Idylle allzeit rundum? Neue Romane erzählen, wie schwer es ist, sich vom hergebrachten Familienbild zu trennen:
Mutter holt ein Cocktailkleid aus dem Schrank, Vater einen Anzug, der Nachwuchs mahnt die Eltern, sich ausnahmsweise unpeinlich zu benehmen: Ungefähr so denkt man sich die häuslichen Vorbereitungen einer klassischen Kleinfamilie auf eine Abiturfeier. Keine allzu komplizierte Sache.
Dann aber gibt es Familien, deren schierer Personalumfang (Vater und seine neue Freundin, Mutter und ihr neuer Freund, Kinder aus zwei geschiedenen Ehen) die Vorbereitungen auf das organisatorische und diplomatische Niveau eines Staatsbanketts hebt, bei dem einander feindlich gesinnte Nationen aufeinandertreffen. Von einer solchen Familie erzählt der jüngst erschienene, ironisch pointierte Roman Abifeier eines gewissen Eric Nil. Der Klappentext sagt, es sei das Pseudonym eines „bekannten Romanautors“. Wer auch immer: Der Mann hat Abifeierstress erlebt.
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