• Rauchen mindert Ihre Furchtbarkeit.
• Frauchen kann blind machen.
• Taucher sterben früher.
• Wenn Du rauchst, werden Deine Tinder auch rauchen.
• Fauchen schädigt Zähne und Zahnfleisch.
• Rauchen verursacht 10 von 9 Lungenkarzinomen.
• Frauchen kann tödlich sein.
• Rauchen kann Wind machen.
• Rauchen schädigt Ihre Batterien.
• Rauchen kann köstlich sein.
• MÜNDER SIND RAUCHENDE COLTS
• Rauchen lässt ihre Braut altern.
• Wenn Du fauchst, stimmt irgendwas.
• Rauchen aeroversohlt Menschen.
• Wer mit dem Hauchen aufhört, wirkt ungesund.
• Coronas rauchen tötet das Virus.

Fritz Feder

Feb. 2021 | Feuilleton, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

Früher mochte ich es noch, rot-schwarze Beeren zu klauen, jetzt schmecken sie fade.

Früher mochte ich es, durch die Fußgänger-Allee zu streifen, jetzt erlebe ich dort zu viele Zonen und Niedergang.

Früher liebte ich es, Straßenbahn zu fahren, dann wurde sie zu voll und jetzt ist sie schon viel zu lange zu leer.

Früher mochte ich es noch, über die Autobahn ins Weite zu pesen, heute ängstigen mich die Treibjagden.

Früher mochte ich es, Neuigkeiten zu erfahren,
heute betreibt man mit mir Infotainment.

Früher war es schön, mit anders Denkenden zu disputieren, jetzt wollen die nicht mehr.

Früher mochte ich es noch, ins Kino zu gehen,
jetzt bleibe ich lieber daheim.

Früher mochte ich es noch zu telefonieren,
jetzt verwirren mich die vielen technischen Optionen.

Früher genoss ich es, Zeitung zu lesen,
aber ich ertrage die Blähungen nicht mehr.

Früher sah ich mir den ein oder anderen Krimi an,
jetzt rinnt das Blut ohne Ende aus dem Flimmerkasten.

Früher hatte ich einen Freund, jetzt den nicht mehr.

Früher aß ich gerne Fleisch, heute denke ich an tierische Schlachtereien.

Früher mochte ich es, im Fluss zu baden,
jetzt beängstigt mich, was im Wasser daher schwimmt.

Früher mochte ich die Schlagerskala, schon seit längerem weiche ich musikalisch nach Italien aus.

Früher mochte ich Frauen ähnlich wie Gabo, jetzt erlebe ich zu viele unwirklich und maskiert.
Doch … manche mag ich noch.

Früher mochte ich es nicht zu gehorchen, das ist geblieben.

Früher liebte ich es zu träumen und ich träume immer noch.

Früher wurde ich immer wieder von Zuversicht gepackt,
das ist weiterhin so.

Früher hatte ich Humor, der ist im Alter gewachsen.

Früher hieß ich Fritz, und so heißt man mich auch heute.

Fritz Feder

Jan. 2021 | Feuilleton, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

Kriminal-Bunga

Kriminal-Bunga in der Taverne
Coole Gestalten, das Rotlicht sticht
Und sie tanzen einen Lockdown

ho hi ho

Jakob Braun und Babsi Müller
Und er sagt ihr leise: Baby
Meine Maske ist nicht dicht
Dann bestellt er zwei Liköre
Doch da kommt der Herr mit Schlapphut
Jack trinkt aus und Babsi zittert
Und dann löscht sie schnell das Licht.
 
Kriminal-Action in der Taverne
Knallgelbe Westen, rote Laternen
Abend für Abend wildert das Virus
Corona-Spannung liegt in der Luft
Und sie tanzen einen Schleicher

ho hi ho

Alle, die von Spahn nichts ahnen
Und sie fragen DJ Alphons
Haste noch was Softes da?
Denn sie können ja nicht wissen
Was in all den scharfen Nächten
In der heimlichen Taverne
schon seit Monaten geschah.
 
Kriminal-Bunga in der Taverne
Fiese Gestalten und Möchtegerne
Glühende Blicke, knisternde Spannung
Und sie tanzen einen Shutdown

ho hi ho

Jakob Braun und Babsi Müller
Und der Schupo wird was finden
Was daran verdächtig ist
Auch Herr Secret mit dem Geifer
Dem ein Kuss im Dunklen galt

Iiii!

Könnt` vielleicht noch etwas sagen
Doch der Kerl, der sagt nichts mehr.
 
Kriminal-Razzia in der Taverne
Düstere Teckel und tote Laternen
Abend für Abend immer das Gleiche
Denn dieser Shutdown geht nie vorbei
Geht nie vorbei, geht nie vorbei

Geht Babs und Jack am Arsch vorbei.

Fritz Feder – Frei nach dem Schlager „Kriminaltango“ aus dem Jahr 1960. Deutscher Text von Kurt Feltz. Italienischer Originaltext von Aldo Locatelli und Piero Trombetta. Musik: Hazy Osterwald-Sextett

Dez. 2020 | Senioren, Kurz-Text-Arena, Schreib-Forum | Kommentieren

Ein Blaumann steht vor der Tür
Es ist der Blockwart mit Bart aus dem Revier
Nachbarn machten bei ihm Klingeling
Nun steht er vor uns da und fragt:
Was, Leute, macht Ihr hier?
Seid zwölf Ihr, acht oder vier?
Ich bin der mit dem Stock, Euer Schischinping
Und, hey, wer ist der Alte unterm Bette dort?
Es ist, fast hätt´s ihn erwürgt, unser Opa Kort
So seid Ihr, halt! stop! nicht zehn, sondern elf.
Ich hau Euch auf die Nuss und auf die Zwölf.

Klingelingeling!!!

Wir Kinderlein alle zittern
Der Christbaum wackelt
Die Kerzlein vermickern
Katzur miaut bekackelt

Da reisst sich der Mann die Mask´ vom Gesicht
Es ist Onkel Paul, der grinst und spricht:
Jetzt hab´ ich Euch gedackelt
Dass es, haha, nur so schnackelt.
Frohe Weihnacht, ich habe Euch lieb!
Schaut in mein freudig erregtes Gesicht!
Ich bring´ Geschenke Euch von Gewicht.
Da fassten wir uns bei den Händen all´
Und sangen voll Lust und mit lautem Schall
Wir sagten uns: „Frohes Fest“ und „Cin Cin“
Mit Covid on the Rocks. Das macht Sinn.

Fritz Feder

Dez. 2020 | Kurz-Text-Arena, Schreib-Forum | Kommentieren

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Dez. 2020 | Kurz-Text-Arena, Schreib-Forum | Kommentieren

Kann sein, dass irgendwo die Wörter lauern,
die wirklich großen, bloßen,
ohne Rankwerk, ohne Mauern,
gegen die wir beim Beschreiben stoßen.

Kann sein, die sind ganz nah,
und ich bin’s, der sich unnahbar
benimmt und glaubt, dass er bestimmt,
was falsch ist und was wahr.

 

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Feb. 2019 | Buchempfehlungen, Senioren, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

image001Voraussichtlich im Spätherbst  2017 erscheint  beim Stuttgarter VERRAI-Verlag das Büchlein
All Tags Tücken, Miseren und letzte Dinge – Eine Phänomenologie in Anekdoten

Aus der Feder des Heidelberger Kurztextschreibers Fritz Feder

Fritz Feder

Juli 2017 | Buchempfehlungen, Junge Rundschau, Senioren, Kurz-Text-Arena | Kommentieren
Self Portrait, 1982. Copyright: Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission. Mapplethorpe Flora: The Complete Flowers, Phaidon.Self Portrait, 1982. Copyright: Robert Mapplethorpe Foundation. Used by permission. Mapplethorpe Flora: The Complete Flowers, Phaidon.

 

 

 

 

 


Also. ausschließlich überzeugt bin ich von den „Blumen des Bösen“ nicht. Gewiss, manche Blüten erinnern an eine Vulva, viele Stempel an einen Penis. Und der Penis war bekanntlich Mapplethorpes Obsession: In seinen pornografischen Bildern und in seinem Black Book emanzipiert er den Penis für die Kunst: Auf seinen Bildern ist er immer erigiert oder auf dem Weg dahin.

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Juni 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

grosses_autoWeiß glänzend schwebte die wie ein Strich gezogene, fast neun Meter lange Super-Strech-Limousine durch Heidelbergs Innenstadt und bahnte sich nahezu lautlos und mit retardiertem Tempo ihren Weg in Richtung Neckarbrücke. Drinnen saßen stehend Leute, schweigend ins Gespräch vertieft? Nein, so war es nicht gewesen.
Wir, also meine vier Kinder und ich, fläzten uns förmlich auf der edlen Rundsitzlederecke im Heck des Gefährts. Und wir schwiegen auch nicht beredt, sondern parlierten an- bis aufgeregt miteinander,

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Juni 2017 | Kurz-Text-Arena | Kommentieren

Europa, die Tochter eines phönizischen Königspaars, die den Namen ihres geliebten Kontinents trug, fühlte sich noch nicht alt, war aber doch schon in die Jahre gekommen, wenn man dies so sagen kann. Ihre drei Kinder Minos, Rhadamanthys und Sarpedon waren längst erwachsen und in die weite Welt hinausgezogen. Sie hatte keinen Kontakt mehr zu ihnen. Die Moiren wollten es so.

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Mai 2017 | Feuilleton, Kurz-Text-Arena | Kommentieren

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