Über Jahrhunderte hin wurde der deutsche Reformator Martin Luther glorifiziert oder verteufelt: Von den Zeitgenossen glorifiziert als Herkules Germanicus, der mit einer mächtigen Keule die hergebrachten Traditionen und überlebten Autoritäten zerschmettert, um dem Neuen den Weg zu bahnen, oder verteufelt als Pestis Germaniae, als die deutsche Pest am Körper der abendländischen Christenheit. Historiker und Politiker des 19. und 20. Jahrhunderts verehrten und monumentalisierten ihn als Urheber nationaler Identität und Freiheit der Deutschen, oder sie – was Wunder – prangerten ihn an als Ahnherrn nationalsozialistischer Verbrechen.
Zum Jubiläum 500 Jahre Reformation lädt die Universität Heidelberg im Sommersemester 2017 zu einer „Akademisch-musikalischen Mittagspause“ ein, die Konzert und Kurzvortrag verbindet. Unter der Überschrift „ … ist nichts krefftiger denn die musica (Luther) – Eine musikalische Reise zum Reformationsjubiläum“ stehen vom 24. April bis 17. Juli 2017 musikalische Werke auf dem Programm, die aufgeführt und zudem von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen erläutert werden (Bild links: Geht doch: Schreiter Fenster in gotischem Maßwerk!). Vorgestellt werden Lieder aus dem Umfeld der Reformation, aber auch in Auszügen große Instrumental- und Vokalwerke unter anderem von Komponisten wie Schütz, Bach, Brahms, Mendelssohn und Messiaen. Veranstalter ist die Theologische Fakultät der Ruperto Carola in Kooperation mit der Hochschule für Kirchenmusik.

Daniel Baker: Gipsy strike through, enamel and silver leaf on perspex, 60cm x 20cm, 2015 (Ausschnitt)
Der 8. April wird in vielen Ländern als Welt-Roma-Tag gefeiert. Er erinnert an den ersten Roma-Kongress in London im Jahr 1971, der als Meilenstein der internationalen Roma-Bewegung gilt. Sinti und Roma leben auf allen Kontinenten, die meisten von ihnen in Europa. Hier stellen sie mit rund 12 Millionen Angehörigen die größte ethnisch-kulturelle Minderheit dar.
Doch nicht Roma und Sinti bestimmen ihr Bild in der Öffentlichkeit, sondern in der Mehrheitsgesellschaft vorherrschende Klischees. Ausgrenzung und Missachtung manifestieren sich nicht zuletzt darin, dass ihre vielfältigen Kulturen in den europäischen und auch den deutschen Kulturinstitutionen weitgehend unberücksichtigt bleiben.

An Ermunterung und anteilnehmendem Interesse durch den damaligen Vorzeige-Herrscher der Aufklärung Friedrich den Großen (Bild rechts) an Voltaires Stück, das von einem Kameltreiber handelt, der vorgeblich Kontakt zu einem Erzengel hatte und sich fortan Prophet nannte, fehlte es wahrlich nicht: Für den Westen geht es seit geraumer Zeit ans Eingemachte. Dass der Chefredakteur von „France Soir“ entlassen wurde, weil er Kritik

Auf dem Heidelberger Bergfriedhof wird die Stadt Heidelberg gemeinsam mit der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner ein sogenanntes internationales und von Gärtnern gepflegtes Grabfeld errichten. Auf einer Fläche von 2.200 qm entstehen Grabstätten, die durch ihre Bepflanzung und Gestaltung unterschiedliche Kulturkreise widerspiegeln sollen. Über diese Neuerung wurden die Stadträte in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses gerade informiert.
Hubert Wolf erzählt, was hinter den verschlossenen Toren des Vatikan vor sich geht. Er erläutert, wie die Regeln und Rituale entstanden sind, und macht deutlich, welche Traditionsbrüche, gerade auch in jüngster Zeit, sich hinter der Fassade der uralten heiligen Handlung verbergen.
Keine andere Wahl wird weltweit von so großer Anteilnahme begleitet wie die Wahl des Papstes. Doch die Zuschauer sehen immer nur die Außenseite: den Einzug der Kardinäle ins Konklave, den Schornstein der Sixtinischen Kapelle, aus dem schwarzer oder endlich weißer Rauch aufsteigt, die Präsentation des Gewählten mit den Worten „Habemus papam“. Dieses Buch erklärt, was wirklich passiert: wie die Wahl im Detail abläuft, von welchem Moment an der Gewählte Papst ist, warum das Konklave erfunden wurde und wie die Kardinäle zu den einzigen Wählern und schließlich auch zu den einzig Wählbaren wurden. Zur Sprache kommt auch der Papstrücktritt, der zur Regel werden und die Aura des Amtes beschädigen könnte.

… seine Zeit? Ja, aber: Das Wort sie sollen lassen stahn!
Luther in aller Munde: Die UNESCO City of Literature Heidelberg zeigt Sprach-schöpfungen des deutschen Reformators in der interaktiven Ausstellung „Aufs Maul geschaut“ zum 500. Reformations-jubiläum vom 25. Februar bis 26. März 2017 in der Heiliggeistkirche.
Martin Luther ist zurzeit in aller Munde – und das kann man durchaus wörtlich nehmen. Viele Wörter und Redewendungen, die Luther vor 500 Jahren in seinen Schriften, vor allem in seiner Übersetzung der Bibel, gebraucht hat, sind in unseren täglichen Sprachgebrauch übergegangen: Wendungen wie „Alles hat seine Zeit“, „Buch mit sieben Siegeln“ oder „Aufs Maul geschaut“.
Angesichts des bevorstehenden Jubels zum Lutherjahr fordern besonnene Stimmen dazu auf, Martin Luther „aus seiner Zeit“ zu verstehen. Kurt Flasch geht es zunächst darum zu fragen, was diese Wendung bedeuten kann. Er gibt die Probe einer solchen Einordnung unter der Einbeziehung von Zeitgenossen wie Erasmus von Rotterdam, Pomponazzi, Macchiavelli, Michael Servet.
Was die Reformation vor 500 Jahren auslöste – darum geht es in diesem Jahr bei den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg. „Über Kreuz. Reformation und Gegenreformation in den Klöstern und Schlössern des Landes“ – so lautet der Titel des Themenjahres 2017. Wenn deutschlandweit an das 500. Jubiläum von Martin Luthers Thesenanschlag erinnert wird, richten die Staatlichen Schlösser und Gärten die Aufmerksamkeit auf die Schauplätze der damaligen Geschichte. Und die finden sich in hochkarätiger Auswahl im Land: Schloss Heidelberg und Schloss Weikersheim als prächtige Residenzen reformierter Fürsten, die großen Klöster in Maulbronn, Alpirsbach und Bebenhausen als Brennpunkte der theologischen Entwicklung – und viele weitere. Die Gegenbewegung, die katholische Gegenreformation, zeigt ihren ganzen Glanz in den prächtigen Kirchen und Klöstern Oberschwabens – aber auch in der Residenz Rastatt der katholischen Markgräfin Sibylla Augusta.
Die Stadt Heidelberg feiert am Freitag, 3. Februar 2017, ein Dankes- und Abschlussfest für alle, die sich an der Erstellung des Aktionsplans „Offen für Vielfalt und Chancengleichheit – Ansporn für alle“ beteiligt haben. Beginn ist um 17 Uhr in der Aula der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Keplerstraße 87, 69120 Heidelberg. Zu der Feier sind alle interessierten Bürger eingeladen. Gleichzeitig begeht das Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg sein zehnjähriges Jubiläum als kommunale Antidiskriminierungsstelle.