Philanthropie-Zwang? Begriff „Gemeinnützigkeit“ von den Steuerbehörden normativ chaotisch verwendet.
Woher diese leeren Theater? Schuld ist nur der Staat! So setzte Karl Valentin ein, um beim Theaterzwang zu landen. Schüler würden ja auch nicht gefragt, Schülern graust es ja auch vorm Hingehen. Und? Die Schulen sind voll! Mit Freiwilligkeit macht man eben doch auf den meisten Gebieten schlechte Erfahrungen.
Seit gut einem Jahr untersucht eine Enquetekommission des Bundestages die Lage der Kultur in Deutschland. Ihr Problem stellt sich nur ein wenig anders als das Valentins. Es besteht nicht vorrangig in leeren Kulturstätten, sondern darin, daß die staatlichen Kassen kein Wachstum des Kulturetats mehr hergeben. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Feuilleton, Politik | Kommentieren

1anetzebert-schroder-original.jpgAch, wenn wer seine Memoiren schriebe, der seine Erinnerungen, überhaupt alles und dennoch dezidiert auch sein Werk würde messen lassen sollen an alledem, was es längst schon gegeben hat? Wie wäre es zum Beispiel, wenn ein Politiker, und sei es ein ehemaliger Bundeskanzler, bevor er zu schreiben beginnt, vor einen Bücherschrank treten müßte, um sich wenigstens einen Abend oder zwei, mit dem zu beschäftigen, was die von ihm vertretene, verteidigte und zutiefst verinnerlichte europäische Kultur auf diesem Gebiet hervorgebracht hat?

Gerhard Schröder in der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg. Foto: Antoine Mechler (mehr …)

Okt. 2006 | Feuilleton, Politik | Kommentieren

Der Freiburger Soziologe Thomas Haury wendet sich einem Tabuthema zu: Anhand zeithistorischer Themenfelder schreibt er über Antisemitismus. Zum besseren Verständnis des linken Antisemitismus arbeitet Haury in seiner Dissertation zunächst die Klassiker des modernen Antisemitismus im 19. Jahrhundert und das Leninistische Weltbild auf. Dem folgt das Verhältnis der beiden Arbeiterparteien, der SPD im Kaiserreich und der KPD in der Weimarer Republik, zum Antisemitismus sowie die Betrachtung des sekundären Antisemitismus in der Bundesrepublik. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Feuilleton, Politik | Kommentieren

Liebe Achtundsechziger, was fällt euch (um der Ehrlichkeit willen: was fällt uns) zu Kurt Georg Kiesinger ein? Nur die symbolische Ohrfeige, die ihm Beate Klarsfeld verpaßt hat? Dann solltet ihr Philipp Gasserts Biografie des „Kanzlers zwischen den Zeiten“ lesen und dabei einer alten Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Kritik und Selbstkritik. Es könnte sein, daß ihr ein paar lieb gewordene Vorurteile und üble Nachreden korrigieren müßt: daß Heinrich Lübke kein KZ-Baumeister war, sondern diesen Ruf einer Stasi-Fälschung verdankte, hat sich vielleicht schon herumgesprochen. daß auch gegen Kiesinger so wenig vorlag, daß ihn die DDR in ihrem „Braunbuch“ gegen alte Nazis gar nicht aufgeführt hatte, könnt ihr bei Gassert nachlesen, wenn es euch damals nicht aufgefallen ist. Lieber habt ihr mit Wolf Biermann geglaubt, der „Edel-Nazi Kanzler“ habe den dritten Schuß auf Rudi Dutschke abgefeuert, auch wenn der Refrain wieder nur symbolisch gemeint war: „Ach Deutschland, deine Mörder …“ (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Feuilleton, Politik, Sapere aude | Kommentieren

Die Furcht vor Überfremdung treibt Blüten in Deutschland. Weisen muslimische «Parallel- und Gegengesellschaften» die Zukunft? Erweckungserlebnisse sorgen unter Beobachtern für kulturkämpferisches Grübeln. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren

Gerhard Henschels „Gossenreport“ als Abrechnung mit der widerwärtigen
Dreistigkeit des Groschenblatts

BILD-Chef Kai Diekmann gilt als ehrenwerter Mann. Er ist verheiratet, Vater, Chefredakteur, er wurde unlängst in eine Hamburger Kirche gebeten, um über die Ethik des Journalismus zu sprechen; Helmut Kohl ist sein Förderer schon als Kanzler gewesen, er hat den jungen Diekmann mit dem Mantel der Geschichte erwärmt. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Politik, Sapere aude | Kommentieren

Gedanken- und Meinungsfreiheit wider faschistoide Anwürfe

Es begann mit Todesdrohungen auf dem Anrufbeantworter eines Widerständlers gegen die Rechthaberei muslimischer Wortführer . Dann kamen die ersten Briefe. Sie enthielten Fotos und Lagepläne – von der Wohnung und von der Schule in der Banlieue von Toulouse, wo Robert Redeker Philosophie, der gerade einen Artikel gegen islamistische Fundamentalisten geschrieben hatte, unterrichtet. Und Plänen, wo seine Kinder üblicherweise in Freizeit und Schule zu finden sind. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Politik, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

Das Wintersemester an den deutschen Hochschulen beginnt, alsbald rückt nun auch die Bildungspolitik wieder näher ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Und – nota bene – daß wir, wäre es gewesen, wie die RNZ berichtete – Heidelbergs Alma Mater Eliteuni geworden gewesen (ups) wäre. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Junge Rundschau, Politik | Kommentieren

Begriff „Gemeinnützigkeit“ von den Steuerbehörden normativ chaotisch verwendet.
Woher diese leeren Theater? Schuld ist nur der Staat! So setzte Karl Valentin ein, um beim Theaterzwang zu landen. Schüler würden ja auch nicht gefragt, Schülern graust es ja auch vorm Hingehen. Und? Die Schulen sind voll! Mit Freiwilligkeit macht man eben doch auf den meisten Gebieten schlechte Erfahrungen.
Seit gut einem Jahr untersucht eine Enquetekommission des Bundestages die Lage der Kultur in Deutschland. Ihr Problem stellt sich nur ein wenig anders als das Valentins. Es besteht nicht vorrangig in leeren Kulturstätten, sondern darin, daß die staatlichen Kassen kein Wachstum des Kulturetats mehr hergeben. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Feuilleton, Politik | Kommentieren

Erst mal diese Anmerkung: Wer Meinung bilden zu können vorgibt, sollte erst einmal in der Lage sein, sich eine Meinung zu machen. Dies freilich heißt recherchieren, nicht aber Pressemitteilungen ab- oder allenfalls umzuschreiben. (mehr …)

Okt. 2006 | Allgemein, Politik, Sapere aude | 1 Kommentar

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