Als Nelly den beiden Roma-Teenagern das erste Mal begegnet, betteln sie sie zuerst an und klauen ihr dann das Portemonnaie. Kurz darauf wird das deutsche Teenie-Mädchen von (Bild: Screenshot aus dem Film) zwei Roma-Männern entführt. Sie bezahlen eine Familie in einem ärmlichen Roma-Dorf mit nur einem Wasserhahn für alle Dorfbewohner dafür, sie versteckt zu halten. Im Dorf freundet sich Nelly dann aber mit den beiden diebischen Teenagern an, die ihr schließlich bei der Flucht helfen. Und ganz am Ende helfen ihr sogar ihre ursprünglichen Entführer dabei, dem deutschen Oberbösewicht zu entkommen – indem sie ihm seine Autoreifen klauen.

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude, Senioren | Kommentieren

Minnesang ist Rollenlyrik, aus Klang gemacht, Kraft und Stil zugleich. Und er zeigt uns, aus welchen überlieferten Bildern und Geschichten wir Heutigen gemacht sind. Saget mir ieman, waz ist minne?
Diese Frage des Dichters Walther von der Vogelweide nach dem Wesen der Liebe beschäftigte seit dem hohen Mittelalter fahrende Sänger, Adlige und  – was Wunder – natürlich auch Kleriker.
Auch die Lieder und Bilder im Codex Manesse  fangen diesen Wandel exemplarisch ein. In einzigartiger Weise versammelt die großformatige Prachthandschrift den staufischen wie auch den nachklassischen Minnesang in seiner ganzen Gattungs- und Formenvielfalt. Die Miniaturen zu den Dichtern mit ihren Darstellungen höfischer Szenen, Festlichkeiten und Turniere prägten nachhaltig das moderne Bild des ritterlichen Mittelalters. Dabei ist der Codex Manesse selbst bereits als Rückblick zu deuten: Er wollte die allmählich verklingenden, zuvor nur mündlich überlieferten Lieder erstmals schriftlich zusammentragen; viele Texte wären ohne diese Niederschrift heute verloren.

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

m.und_engelAn Ermunterung und anteilnehmendem Interesse durch den damaligen Vorzeige-Herrscher der Aufklärung Friedrich den Großen an Voltaires Stück, das von einem Kameltreiber handelt, der vorgeblich Kontakt zu einem Erzengel hatte und sich fortan Prophet nannte, fehlte es wahrlich nicht: Für den Westen geht es seit geraumer Zeit ans Eingemachte. Dass der Chefredakteur von „France Soir“ entlassen wurde, weil er Kritik am muslimischen Religionsstifter zu üben wagte, genauer: weil er Dokumente dieser Kritik zur Veröffentlichung freigab -, das (und vieles Andere auch) wird von westlichen Journalisten mit Sorge gesehen und, zumal von dessen Kollegen zu Recht als ein Schlag ins Gesicht der französischen Identität betrachtet.

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Sep. 2017 | Allgemein, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

veritasGleichermaßen aber unausrottbar wie die Lüge ist auch das Verlangen nach Wahrheit. Bei allen unzähligen Versuchen, Kontrollmöglichkeiten für sowohl die Verlässlichkeit von Aussagen, Erklärungen, Ehrenworten oder Schwüren zu entwickeln, stehen Publikum und Richter immer noch dort, wo auch die Geschichte des Betrugs begann: vor dem Fiasko, dem Zusammenbruch. Dies zu ändern, müsste man schon die Schöpfung verklagen, was immerhin ein kleiner Gott aus dem dritten oder vierten Glied jener Unsterblichen im Mythos der Antike bereits wagte:

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Juli 2017 | Allgemein, Essay, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | Kommentieren

mullerTempi passati? Dass Papst Franziskus die Amtszeit von Kardinal Ludwig Müller in der Glaubenskongregation nicht verlängert hat, ist zwar ein wichtiger Schritt; aber er geht nicht weit genug. Franziskus und Müller waren über die Rolle der kirchlichen Dogmen sichtlich uneins. Gerade die Sichtbarkeit der Differenz hat den Papst nun bewogen, sich von der Nummer zwei im Vatikan zu trennen.
Schon um dem Gerede über seinen „schleichenden Autoritätsverlust“ entgegenzutreten, musste er das tun – also verlängerte er die Amtszeit des Chefs der früheren Inquisition nicht.

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Juli 2017 | Allgemein, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

goetterHeute dürfte ein Zustand erreicht sein, wie er seit der Aufklärung gefordert worden war: die Freiheit der Religion“. Aber, neben dem privaten Sektor positiver Religionsbetätigung gebe es auch eine diffuse öffentliche Basisreligiosität:
„… die Nachfolgerin der früheren Staatsreligion und des vormals autoritativ formulierten öffentlichen Wertekonsenses. Sie ist typisch für die westlichen demokratischen Staaten mit christlicher Tradition:

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Juli 2017 | Allgemein, Essay, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

madame_stimmen_rot_dagegenUnwirklich fühlt sich diese Woche an – das ging vielen so: Homosexuellen, den Abgeordneten des Bundestags, Journalisten, vielen Bürgern. Diesem Urnengang (Bild: Jeder konnte und sollte sehen – Frau Kanzler stimmt mit ner roten Karte DAGEGEN!) ging eine politische Woche voraus, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Den einen ging das alles viel zu schnell, die anderen stören sich am Prozedere, das ihnen unwürdig vorkam. Die Schwulen und Lesben hingegen – das zeigen unzählige Reaktionen – haben den Ärger, wie das Gesetz am Ende in den Bundestag kam und unter welchen Bedingungen es verabschiedet wurde, schnell verdrängt. Debakel – welches Debakel? Wessen Debakel? Was ist ein Debakel? Auch wir meinen in aller Bescheidenheit: Das Egebnis zählt!

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Juli 2017 | Allgemein, Gesundheit, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik | 1 Kommentar
konfetti_im_bundestagDie Grünen-Fraktion hat im Bundestag eine Rüge des Bundestagspräsidenten bekommen.  Und das noch beim letzten Auftritt von Volker Beck im Deutschen Bundestag! Die Grünen haben sich so sehr über die Entscheidung der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gefreut, dass sie diesen Erfolg auf ganz eigene Weise feierten. Als Lammert die historische Entscheidung verkündete, knallte es im Plenarsaal. Die Grünen haben eine Konfettikanone über Volker Beck gezündet, sie ließen über ihm buntes „Konfetti aus Kanonen“ regnen. Er hat sich 23 Jahre lang dafür eingesetzt. Nach Ansicht von Norbert Lammert sei aber diese Aktion „unangemessen“ gewesen.  Die Grünen könnten „Gefahr laufen, der Albernheit bei diesem ernsten Thema verdächtigt zu werden.“

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Juli 2017 | Allgemein, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren

Wenn eine der feministischen Theologie durchaus eher geneigte Wissenschaftlerin (Elisabeth Gössmann) befürchtet, dass die gesamte feministische Theologie durch die in großen Teilen nicht gelungene Neue Bibelübersetzung „Bibel in gerechter Sprache“ in Misskredit gebracht werde, muss man auf starken Tobak gefaßt sein. Hier hat der Leser es mit einer (stark gewöhnungsbedürftigen) Bibelauslegung und keiner Bibel zu tun.
Zu monieren sind „häufige Ideologisierungen und die oft unmotiverte Einbeziehung der weiblichen Person, auch wenn dies inhaltlich gar nicht angebracht ist, die protestantische Färbung des Projekts sowie eine zu beobachtende „Vergewaltigung der deutschen Sprache“.

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Juli 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | Kommentieren

coverBefolgte man wörtlich in 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel – was würde da mit uns geschehen? Der amerikanische Journalist A. J. Jacobs hat den spannenden Selbstversuch dokumentiert.
Die pinkfarbene Banderole des Verlages macht deutlich: Dieses dicke schwarze Buch will Satire sein, ist es – und zugleich eine kluge Religionskritik und ein intellektuelles Lesevergnügen.
Verschiedene Fotos des Autors verändern ihn – optisch etwa von einem „normal“ aussehenden Menschen zu einer rauschebärtigen Prophetengestalt. A. J. Jacobs ist Ende 30, verheiratet, hat ein Kind, lebt in New York, ist Redakteur beim „Esquire“ und hat nach seinem Bestseller-Erfolg „Die Enzyklopädia Britannica und ich“ nun einen weitaus spannenderen Selbstversuch dokumentiert: In 387 Tagen alle rund 800 Gebote der Bibel wortwörtlich zu befolgen.

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Juli 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

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