Leben erleichtern oder sogar retten.

Wir bedürfen keiner begründeten Willensfreiheit. Wir haben sie und bedürfen dazu einer Genehmigung von Niemandem. Was hat es mit (sic) Geist, Gehirn und Bewusstsein auf sich, was unterscheidet den Menschen vom Affen (genau: Wir können lügen) – und welche Rolle spielt die Spieltheorie in der Evolution? „Ob ich angreifen oder fliehen oder vielleicht auch nur drohen oder bluffen soll, hängt außer von meinem Handlungspotential auch von dem Gegenhandlungspotential des Partners ab“ – und, seien Wolf Singer und Gerhard Roth beschieden, die gezwungen zu sein scheinen, einen freien Willen zu bestreiten: Was wäre das doch für ein Scheißspiel, bei dem man selber keinen Zug würde machen dürfen? So jedenfalls belieben wir das zu sehen!
Das knackige Politikerzitat ist eine beliebte Form in sozialen Netzwerken. Journalisten aber sind nicht zuständig dafür, Äußerungen – von wem auch immer – einfach nur weiterzureichen; stattdessen haben Vertreter der 3. Gewalt zu recherchieren, einzuordnen und zu differenzieren. Punkt. Wie aber sieht das oft genug in Wirklichkeit aus? Politiker bedürfen keiner Journalisten mehr, Botschaften unter die Leute zu bringen – längst haben sie das zu tun eigene Wege gefunden.
Die AfD hat mit einem neuen Antrag im Bundestag mal wieder für Wirbel gesorgt. Es geht um dem Umgang mit dem Koran. Der Antrag fordert die Regierung auf „geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung von im Koran enthaltenen gesetzwidrigen Inhalten sowie Aufrufen zu unterbinden“.
Unerfreulich und infam, weil mehr als unsachlich, war diese Rede zwar, aber das eigentlich schlimme für diesmal ist nicht, dass
diese „Argumente“ von der Afd kommen, sondern dass dieser AfDler in einigen Punkten
recht zu haben scheint.
Die taz, die Zeitschrift
Der Rechte Rand und
das antifaschistische Archiv apabiz haben seit Dezember die Hintergründe der AfD Mitarbeiter und Abgeordneten recherchiert.
Die Texte und eine interaktive Dokumentation finden Sie im folgenden Beitrag.
Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln der Otto-Brenner-Stiftung.
Grafik: © Neue Rundschau
Heute werfen wir mal einen sagen wir mal ziemlich subjektiven Blick auf Glanz und Elend des deutschen „politischen“ Kabaretts. In der vergangenen Woche im ZDF einmal wieder “Die Anstalt“ angeschaut zu haben das, – dass nämlich auf dem Bildschirm etwas vorhersehbar Richtiges geschieht – war im Grundsatz zwar schön, aber wenn dann doch wieder nur vier Minuten Intelligenz auf 37 Minuten Kalauer kommen, ist man halt schon ein bissle enttäuscht. Oder? Da loben wir uns – heute gehört – Dvořáks „Stabat mater“ in der Heidelberger Peterskirche. Aber das ist ja jetzt nicht unser Thema …
Im Kandidaten-Check für Bayern hat abgeordnetenwatch alle Direktkandidierenden in den 91 Stimmkreisen gebeten, zu zwanzig landespolitisch relevanten Thesen Stellung zu beziehen. Neben den individuellen Standpunkten der Politiker ist auch das Ergebnis nach Parteien interessant: Welches Thema ist besonders umstritten, wo gibt es Gemeinsamkeiten? Sind Münchner Kandidaten eher für oder gegen eine dritte Startbahn am Flughafen der bayerischen Hauptstadt? Wie stehen sie zur Kreuzpflicht?
Alle reden vom Schutz privater Daten. IT-Angriffe auf Firmen bleiben oft geheim. Eine Reihe neuer deutscher Security-Startups will für mehr Schutz sorgen. Ob Snapchat, Instagram oder die Cloud – das Netz ist voll mit privaten Daten und Fotos. Wenn persönliche Accounts durch Kriminelle gehackt werden und sensible Dokumente in die Öffentlichkeit gelangen, ist dies für die Betroffenen oft ein finanzieller oder sozialer Supergau. Natürlich ziehen spektakuläre Fälle wie „Celebgate“, als Tausende intimer Fotos von Prominenten geleakt wurden, regelmäßig große Aufmerksamkeit auf sich. Eine andere, nicht minder schwere Form der Cyberkriminalität wird dagegen lieber unter Verschluss gehalten: gezielte IT-Angriffe auf Startups und Unternehmen.Am Anfang des Filmes „Fahrenheit 11/9“ steht die Frage: „How the fuck could that happen?“ Wie konnte es passieren, dass Trump Präsident geworden ist? Diese Frage ist mittlerweile allerdings so oft gestellt worden, dass, schon bevor irgendwer den Film überhaupt gesehen hatte, sich Ermüdungserscheinungen einstellten. Es war zu lesen, der Film sei nicht gut aufgebaut, er spreche zu viele Themen an und dass er zwischen dem Aufstieg Trumps und dem Untergang Flints, Moores armem Heimatort in Michigan, hin- und herspringe, ohne dass man immer genau verstehe, wo die Verbindung sei.





