So lange sich viele Verleger das auch immer eingeredet haben mögen: Nicht Amazon ist der Feind der Buchbranche, sondern der Leser. Das meint, die Spezies, zu deren Bezeichnung früher einmal das Wort „Leser“ zur Verfügung stand. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat es vor ein einigen Tagen endlich eingeräumt: Die Zahl der Buchkäufer ist von 2015 bis Mitte 2017 um rund sechseinhalb Millionen auf 30,2 Millionen gesunken – das ist ein Minus von knapp 20 Prozent. Nicht mal mehr jeder dritte Deutsche hat 2017 noch regelmäßig zum Buch gegriffen.

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Jan. 2018 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

Die Veröffentlichung wissenschaftlicher Zeitschriften ist ein Geschäft sui generis – nicht zuletzt, weil viel Steuergeld zirkuliert. Aktuell knirscht es sehr im Verhältnis zum Großverlag Elsevier. Ein Streitpunkt: Soll das Wissen weltweit frei zugänglich sein?

Wer profitiert von wissenschaftlicher Forschung und wer hat Zugang zu den Forschungsergebnissen – unter anderem um diese Frage geht es in der Auseinandersetzung zwischen deutschen Wissenschaftsorganisationen auf der einen Seite und dem Verlag Elsevier auf der anderen.

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Jan. 2018 | Allgemein, Feuilleton, Wirtschaft, Wissenschaft | Kommentieren
Der Mensch ist ein Kleingruppen-Wesen. Ist jemand isoliert, kann das zu einem Problem werden. Neuerdings ist viel die Rede von sich formierendem Stammesverhalten moderner Gesellschaften. Die Universalisten und Globalisten, die sich der Idee des einen Menschheitszusammenhangs, der einen Grosscommunity verpflichtet fühlen, scheinen jäh aus ihrem liebsten Traum aufzuschrecken. Und sie haben die Schuldigen sogleich identifiziert: die Nationalisten, die Regionalisten, die Kulturalisten.
 Zutreffend ist zweifellos, dass wir in einer Form der Welt leben, die sich zunehmend synchronisiert. Dies zeigt sich auf der Ebene des Verkehrs von Kapital, Waren, Informationen und Personen. Auf all diesen Gebieten wird der moderne Zwang zum Existieren in der Gleichzeitigkeit sehr deutlich verspürt.

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Jan. 2018 | Allgemein, Essay, Feuilleton | Kommentieren
Derweil mittlerweile die halbe Menschheit ihren Alltag mit dem Smartphone organisiert, hat sich bei elektronischen Büchern nur ganz wenig getan. Dass das Potential von Vertretern der Traditionsbranchen gebremst wurde, schadet am Ende dem Buch selbst. 2018 fallen zwei Jubiläen zusammen, die bislang kaum zusammengedacht worden sind. Vor zehn Jahren brachte Amazon das erste digitale Lesegerät unter dem Markennamen „Kindle“ auf den Markt. Bereits im Juni desselben Jahres hat Apple sein erstes „Iphone“ herausgebracht, ein mobiles Telefon mit einem Touch Screen und einem neuartigen Betriebssystem. Eine zentrale Neuerung war für beide Geräte die mobile Verbindung mit einem Telefonnetzwerk, das erlaubte, Funktionalität und gespeicherte Inhalte umstandslos zu aktualisieren. Doch was aus den beiden Geräten, und wichtiger noch, den darunterliegenden innovativen Konzepten im folgenden Jahrzehnt entstand, könnte kaum unterschiedlicher sein.

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Jan. 2018 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren
Die Rolle der Literatur und des Buchs sei gefährdet, meint – im Gespräch – der Autor und Literaturkritiker Helmut Böttiger.
Er sieht eine Verlagerung von der Schrift- hin zur Bildkultur.
Das Buch werde sich zu einem Liebhaber-Gegenstand entwickeln – und als Massenware verschwinden.

 

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Jan. 2018 | Allgemein, Feuilleton, Zeitgeschehen | Kommentieren

Ist erst mal alles im Eimer, hilft allenfalls, gegen das Nichtkönnen anzumalen – bedingungslos und brachial und genau das genau tut Georg Baselitz.  Zu seinem 80. Geburtstag wird der Star der deutschen Nachkriegskunst in der Fondation Beyeler und im Kunstmuseum Basel gewürdigt. (Bild: Georg Baselitz: «Orangenesser IX», 1981, Öl und Tempera auf Leinwand, Leihgabe der Pinakothek der Moderne in München (Bild: © Georg Baselitz, 2018). Es soll sie ja tatsächlich geben, diese beflissenen Museumsangestellten, die nicht nur ein schief hängendes Bild gerade rücken, sondern ganze Kunstwerke wegkehren, wenn sie zum Beispiel so aussehen wie Joseph Beuys’ «Fettecke». Und es gibt bestimmt auch solche, die sogar – ja, eine Leinwand drehen würden, damit die Betrachter sich nicht den Kopf verdrehen müssen. Genau, wir haben es hier von Georg Baselitz, dem Kopfübermaler, der seine ganze Originalität darauf verwendete, ins Rampenlicht der Kunstwelt zu gelangen.

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Jan. 2018 | Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

Er war 18, als er seine Gedichte an einen Literaturkritiker und Zeitschriftenherausgeber sandte. Im Begleitschreiben sah sich der Pastorensohn bemüßigt, dem ihm unbekannten Carl Hermann Busse Persönliches zu offenbaren: „Hier Religion, Sehnsucht, Vaterhaus, dort Sehnsucht nach Freiheit, eigener Weltanschauung, Künstlertum. So geht es mehrere Jahre, ich habe gerungen u. konnte doch das eine nicht lassen um des anderen willen.

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Jan. 2018 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

Medienrealität bietet Forschern, Medien-Beobachtern und Medienkritikern eine Diskussionsplattform. In diesem Beitrag fragen wir, was vom Trubel um den „konstruktiven Journalismus“ geblieben ist – und bleiben könnte. Sollte „Konstruktiver Journalismus“ – 2015 der Branchen-Hype – einen Weg zu globaler Gerechtigkeit weisen können? In allen großen deutschen Redaktionen wurde das neue Buch des dänischen TV-Journalisten Ulrik Haagerup zum Thema gelesen (Haagerup 2015), und von Spiegel Online bis ZDF heute versuchten sich viele an dem neuen Berichterstattungsmuster, das positive Emotionen beim Publikum hervorrufen soll:

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Jan. 2018 | Allgemein, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

Kaum ein anderer Stoff wurde so oft bearbeitet und neu interpretiert wie der Mythos von der unbeirrbaren und willensstarken Antigone.

Die zahlreichen Interpretationen des Antigone-Mythos zeugen nicht nur von dem vielfältigen Potenzial des Stoffes, sondern werfen auch Licht auf gesellschaftliche Wertvorstellungen aus unterschiedlichen Entstehungszeiten.

Anlässlich der internationalen Koproduktion „Die Antigone des Sophokles“, die vom 31. Januar bis 03. Februar 2018 im Alten Saal des Heidelberger Theaters mit drei europäischen Ländern und deren Theater – dem Deutsche Staatstheater Temeswar (Rumänien), dem Nationaltheater Luxemburg sowie den Ruhrfestspielen Recklinghausen, eines der renommiertesten Theaterfestivals in Deutschland, dem Heidelberger Theater sowie der TARTproduktion Stuttgart zu erleben ist, geht die Lesezeit am 25.01. einen Schritt zurück und präsentiert den Mythos in der Nacherzählung von Gustav Schwab.

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Jan. 2018 | Heidelberg, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Theater & Orchester HD | Kommentieren
Der Saxofonist Mark Turner, der Bassist Larry Grenadier und der Drummer Jeff Ballard. Im Zürcher Moods bewiesen sie ihr kammermusikalisches Raffinement. Die drei gehen nicht mit der Zeit, sie spielen mit ihr – genauer: Sie schaffen sich eine eigene. Und das machen sie so: Sie legen sich einen Beat vor wie einen Ball und lassen diesen durch einen verschachtelten metrischen Parcours springen. Dabei generieren sie einen verschrobenen Groove, der sich bald selbständig zu machen scheint.

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Jan. 2018 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

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