Grenzüberwachung und Empathie mit Menschen in Not müssen kein Gegensatz sein – unter diesem Motto wirbt der Migrationsforscher Gerald Knaus, in Deutschland bekannt geworden als „Erfinder“ des EU-Türkei-Abkommens, seit Jahren für seine Ideen. Nun hat er ein Buch darüber geschrieben – und wer Flüchtlingspolitik oder Migrationsbewegungen für wichtig hält, sollte es unbedingt lesen.
„Die gesungene kleine None aufwärts, mit der die Verse über Maria am Kreuz ihres Sohnes beginnen, setzt ein Schmerzenszeichen voller Tradition, der Wolfgang Rihm auch nicht ausweicht, wenn sich Bariton und Bratsche zu Konsonanzen finden, reinem B-Dur auf ‚lacrimosa‘, einem Dur-Moll-Wechsel auf ‚gladius‘ – das Schwert, das durch die Seele geht. … Die Viola, meist zweistimmig spielend, wird immer mehr zu (s)einem Alter Ego. Sie widerspricht in höchsten, kaum noch zu greifenden Tönen, wenn der Sänger im Gesang das Haupt zu neigen scheint, sie setzt seinen ‚Liebesdrang‘ zu Jesus ganz allein als Raserei voller Akzente fort. Der Solistin Tabea Zimmermann ist das wirklich auf Leib und Seele komponiert. Sie spielt vollkommen sinnlich, ohne den Verstand zu verlieren – und nimmt uns so mit hinein in den Klang …“ (mehr …)
Mit den beiden Premieren »Der Mond braust durch das Neckartal« und »Summernightdreamers« startete das Musiktheater am Theater und Orchester Heidelberg bereits erfolgreich in die Joker-Spielzeit 2020|21.
Bevor der Theaterbetrieb weltweit durch die Pandemie beeinflusst wurde, konnten im Musiktheater in der vergangenen Spielzeit 2019|20 zahlreiche Premieren realisiert werden, auf die das Jahresbuch der Fachzeitschrift »Opernwelt« zurückblickt. (mehr …)
Die katastrophale Notlage auf der griechischen Insel Lesbos war und ist das Resultat einer zynischen Abschreckungspolitik. Wir fordern die EU zur Einhaltung ihrer eigenen rechtlichen Fundamente auf: Kommen Sie Ihrer Verantwortung nach und evakuieren sie die Geflüchteten von Lesbos. Jetzt! Denn die EU ist in ihrer Grenzpolitik nicht dazu bereit, die in der EU-Grundrechtecharta verankerte Einhaltung der Menschenrechte zu garantieren. In der Coronakrise wurde das Leben von Geflüchteten in völlig überfüllten Lagern ohne hygienische Mindeststandards aufs Spiel gesetzt.
Die katastrophale Notlage auf der griechischen Insel ist das Resultat dieser zynischen Abschreckungspolitik. (mehr …)
Wenn „die schönsten Sagen des klassischen Altertums“ von Gustav Schwab und seit Gustav Schwab immer wieder neu erzählt werden, um sie uns näherzubringen, dann werden sie auch für uns Heutige unterhaltend und belehrend. Die Frage ist, ob die Bibel – deren (zum Beispiel) Weihnachtsgeschichte wir immer mal wieder hören oder lesen werden – in diesem Sinne als eine Legenden-Sammlung des spätklassischen Altertums verstanden werden kann, für die dann also auch gälte, dass sie durch immer neue Übersetzungen uns immer von neuem attraktiv gemacht werden soll. Am eindeutigsten mit einem Jein ist die Frage zu beantworten, wo sie Theologen betrifft.
Die nämlich können jedenfalls den Anspruch der Bibel, das „Wort Gottes“ zu sein, nicht als Metapher oder gar als Propaganda-Trick abtun …
Von mir aufgefordert, mich zu beschreiben, zu schreiben, wer ich bin, beginne ich zu straucheln wie ein Tausendfüßler, der erklären soll, wie er seine Gehbewegungen koordiniert.
Wer sich fragt, sage ich mir aber, wer er sei, ist ja schon halbwegs neurotisiert; er gerät sich selbst ins Gehege beim Bemühen um eine Antwort. Verpflichtet er sich schonungsloser Wahrheitssuche, gerät er allzuleicht in Gefahr, sich exhibitionistisch oder auch masochistisch aufzuführen. Trachtet er hingegen danach, aus seiner Existenz das Beste zu machen und darzustellen, idealisiert und stilisiert er sich unangemessen und belügt sich selbst ebenso wie andere.
Was also tun?
Es gibt nur einen Weg aus diesem Dilemma, nämlich wie ich meine diesen: sich selbst als Einzelschicksal nicht allzu wichtig zu nehmen und sich stattdessen zu fragen, was möglicherweise charakteristisch gewesen sei im eigenen Leben und Erleben für die Kennzeichnung der Zeit, in der man seine Erbsenzählereien verbrachte. Und noch verbringt. (mehr …)

Chinesischer Exportschlager? Gesichtserkennung in einem Testlauf bei Tiandy Technology Co. in Tianjin
Wie auch immer: Standen doch 2020 in der Technologiewelt drei wichtige Ereignisse auf der Agenda:
Im Januar trat in den USA ein Regelwerk in Kraft, von dem in deutschsprachigen Medien noch kaum die Rede war, das Europa aber indirekt auch betrifft: der California Consumer Privacy Act.
Die Vereinigten Staaten wählen ihren Präsidenten. Entweder bleibt Donald Trump im Amt – oder es wird ein neuer, gegenüber dem Silicon Valley vermutlich kritischer eingestellter Demokrat gewählt.
Ein radikales Experiment wird zum politischen Programm: das Social-Scoring-System in China, bisher nur im Testbetrieb, tritt landesweit in Kraft und teilt chinesische Bürger in gut und schlecht ein. (mehr …)
Den einstigen AfD-Sprecher Christian Lüth, der meinte, man könne Migranten „erschießen“ oder „vergasen“, setzt sie vor die Tür. Und, dem Reporter Thilo Mischke von Pro Sieben war mit seiner Dokumentation „Rechts. Deutsch. Radikal“ ein Coup gelungen, denn mit diesem Beitrag zeigt er, in der offenen Art, in der er auf Leute zugeht, seinem Geschick, sie zum Reden zu bringen und einer verdeckten Aktion zweierlei: Wie junge Leute rechtsextremen Rattenfängern auf den Leim gehen, wie diese Rattenfänger junge Leute abholen und – was wirklich in der AfD steckt, in der „Alternative für Deutschland“, die so gerne und ausdauernd behauptet, sie sei (allenfalls) „konservativ“, dabei aber ihrer Verfasstheit und ihrem Personal nach den verlängerten Arm des organisierten Rechtsextremismus in diesem Land darstellt.
Barton Gellman erhielt vom Whistleblower Edward Snowden eine Fülle streng geheimer Dokumente. Seitdem wird er von der US-Regierung überwacht. In seinem neuen Buch berichtet der Pulitzer-Preisträger, wie er mit der Überwachung umgeht und was das mit ihm macht.
Gellman ist ein amerikanischer Journalist und Bestsellerautor. Er leitete die Berichterstattung der Washington Post über die Enthüllungen der Überwachungs- und Spionageaffäre. Folgender Text ist ein Auszug seines Buchs Dark Mirror. Die deutsche Übersetzung Der dunkle Spiegel erscheint am 7. Oktober im S. Fischer Verlag. Alle Rechte vorbehalten.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag.


