Die Schriftstellervereinigung PEN fordert die Abschaffung des Blasphemie-Paragrafen in Deutschland. „Wir verlangen die ersatzlose Streichung des Paragrafen 166“, sagte der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Josef Haslinger, am Sonntag. Es könne nicht sein, dass die Haltung einiger Länder zur Kritik am Islam Aufsehen errege, während Deutschland selbst einen Gotteslästerungs-Paragrafen im Strafgesetzbuch verankert habe. Das PEN-Zentrum verabschiedete zum Abschluss seiner Jahrestagung in Bamberg eine entsprechende Resolution. „Paragrafen, in denen die Würde von bestimmten Menschen größer ist als von anderen, sind veraltet und müssen ersatzlos gestrichen werden“, sagte Haslinger.
Die Austrittszahlen steigen seit Jahren und sprechen für sich: Der Kirche laufen die Menschen davon. Und daran, so Martin Urban, ist die evangelische Kirche auch selbst schuld: Sie hat vergessen, dass sie eine Kirche der Aufklärung ist. Stattdessen wird sie immer konservativer und fundamentalistischer. Immer mehr Intellektuelle kehren ihr den Rücken, womit jeglicher intelligente Dialog verloren geht.
Parallelwelt Kirche
Doch nicht nur die Protestanten bekommen ihr Fett ab, in ›Ach Gott, die Kirche!‹ rechnet Urban mit den Kirchenoberen beider großen Konfessionen in Deutschland ab. Er entlarvt die Rückwärtsgewandten und die Evangelikalen weltweit und beschreibt deren Einfluss bis in die höchsten Kreise der Politik. Anhand vieler Beispiele und Zitate zeigt er auf, wie weltfremd und hanebüchen sich Kirchenvertreter oft verhalten, und ruft zu ideologischer Selbstkritik auf.
Mit Polemik, Kritik und reflexiv-rückbezüglich gewandten Texten mischt sich in Berlin die «Islamische Zeitung» in die öffentliche Diskussion ein. Das Blatt signalisiert – zwar – in der Regel Dialogbereitschaft, jedoch ist diese „Offenheit“ deutlich nur Fassade für ein ideologisch einzigartiges Konglomerat, das die Zeitung auch für Extremisten attraktiv machen soll.
Streit um Mohammed-Karikaturen und europäische Regierungen, derweil Unternehmen und Medien sich noch und wieder um die verletzten Gefühle der Muslime sorgten und den Dialog der Kulturen beschwören, hielt Ayaan Hirsi Ali in Berlin eine außergewöhnliche Rede über das „Recht, zu beleidigen“. Die deutsche Presse hat so gut wie garnicht darauf reagiert, keine Zeitung druckte die Rede ab. Die Autorin verteidigt darin im Namen der Freiheit der Rede, Meinung und Kunst sowohl nochmals den Abdruck der Karikaturen und kritisierte die Selbstzensur des Westens gegenüber dem Islam und seinen radikalen Ausformungen.
Ich möchte Ihnen – vorläufig ohne das Verhalten des Heidelberger Pfarrers der Jakobus-Gemeinde, Anselm Friederich-Schwieger (Bild rechts), der eine Unterschriftenaktion in seiner Gemeinde gestartet hat, zu kommentieren – folgende an (auch) die Rundschau-Redaktion gerichtete Mail von einem Gemeindeglied zukommen lassen:
Schweinefleisch wird in deutschen Kindergärten zum Auslaufmodell. Muslimische Kinder dürfen es nicht essen, die Kindertagesstätten bestellen es ab. Weil das Thema politisch heikel ist, regeln es die Kommunen lieber im Stillen. So in Frankfurt: Dort „verzichten wir auf Wunsch des Kunden grundsätzlich auf Schweinefleisch“, sagte eine Sprecherin des beauftragten Cateringunternehmens Wisag. Offiziell bestreitet das die Stadt.
Im Sommer 2010 berichteten die Medien, dass die katholischen Bischöfe in Deutschland „Dotationen“ erhalten, also direkt vom Staat bezahlt werden, und die Begründung dafür sich vor zweihundert Jahren abgespielt haben soll. Im Jahr 2009 waren das 442 Millionen €, die die Bundesländer aus Steuergeldern als „Personalzuschüsse“ an die Kirchen überwiesen. Dies war weitestgehend unbekannt. Und, wie jetzt?
Die Kirchen gehören zur Kultur in Deutschland und die ist Ländersache. Bildung ist ebenso Ländersache und so werden die akademischen Nachwuchskräfte der beiden Kirchen an den Theologischen Fakultäten der Universitäten und an Hochschulen ausgebildet. Für die Kirchen kostenlos, denn der Steuerzahler finanziert die dafür notwendigen 650 Millionen €.
Carsten Frerk beschreibt, wie die Kirchen in Deutschland systematisch Einfluss auf die Politik nehmen.
Dabei zeigt sich, dass katholische und evangelische Stellen in einer Weise in Gesetzgebungsverfahren eingebunden sind wie keine zweite zivilgesellschaftliche Kraft.
#Lageso -10 Grad minus, Menschen warten draußen. Wir müssen den Druck erhöhen!
„Berlin, Du bist nicht mehr meine Stadt!“ Eigentlich liebe ich Berlin, es ist meine Stadt, die Stadt, in der ich geboren bin und in die immer wieder gerne zurückkehre, egal, woher.
Allerdings möchte ich nicht in einer Stadt leben, in der Menschen tage,- und wochenlang anstehen müssen, um einen Termin mit einem Mitarbeiter in einer deutschen Behörde zu bekommen, von dem abhängig ist, ob sie die Nacht auf einer Parkbank verbringen müssen oder in einem warmen Bett in einer Unterkunft.
Ich möchte nicht in einer Stadt leben, in der Menschen, die vor Krieg und Terror unter schwersten Bedingungen geflohen sind, von Securitymitarbeitern, welche diese Menschen schützen sollen, verbal und körperlich attackiert werden.
Beinahe hätte ich Euch fast alle vergessen. Das wünsche ich Euch, allen meinen Freunden, Ihnen, meine Leser und, zu guter Letzt allen meinen Feinden, die ich mir mit meiner Schreibe (aber gern doch!) gemacht habe – wo wäre ich den heute sonst?

