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Im Namen der Toleranz
müssen wir das Recht
beanspruchen dürfen,
die Intoleranz
nicht zu tolerieren.

In vino veritas zum NPD Verbot:

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Sep. 2012 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Politik, Zeitgeschehen | 1 Kommentar

 

Wozu es Nationen gibt, habe ich nie recht verstanden. Und nun aber genau diejenigen, die am liebsten von den Nationen – von zumal  d e r  – am liebsten sprechen, konnten es mir am allerwenigsten erklären. Nicht einmal versucht haben sie´s, all die Heidelbergensier, die da bettuchheraushängend (mit Ausnahme von KWJ) Geschlossenheit zeigten …

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Aug. 2012 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Zeitgeschehen | Kommentieren

Allenthalben wird in den deutschen Zeitungen mal wieder das „geistige Eigentum“ verteidigt. Aus dem Internet schlägt diesen Artikeln, anders als zur Zeit der Print-versus-Blog-Debatte kaum mehr Widerstand entgegen – zumindest publizistisch nicht, denn natürlich sind solche Artikel in den Zeitungen kaum anderes, denn Reaktion auf den erfolgreichen Protest gegen Acta.

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Aug. 2012 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau | Kommentieren

Nehmen wir doch einfach den Dingen, vor denen wir uns fürchten, die Maske ab, gehen wir (es lebe die veritanische Akademie) dem Tod, vor dem wir uns nicht zu fürchten haben, entgegen. Nähern wir uns ihm allein in der Sokrates zugesprochenen unkünstlichen Kühnheit. Nehmen wir dem Tod das „Metaphysische“, denken wir nicht an Hölle, nicht an Teufel, die Erbsünde oder das Paradies. (mehr …)

Aug. 2012 | Allgemein, In vino veritas, Junge Rundschau, Sapere aude | 1 Kommentar

Brauchen wir heute noch radikale Demokratiemodelle? Wir sagen ja! Die Utopien der späten 60er Jahre sind – zwar – längst zerbrochen,  aber der historische Optimismus, der diese Utopien erzeugt hatte, ist – „trotz alledem und alledem“ – noch nicht ganz aufgezehrt, die Welt scheint immer noch veränderbar. Neue Bewegungen sind entstanden, (mehr …)

Juli 2012 | Allgemein, In vino veritas, Zeitgeschehen | 1 Kommentar

Wie, als wenn in den Evangelien nichts gegen die Pharisäer stünde. Es war einmal, und das ist noch nicht so lange her, dass ein pensionierter Bischof die Tagung einer Evangelischen Akademie unter heftigem Protest verließ, weil ein geladener Referent die Möglichkeit sakraler Kunst heute bezweifelte. Er mag ja vielleicht – wie weiland vor den Schreiterschen Fensterentwürfe für Heiliggeist  in Heidelberg  gewarnt worden war – davor gewarnt worden sein … (mehr …)

Mai 2012 | Heidelberg, Allgemein, Essay, In vino veritas, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude, Senioren | Kommentieren

Dass man den Worten der Menschen nicht trauen kann, dies Dilemma ist so alt wie die Sprache. Gleichermaßen aber unausrottbar wie die Lüge ist auch das Verlangen nach Wahrheit. Bei allen unzähligen Versuchen, Kontrollmöglichkeiten für sowohl die Verläßlichkeit von Aussagen, Erklärungen, Ehrenworten oder Schwüren zu entwickeln, stehen Publikum und Richter immer noch dort, wo auch die Geschichte des Betrugs begann: vor dem Fiasko, dem Zusammenbruch. Dies zu ändern, müßte man schon die Schöpfung verklagen, was immerhin ein kleiner Gott aus dem dritten oder vierten Glied jener Unsterblichen im Mythos der Antike bereits wagte:
Schon Momos hat nach dem Zeugnis Lukians einen der höchsten Götter, Hephaistos, den Designer des homo sapiens, dafür getadelt, dass er den Menschen kein gläsernes Fenster in die Brust gesetzt hat: So nämlich hätte man ihnen ins Herz blicken und ihre Wünsche und Gedanken beobachten können, um so die Wahrheit ihrer Worte zu überprüfen.

Wahrheit & Evolution
Der Tadel blieb in der Evolution ohne erkennbare Wirkung. Bis einige hundert Jahre, nachdem des kleinen Gottes Kritik zu Protokoll genommen war, sich ein Autor vor sein Publikum begab und versprach, so aufrichtig über sein Leben und über seine Fehler zu schreiben, auf dass ein jeder Leser würde in seinem Herzen lesen können. Der Literatur- und Gesellschaftsreformer  Jean-Jaques Rousseau war es, der Sprache und Menschen wieder an ihren Ursprung zurückführen wollte, um Heuchelei und Lüge aus der Welt zu vertreiben. Der Gedanke jedoch an eine technische Lösung durch Götter war so leicht nicht zu vertreiben. Noch in Ludwig Tiecks Roman „William Lovell“ (1795/96) klagte der Titelheld darüber, dass es keine Teleskope gäbe, um „in das tiefe Firmament unserer Seele zu schauen“. Ein Jahrhundert später erfand der italienische Jurist und Schriftsteller  Paolo Montegazza in seinem futuristischen Roman „Das Jahr 3000“ dieses Teleskop, das erlaubte, es zu tun: in die Herzen der Menschen zu schauen.

Wahrheit & Daumenschrauben
Zwar ist die physikalische Teleskopie seither entscheidend fortgeschritten, wir blicken Millionen Lichtjahre weit in den Weltraum und in die Vergangenheit, der Blick hingegen in die des Tiefe des Herzens – das bemerken wir wieder einmal mehr- , der Blick also in jene Hirnregionen, innerhalb welcher der Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge vielleicht an kleinen Spannungsdifferenzen zu messen wäre, bleibt noch versperrt. Dabei haben doch Richter, Ingenieure, Chemiker, Journalisten und Physiologen nichts unversucht gelassen: Man hat Daumenschrauben angelegt, Lügendetektoren unter Strom gesetzt, Wahrheitsdrogen verabreicht, mit in vino veritates unter die Leser gebracht und hypnotisiert, um „in den Herzen zu lesen“. Psychoanalytiker brachten sogar das Unbewußte zum Sprechen – doch die Nervenbahnen und Synapsenschaltungen, die das Wahre und das Unwahre regulieren, arbeiten weiter im Verborgenen.

Wahrheit & Vertrauen
So haben wir dem Problem der Unerkennbarkeit des Betruges am Körper und in den Worten des Sprechenden durch den Einsatz einer uralten Maschine recht getan: durch das Vertrauen. Es wird doch nicht nur unser Verhältnis zu Politikern, sondern unser gesamtes Sozialverhalten durch eine Art treuherziger Vorleistung gesteuert, die eben nun mal Vertrauen genannt wird. Ohne Vertrauen, so erklären uns das Psychologen wie Gesellschaftswissenschaftler, könne überhaupt kein Sozialsystem funktionieren, nicht einmal die Straße würde man betreten, ohne die vertrauensvolle Sicherheit, Autos würden an einer roten Ampel auch wirklich halten …

Wahrheit & soziale Beziehungen
Es vergibt das Vertrauen aber seine Kredite nur solange, wie es nicht enttäuscht wird. Ein Verkehrsunfall kann mein Vertrauen in die Berechenbarkeit und Verläßlichkeit fremden Verhaltens gleichermaßen nachhaltig erschüttern, wie das Verhalten von Politikern. Bereits der Staatsphilosoph Thomas Hobbes  empfahl allen Herrschern („Leviathan“), in ihren (eigenen) Herzen zu lesen und zu erkennen, wie sehr die in die Herzen geschriebenen Wahrheiten befleckt sind von Heuchelei und Lüge. Was aber ist Vertrauen? Es ist die mehr oder weniger bewußte Annahme, dass, was eine Person über sich selbst und ihre Absichten gesagt hat, nicht alledem zuwiderhandelte. Im Sinne also des Gottes Momos wäre Vertrauen die Erwartung, es spreche und handle ein jeder, als trüge er ein Fenster in der Brust. Sprechen und Handeln umfassen so allein das gesamte Spektrum sozialer Beziehungen.

Wahrheit & Fortschritt
Dazu, dass wir einem Politiker vertrauen, genügt(e) es häufig, dass er einer bestimmten Partei oder Konfession angehört. Ausfüllen aber können Politiker diese Funktion erst, nachdem wir sie mit jener magischen Kraft ausstatten, dass wir nämlich ihre Reden für wahr halten. Aber bitte, was ist das, die Wahrheit?
Das fragte bereits Pilatus seinen Angeklagten Jesus; seine uralte und offenbar unerschütterliche philosophische Tradition versteht unter Wahrheit ein Abbildungsverhältnis zwischen der Wirklichkeit und der Sprache. Platon
gab in seinem Dialog „Sophistes“ die Definition: „Wahrheit ist die kundige Nachahmung, die richtige Rede vom Seienden“. Mehr als zweitausend Jahre später nahm sich Wittgenstein in seinem „Tractatus logico-philosophicus“ des Themas an: „Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit“ – diese beiden sehr ähnlichen Formulierungen müssen den Verdacht nähren dürfen, dass die Wissenschaft von der Wahrheit im Gang durch noch so viele Jahrhunderte keinen rechten Fortschritt gemacht habe.

Wahrheit & Philosophie
Es war eine der ersten großen abendländischen Kontroversen um die wahre Rede, die (vierhundert vor Chr.) Platon mit den Sophisten führte, die der Nachwelt als philosophische Debatte gilt; im Kern aber betraf dieser Konflikt bereits die Verteilung und Organisation der Staatsmacht. Platons Sokrates ließ keine Gelegenheit aus, den Sophisten – welche Rede zum käuflichen Gegenstand gemacht hatten – vorzuwerfen, sie verdürben und verführten die Jugend, indem sie rhetorische Trugbilder der Welt und der Wahrheit verbreiteten. In der platonischen und sokratischen Kritik  ist der Sophist ein Geschäftsmann, der bei seinen Zuhörern den Eindruck erweckt, seine Reden seien die Wahrheit und „nichts als die Wahrheit“, derweil Platon versprach, dass, habe sich der Staat erst einmal nach den Prinzipien der Gerechtigkeit aufgebaut, auch das Problem der Macht verschwinde. Solch ein Gemeinwesen wird nicht durch unzählige Gesetze regiert, sondern durch Vertrauen auf das Hergebrachte. Isokrates, ein Zeitgenosse Platons, hat dieses Staatskonzept auf die Formel gebracht: „Bürger, die richtig regiert werden, bedürfen nicht der haufenweise auf Säulen geschriebenen Gesetze, sondern sie tragen die Gerechtigkeit geschrieben in ihren Herzen.“

Wahrheit & Profitgier
Des Platons drei Elemente antisophistischer Kritik seien auch heute gültig wider den Betrug durch Mißbrauch der Sprache, gegen die das Wahrheitsstreben ruinierende  Profitgier und den Machtmißbrauch durch ein Übermaß an Vorschriften. Genau nämlich diese Vorwürfe kehren in den Revisionen der Macht und bei der Wiederaufbereitung des Wahren wieder. Zunächst im Kampf der christlichen Dogmatik gegen die jüdische Gesetzesdoktrin. Die vernichtende Kritik, die Jesus an den jüdischen Schriftgelehrten übte, zielte zugleich auf eine juristische wie sprachtheoretische Reform. Er warf ihnen vor, dass sie eine buchstäbliche Auslegung der alten Gesetzesbücher betrieben, statt ihren Geist zu erfassen. Matthäus und Lukas bezeugen, Jesus habe sie als Heuchler, als Blinde und Verrückte  beschimpft, denen  – weil sie das schriftliche Zeugnis der Wahrheit verfälscht haben – keine rechte Erkenntnis Gottes habe gelingen wollen und können.

Wahrheit & Schriftgelehrte
Auch den Pharisäern und Schriftgelehrten war ja bekanntlich der Vorwurf nicht erspart geblieben, dass sie nur um des materiellen Vorteils wegen ihre Ämter ausübten (Matth. 23 und Luk.11). Verfälschung der Wahrheit und Heuchelei und Lügen um des mammonal-finanziellen Interesses wegen, das waren schon damals die wesentlichen Anschuldigungen. Aber auch hier folgt die (sic) christliche Doktrin dem Vorbild der platonischen Polemik gegen die sophistische Legalität. So schrieb Paulus – der Justitiar unter den Aposteln – im Römerbrief, alle überlieferten Gesetze taugten nichts, denn entweder wären die Menschen gerecht oder nicht. Er begründete seine Beweisführung damit, dass auch die Heiden das Gesetz Gottes aus natürlichem Antrieb befolgten. Ihnen sei das Gesetz ins Herz geschrieben (Römer 2,15); mithin habe die aufwendige Gesetzesauslegung der Juden wenig bis gar keinen Wert. Vergessen wir nicht, dass es bei der christlichen Revision der alten jüdischen Gesetzeslehre vor allem um Politik und um Macht ging. Die christliche Eroberung erst Europas und dann – ja, genau – der ganzen Welt, hat diese Tendenz unbezweifelbar ins Licht gebracht. Wenn Weltpolitik damals wie heute und immerdar der christlichen Gesetzgebung im Namen Gottes geführt wurde, so geschah und geschieht das aus machttechnischen Notwendigkeiten: Wahrheit lockt Vertrauen aus der Reserve. Machiavelli hat das in seinen „Discorsi“ in unbekümmerter Deutlichkeit ausgesprochen: „Es gab tatsächlich noch nie einen außergewöhnlichen Gesetzgeber in einem Volk, der sich nicht auf Gott berufen hätte, weil seine Gesetze sonst nicht angenommen worden wären“.

Wahrheit & Reformation:
Zurück in die Zukunft
Nach diesem Modell operierte auch Martin Luthers Reformation. In seiner Polemik gegen die römische Orthodoxie griff er just jene Formel auf, die bereits Jesus und Paulus gegen die jüdische Schriftverwaltung ins Feld geführt hatten. Die Lektüre seiner Reformationsschrift von 1520 „An den christlichen Adel deutscher Nation“ läßt überdeutlich erkennen, dass es ihm nicht – nur – um eine Kirchenreform, sondern allemal um eine Gesellschaftsreform ging: „Der Papst, er ist ein Hirte – ja, wenn du Geld hast, und sonst nicht! Es ist ihnen nur um das verfluchte Geld zu tun und um sonst nichts. So rate ich, falls dieses Narrenwerk nicht abgeschafft wird, dass jeder fromme Christ seine Augen aufmache und sich nicht von den römischen Bullen, Siegeln und von der Heuchelei beirren lasse“.

Wahrheit & Politik
Bis heute zeigt die Geschichte der Wahrheit, dass die bisweilen sowohl Philosophen wie erst recht Politiker aus der Bahn werfende Macht nicht die einfache und banale Staatsmacht ist. Vielmehr haben wir es hier mit der Notwendigkeit zu tun, diese „Macht und die Herrlichkeit“ mit Zyklen und Wiederaufbereitungen des Wahren zu bemänteln. So wird das von Politikern alleweil gern gespielte Spiel simulierter Wahrheiten irgendwann tatsächlich wahr. Und wer heute von Politikern Ehrlichkeit verlangt, darf nicht verdrängen, dass noch immer jede, in der Tat wirklich jede Wahrheit aus unzählbaren Wiederholungen auch von Lügen besteht. Das erleben wir immer mal wieder, derzeit gerade protagoniert diese Wahrheit als freilich widerwärtige Posse Christian Wulff von Merkels Gnaden …

Wahrheit zu guter Letzt – die bundespräsidentiale:
Nennt man aber nicht gewöhnlich alle Mitglieder gesetzgebender Körperschaften ehrenwert? Was wäre da nun also neu? Meiner – das sei eingeräumt langen – Schreibe nun zu guter Letzt doch angenehm kurzer Sinn? Da habt Ihr ihn: Ein Bundespräsident, der. indem er die Wahrheit verschweigt, der Unwahrheit das Wort redet, muss zurücktreten. Da kann er noch so sehr und noch so viel den von ihm gefühlten Rückhalt in der Bevölkerung gespürt zu haben meinen. Wir jedenfalls kennen solche Bürger nicht – geben ihm aber wir dem gläubigen Christen (siehe:  „Wulff im Schafspelz“) dies wunderschöne Lied aus dem evangelischen Kirchengesangbuch mit auf seinen steinigen – und, der Nachfolge wegen – dornenreichen Weg!

Jan. 2012 | Allgemein, In vino veritas, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

… ein Artikel unter dieser Überschrift (dem Rundschau-Motto) hat heute (3. Januar 2012) folgenden Kommentar provoziert, den wir ausnahmsweise dem (deshalb) jetzt „nach vorn geholten“, älteren Artikel voranstellen wollen:
<„Autor  : Muslim (IP: (die IP-Adresse veröffentlichen wir natürlich nicht).

Kommentar: Ihre Ahnungslosigkeit fremder Kulturen, der islamischen ganz besonders, ist unterträglich und schreit gen Himmel. „… Es muss an der Religion liegen – an dieser Religion!“ Bis hierhin habe ich aufrichtige Sympathie und Mitgefühl für Sie und Ihre Kleinbürger empfunden. Von da an mögen Sie bis in alle Ewigkeit in Isolationshaft leben, fern ab von aller öffentlicher Aufmerksamkeit.>

Die mir anempfohlene Isolationshaft zeigt, wie sehr wir auch in älteren Rundschau-Artikeln  („linken“  Sie sich doch bitte im Folgenden mal durch) recht haben – jedoch ist die Scharia hierzulande (noch) nicht in unser Rechtssystem eingeführt! (mehr …)

Jan. 2012 | Allgemein, Essay, In vino veritas, Sapere aude, Zeitgeschehen | 6 Kommentare

Nonsens vom Feinsten in der Rundschau Kritik

Wie alle bedeutenden Stücke Drama, ist auch „Dinner For One“  an Facetten ungemein reich. Allein die Vielzahl unterschiedlicher Interpretationen zeigt, wie in jedem Betrachter eine Saite zum Schwingen, eine andere zum Schweigen gebracht wird.

Auf diesem 90. Geburtstag der Miss Sophie gibt es nichts Letzthinniges und nichts Ein-für-Allemaliges, und wenn die überwiegende Mehrzahl der Kunstsachverständigen, Essayisten und Liebhaber, die Interesse an einer Kategorisierung des Gesamtstückes oder an einer Analyse einzelner Komponenten haben, für ihre Varianten jeweils Alleinvertretungsansprüche geltend machen, dann ist das erschütternd-bedauerlich. (mehr …)

Dez. 2011 | Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude, Wirtschaft, Wissenschaft, Zeitgeschehen | Kommentieren

„Nichts Menschliches ist mir fremd“: wir kennen das Credo des Stoikers das längst zum Fluch des Kulturalisten geworden ist. Wie soll ich, wenn mir nichts mehr fremd ist, noch auf Menschliches neugierig sein? Mich davon faszinieren lassen oder es wenigstens respektieren? Meine Identität und Würde behaupten und gegebenenfalls für die des Anderen kämpfen? Fremdheit eignet eine Würde, die der bloßen wohlfeilen Andersheit, die nicht einmal verabscheut werden darf, abgeht. Der Weltbürger, der sich überall zuhause wähnt, weil ihn an seinen Gattungsgenossen nichts mehr befremdet, hat jeden Grund verloren, Unterschiede überhaupt wahrzunehmen.

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Nov. 2011 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas | 1 Kommentar

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