Wir neigen dazu, Gefahren erst dann ernst zu nehmen, wenn sie nicht mehr zu übersehen sind – dies und das zum Beispiel: In einer Seniorenwohnanlage in Nordrhein-Westfalen sterben 50 Bewohner, in einem Pflegeheim in Schleswig-Holstein sind es 65. Bundesweit fallen 800 Menschen dem Coronavirus zum Opfer – an einem einzigen Tag. Die Zahl der Infizierten schnellt in die Höhe: 200.000, 250.000, 300.000. Viele Krankenhäuser können keine Patienten mehr aufnehmen, auf den Intensivstationen ringen Hunderte mit dem Tod. Im Englischen Garten in München, im Hamburger Stadtpark, im Berliner Tiergarten und am Frankfurter Mainufer stehen Notlazarette, an den Eingängen wechseln sich Kranken- mit Leichenwagen ab. (mehr …)
Ist die Aufnahme von 47 Flüchtlings – Kindern wirklich mehr als reine Symbolpolitik? Im Schatten karonatischer Weltkrise fand sich in der Tat in Europa eine neue „Koalition der Willigen“ von Luxemburg über Finnland bis Bulgarien. Drum herum ist ein Netzwerk entstanden, das Anlass zur Hoffnung gibt. Wir erinnern uns: Im September 2013 treffen am Flughafen Hannover 107 Männer, Frauen und Kinder ein.
Sie sind die ersten von 5.000 syrischen Kriegsflüchtlingen aus einem Sonderkontingent. Deutschland hatte sich verpflichtet, die Menschen, die Monate unter erbärmlichsten Bedingungen im Libanon festsaßen, aufzunehmen. Zur Begrüßung eilen Politiker aus Bund und Land herbei, in Demut verstummt. Während vorn in der Ankunftshalle Kleinkinder gelöst Seifenblasen pusten, behandeln Sanitäter hinter Planen Schwerverletzte mit zerschossenen Leibern.










