Unter der Überschrift „Zeit für Umwelt?“ lädt das Heidelberg Center for the Environment (HCE) in diesem Sommersemester zu seinem Kolloquium „Heidelberger Brücke“ ein. Die Reihe greift aktuelle Fragestellungen zu Klimawandel und Nachhaltigkeitsforschung auf. Die Veranstaltungen werden bis auf Weiteres in einem Livestream online übertragen. Thema des ersten Vortrags am 27. April 2020 sind die Ergebnisse der vergangenen Weltklimakonferenz in Madrid. (mehr …)
Dürfen die Armen wütend sein, dürfen die an den Rand Gedrängten sich ihre Rechte erkämpfen, notfalls mit Gewalt? Luther sprach ihnen im Zuge der Bauernkriege dieses Recht ab, ein anderer Reformator jedoch schlug sich auf ihre Seite und prägte die beiden Jahre des Aufstands entscheidend. Der Drucker, Utopist, Brandredner und Theologe Thomas Müntzer hatte nicht weniger als einen Sturz der Obrigkeit im Sinn – mit religiösen wie ganz und gar weltlichen Argumenten stellte er sich dem ausbeuterischen Feudalsystem entgegen. Der Preis für seinen Mut war hoch: Für seine sozialrevolutionären Ideen wurde er bereits zwei Jahre nach Beginn der Aufstände enthauptet; (mehr …)

Die Heidelberger Literaturtage 2020 werden als Online-Festival stattfinden. Vom 24. bis 28. Juni sind moderierte Lesungen und Live-Chats mit Autorinnen und Autoren sowie die Ausstrahlung experimenteller Formate geplant. Alle Festival-Gäste sollen darüber hinaus die Möglichkeit erhalten, sich online miteinander über das Erlebte auszutauschen. „Das internationale Literaturfestival Heidelberger Literaturtage ist unverzichtbarer Bestandteil der UNESCO-City of Literature Heidelberg – (mehr …)
„Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt / All uns nieder;
das Laid beuget gewaltiger;
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.“
Tatsächlich, selten lagen die Schönheit und die Großartigkeit und Bedeutsamkeit von Hölderlin so auf der Hand wie heute. Die elaborierten Argumentationsketten, warum uns der schwäbische Dichter vergangener Zeiten auch im 21. Jahrhundert noch etwas zu sagen habe – die Gegenpredigten können wir uns alle sparen. Wir müssen dem Schicksal dafür danken, dass der 250. Geburtstag des Poeten in diese unwirklichen Tage der Einsamkeit und Distanz fällt, die sich womöglich zu Wochen und Monaten ausdehnen werden.
Das „Haus des Islam“ ist vielerorts zum Haus von Krieg, Terror, wirtschaftlicher Stagnation und Diktatur geworden.
In seiner bahnbrechenden Analyse dieser desolaten Lage setzt der renommierte Sozialwissenschaftler Ruud Koopmans harte Fakten gegen islamkritische Pauschalurteile und eine modische Selbstkritik des Westens.
Er zeigt, wie der Fundamentalismus den Islam weltweit in den Würgegriff nimmt, und fragt, welche Wege aus dieser Sackgasse führen.
Immer mehr Muslime fliehen vor Diktatur und Unfreiheit, Terror und Krieg, Armut und Arbeitslosigkeit in den Westen – und bringen nicht nur ihre Kultur, sondern vielfach auch die Probleme der islamischen Welt mit. Ruud Koopmans zeigt erstmals auf breiter empirischer Grundlage und durch den systematischen Vergleich von muslimischen und nichtmuslimischen Ländern und Migrantengruppen, wie die islamische Welt einerseits und Muslime im Westen andererseits bezüglich Demokratie, Bildung und wirtschaftlicher Lage immer weiter ins Hintertreffen geraten.

Wetten dass? – Lesen Sie diese de Sade´schen Perversitäten. Womit Sie die coronaäischen (mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit) vergessen
Nach einem außer Kontrolle geratenen Stelldichein mit vier Prostituierten in Marseille wird de Sade 1771 per königlichem Haftbefehl gesucht, doch der Marquis ist längst über alle Berge – gemeinsam mit der schönen Anne-Prospère, der jüngeren Schwester seiner Ehefrau Renée. In Italien durchlebt er mit seiner jungen Geliebten eine Amour fou und macht, seiner Leidenschaft für das Enzyklopädische folgend, in seinen Notizen Inventur der italienischen Kultur.
Neben Beschreibungen von Baukunst und Kulinarik finden sich in den Aufzeichnungen skandalöse Beobachtungen: Karnevalsszenen in Neapel gleichen satanischen Orgien, Prostitution und Gewalt bestimmen das gesellschaftliche Leben und zugleich hält der christliche Aberglaube die Menschen im eisernen Griff. Die Reise endet mit de Sades Verhaftung.
Muss die Geschichte des Nationalsozialismus umgeschrieben werden? „Hitler – eine globale Biografie“ des irischen Historikers Brendan Simms setzt neue Schwerpunkte. Bücher über Adolf Hitler gibt es – eigentlich – genug. Und gerade in den letzten Jahren sind viele Hitler-Biografien von renommierten Historikern erschienen.
Jetzt hat sich mit dem Iren Brendan Simms, Professor für Geschichte der internationalen Beziehungen an der Universität Cambridge, ein weiterer Historiker an das Thema gewagt. Sein über 1000 Seiten dickes Buch ist im Herbst auf Englisch erschienen, Ende März 2020 folgte nun die deutsche Übersetzung. (mehr …)

Zuflucht der Rebellen: Die Archäologin Jodi Magness hat ein bestechendes Buch über die Festung Masada und den jüdischen Aufstand gegen Rom geschrieben.
„Am ersten des Marcheschwan des sechsten Jahres in Masada. Weggeschickt und geschieden wurde aus meinem freien Willen, heute von mir, Yehoseph, Sohn des Naqsan, wohnhaft in Masada, Miriam, Tochter des Yehonathan aus Nablata, wohnhaft in Masada. [Ich bestätige], dass du Meine Frau warst zuvor …“ So beginnt ein aramäischer Papyrus, der 1951 im Wadi Murabba’at in der Judäischen Wüste westlich des Toten Meeres gefunden wurde. Es ist ein „Get“, ein Scheidebrief nach jüdischem Recht, an dem zweierlei bemerkenswert ist. Zum einen wurde er in Masada ausgestellt. Das aber ist keine Stadt und kein Dorf,

Krzysztof Penderecki dachte auch im hohen Alter nicht daran, Taktstock und Notenpapier beiseitezulegen. Nun ist der Gegenwartskomponist gestorben.
Penderecki starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren in Krakau, wie die Agentur PAP unter Berufung auf seine Ehefrau berichtete. Derweil er in jungen Jahren der Avantgarde zugeschrieben wurde, wandte er sich aber später wieder eher traditionellen Formen zu. Eine seiner bekanntesten Kompositionen widmete er den Opfern des Atombombenangriffs von Hiroshima. Seine ausdrucksstarke Musik wurde in zahlreichen Filmen verwendet, darunter Klassikern wie „Shining“ und „Der Exorzist“. Er galt als wichtigster polnischer Komponist der Gegenwart.
