Auch wenn Umweltbewegungen »Weiter so ist keine Option! Wende oder Ende!« fordern und der Begriff der Nachhaltigkeit voll im Mainstream angekommen ist – die moderne Gesellschaft verteidigt ihren Wohlstand und Lebensstil entschiedener denn je. Beharrlich wird eine Politik der Nicht-Nachhaltigkeit betrieben, und die Konjunktur des Rechtspopulismus signalisiert zudem eine deutliche Abkehr vom ökologisch-demokratischen Projekt vergangener Jahrzehnte.

 

Dieser Band stellt grundlegende Annahmen der Nachhaltigkeitsdebatte in Frage und skizziert neue sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven, um die eigenartige Fortdauer der Nicht-Nachhaltigkeit zu erhellen.

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Apr. 2020 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik, Sapere aude | Kommentieren

In der Krise rücken die Bürger zusammen. Sie haken sich unter und bilden eine Phalanx gegen den unsichtbaren Feind, das vermaledeite Virus. Viele entdecken  – klug – ihre soziale Ader, bieten Nachbarn Gefälligkeiten an, grüßen plötzlich freundlich im Hausflur, mancher spendiert gar den Kassiererinnen im Supermarkt eine Flasche Wein.
Sogar knappes Hab und Gut reichen anständige Charaktere generös weiter: Wie, Sie haben keinen Mundschutz ergattert? Ich habe da einen für Sie, und ein Röllchen Klopapier lege ich noch drauf! Man erfreut sich ja nun schon an kleinen Dingen.

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Apr. 2020 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Senioren, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Der Jazz-Posaunist Nils Landgren schert sich nicht um Traditionen und mischt munter Jazz und Funk. Der Funk ist seine große Liebe,  Nils Landgren aber hat in seinen 52 Lebensjahren auf vielen Hochzeiten getanzt: angefangen von Stationen als Schauspieler und Tänzer über Auftritte mit Abba und Herbie Hancock, in der NDR Big Band, als künstlerischer Leiter des Berliner Jazzfestes oder auch im Duo mit seinem langjährigen Partner Esbjörn Svensson.
Nicht nur dessen agiler Umgang mit seinem gewichtigen Instrument darf geschätzt werden: „Es gibt Szenen, vor allem nach einigen Soli, in denen er die Posaune plötzlich mit der linken Hand nach hinten schleudert, beinahe so, als wäre er Prince, wie er die Gitarre von sich wirft.“ Auch spielerisch ist dieser „Virtuose“ im Umgang mit der Posaune ein Traum: „Er kennt Wandlungen und Feinheiten, die man einem solchen Rohr kaum zugetraut hätte. Vermutlich wäre er in der Lage, ‚Giant Steps‘ zu spielen, während er seine Posaune auseinandernimmt und wieder zusammenbaut.“ (S)ein aktuelles Album:

März 2020 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

van Dyck, „Die Heilige Rosalie rettet Palermo (1624) vor den Plagen der Pest, Met Museum

und, lebte ich dort, wäre ich natürlich New-York-Times-Kritiker  und würde – dann dort natürlich auch allein ins Museum gehen wollen. Das New Yorker Metropolitan Museum jedenfalls hat für den Kritikaster Jason Farago aufgeschlossen, der sich vor Anthony van Dycks Heilige Rosalie setzt, die 1624 Palermo vor der Pest gerettet haben soll – oder vielmehr ihre sterblichen Überreste, die von den Gläubigen durch die Stadt getragen wurden. Es war gar nicht so leicht, die Frau auf dem Bild als Heilige Rosalie auszumachen, weil sie keine bekannten Insignien trägt, erklärt uns Farago in der Times. „Unser flämischer Emporkömmling musste daher eine Ikonografie für die Frau erfinden, die die Epidemie stoppte. Van Dyck beschloss, Rosalia als eine junge Frau mit langen, blonden, aufgebauschten Haaren, erröteten Wangen und großen, ekstatischen Augen darzustellen. Unter ihr, energisch skizziert in einer verwaschenen Palette von Ocker und Grün, liegt der Hafen von Palermo, und im Hintergrund der Monte Pellegrino, der Hügel, auf dem ihre Reliquien gefunden wurden. … Nach einer Quarantäne, die seine internationale Karriere beendete, und, nachdem er eine Epidemie überlebt hatte, die ihn das Leben hätte kosten können, schuf van Dyck in Palermo eine Inkarnation der Wohltätigkeit im Chaos.

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März 2020 | Allgemein, Feuilleton, Gesundheit, In vino veritas, Kirche & Bodenpersonal, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Wir von der Rundschau-Redaktion bedauern, Ihnen Streaming-Angebote der Rheingauer zwar leider nur in etwas ungeordneter Form zur Kenntnis bringen zu können. Aber, lesen Sie bitte mal in das Angebot der Künstler hinein, und: haben Sie viel Freude beim Hören. Die Deutsche Telekom betreibt eine der größten kostenlosen Internet-Konzertplattformen in Deutschland, MagentaMusik 360. Im letzten Jahr feierte das Rheingau Musik Festival mit drei Konzerten die Premiere im Genre „Klassik“ – was sich in diesem Jahr als sehr hilfreich für diese Aktion erweist.

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März 2020 | Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren

und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der Herrin wie der Magd, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner. Die Erde wird leer und beraubt sein; … Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie haben die Gesetze übertreten, das Gebot missachtet und den ewigen Bund gebrochen. Darum frisst der Fluch die Erde, und verschuldet haben es, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, sodass wenig Leute übrig bleiben.
Der Wein ist dahin, der Weinstock verschmachtet, und alle, die von Herzen fröhlich waren, seufzen. Die Freude der Pauken ist vorüber, das Jauchzen der Fröhlichen ist aus, und die Freude der Harfe hat ein Ende –
Man trinkt keinen Wein mehr bei frohem Gesang, und das Bier wird bitter denen, die es trinken –
… denn alles Fleisch, es ist wie Gras, es vertrocknet, es welkt das Land, die Erde ist entweiht worden unter ihren Bewohnern. Denn sie haben die Gesetze übertreten, die Ordnungen überschritten, den ewigen Bund ungültig gemacht ! Tod – wo ist Dein Stachel?

März 2020 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude, Wirtschaft, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist | Kommentieren

Für das bemerkenswerteste und allüberall präsente in unserer Welt schuf Immanuel Kant einen Begriff:
Das Ding an sich. In seiner 1783 veröffentlichten Prolegomena zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft würde auftreten können, schrieb er: „Ich hingegen sage: es sind uns Dinge als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem, was sie an sich selbst sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur ihre Erscheinungen, das sind die Vorstellungen, die in uns wirken, indem sie unsere Sinne affizieren. (mehr …)

März 2020 | Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, InfoTicker aktuell | 1 Kommentar

Paul A. Webers Gerücht – Neid durch die Welt  tragend …

Neid war eine der sieben Todsünden im Buch der Bücher. Das hängt uns nach. Auch, wenn Wollust und Völlerei heute nettere Namen erhalten haben und dann doch akzeptabel geworden sind: Neidisch hat man gefälligst nicht sein zu wollen. Allenfalls noch in scherzhaftem Sinn: Da bin ich aber neidisch. Genau: Neidisch, das waren und sind immer die anderen.
Womit – keineswegs ausschließlich theoretisch – wir uns dem seit langer Zeit außer Kurs geratenen Neid  anzunähern versuchen, nachdem nur wenige Autoren, die man flugs als rechte Soziologen abtat, ihn noch bewirtschafteten, ihn sogar zu einer Triebkraft für die und in der Gesellschaft erhoben.

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März 2020 | Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, Politik, Sapere aude, Senioren, Wirtschaft | Kommentieren

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Feb. 2020 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Vor etwa 40 Jahren – Bukowski war damals in Heidelberg auf „Lesereise“ und bei mir in der „GraGa 9“  zu Besuch – misslang ein (wie er meinte) „jungspundiges Interview“ mit ihm nicht ausschließlich.

Aktuell nun eines Aufenthaltes im Bad Friedrichhallenser „Klinikum Am Plattenwald“  wegen hatte und nahm ich mir jetzt die Zeit, in alten Geschichten zu wühlen. Obgleich ich ihn damals ziemlich keck und auch reichlich naiv bei Riesling satt befragte, blieb CB friedlich:

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Feb. 2020 | Allgemein, Feuilleton, Gesundheit, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Senioren, Wo aber Gefahr ist | Kommentieren

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