Das Denkmal in Heidelberg erinnert an den Heidelberger Ehrenbürger Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck (1815–1898).

Deutschland ist ein Land voller Denkmäler. Wie viele davon es genau gibt, hat niemand gezählt. In fast jedem Ort steht mindestens eines, oft sogar mehrere. Allerdings zeigt ein Blick auf die dort geehrten Persönlichkeiten, dass wir – zumindest im Denkmalbereich – ein ganz erhebliches Demokratieproblem haben. Eine übergroße Zahl nämlich der deutschen Denkmäler ehrt Kaiser, Könige, Heerführer. Nicht wenigen nicht alle natürlich,  davon waren Massenmörder, Verbrecher, Machtpolitiker, Kolonialisten.

Meist waren die das jedenfalls nicht: Demokraten

„Die Zahl der deutschen Kriegerdenkmäler zur Zahl der deutschen Heine-Denkmäler verhält sich hierzulande wie Macht zum Geist.“
Kurt Tucholsky, Deutscher Schriftsteller (mehr …)

Juni 2020 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Politik, Sapere aude, Senioren, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Team Scheller (Dominique Macri, Marburg & Dalibor Markovic, Frankfurt), deutschsprachige Poetry Slam-Meister 2014 in der Kategorie Team. Bild: Marvin Ruppert

Die Poetry Slams von WORD UP! Heidelberg in Stadt und Region sind legendär. Anlässlich des Hölderlin-Jubiläumsjahres zum 250. Geburtstag des Dichters und im Rahmen des Literatursommer 2020 widmet sich WORD UP! am Sonntag, 7. Juni 2020, ab 19 Uhr mit seinen Poeten dem Erbe Hölderlins. Durch ihn inspiriert, präsentieren einige der renommiertesten und erfolgreichsten deutschsprachigen Poetry -Slammer einen Reigen zeitgenössischer Dichtung. Die Veranstaltung, eine Kooperation zwischen WORD UP! Heidelberg und dem Kulturamt der Stadt Heidelberg, sollte ursprünglich mit Publikum im Heidelberger Schloss stattfinden. (mehr …)

Mai 2020 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Zeitgeschehen | Kommentieren

Als erste geschlossen, als letzte wieder geöffnet – auch wenn jetzt schon vielerorts über diverse Lockerungen gesprochen wird, ist eine Öffnung für Clubs und Livekonzerte noch lange nicht absehbar. Denn diese Einrichtungen existieren zu einem einzigen Zweck: Menschen zusammenzubringen. Und in einer Pandemie dürfen Menschen nicht zusammenkommen. (mehr …)

Mai 2020 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Im Zuge der Corona-Krise geht das Deutsch-Amerikanische Institut (DAI) Heidelberg mit dem vielfältigen Online-Programm „dai HOME“ an den Start. Zahlreiche Kulturveranstaltungen werden ab dem kommenden Donnerstag zweimal wöchentlich angeboten: Vorträge und moderierte Gespräche wechseln sich hierbei mit Lesungen und Podien ab.
Den Mix aus international bekannten Größen wie Noam Chomsky und neuen Gesichtern wie Luisa Neubauer können die Teilnehmer interaktiv als Webinare und Live-Streams über die DAI-Website erleben. Das gesamte dai HOME-Programm bleibt dabei kostenfrei auf freiwilliger Spendenbasis. (mehr …)

Mai 2020 | Heidelberg, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Senioren, Wissenschaft, Metropolregion Rhein-Neckar | Kommentieren

Der Oscar-Preisträger Spike Lee hat auf Instagram einen dreieinhalbminütigen Kurzfilm über seine besonders von Corona gebeutelte Heimatstadt New York veröffentlicht. Spike Lee, eigentlich Shelton Jackson Lee, ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler. In seinen Filmen behandelt er gesellschaftspolitische und soziale Themen, insbesondere Rassismus gegenüber der afroamerikanischen Bevölkerung. Eine wehmütige Hommage: : „Weil Spike Lee sich von Kodak extra historisches Filmmaterial hat geben lassen, mit Fünfzigerjahre-Farben und einem Schwarz-Weiß wie aus der Stummfilmzeit, wirkt nun das New York dieser Tage historisch fremd, ein bisschen wie das menschenleere Paris auf den Bildern von Eugène Atget vom Ende des 19. Jahrhunderts. … New Yorks Herz schlägt noch, die Spitze des Empire State Building pulst in Rot. (mehr …)

Mai 2020 | Allgemein, Feuilleton, Gesundheit, Junge Rundschau, Politik, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Online-Diskussion:
Mittwoch, den 20. Mai,
von 18:00 Uhr bis 19:30 Uhr
Online: Zur Anmeldung

An Jahrestagen, die die existenzielle Bedeutung funktionierender deutsch-französischer Beziehungen für den Zusammenhalt Europas verdeutlichen, mangelte es zuletzt nicht: Vor über einem Jahr unterzeichneten Frankreich und Deutschland mit großen Feierlichkeiten eine Neufassung des Elysée-Vertrages: Den Aachener Vertrag, der Anfang dieses Jahres in Kraft trat. (mehr …)

Mai 2020 | Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Politik, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren

Der Surrealismus begann als gemeinsame Rebellion gegen all jene Mächte, die die Welt in den Krieg geführt hatten. Ein Aufstand auch gegen verlogene Religion, Demagogie, Prüderie und usurpierte Autoritäten. Wie lebten sie wirklich, diese inzwischen so berühmten Künstler? Desmond Morris, selbst surrealistischer Künstler, kann davon berichten wie kein Zweiter. Er gehörte zu ihrem Kreis und kannte sie alle. Ihre Vorlieben und Macken. Ihre Arbeitsweisen und ihre Geheimnisse. Ihre Freundschaften, Feindschaften, Liebschaften, Frivolitäten und dramatischen Zerwürfnisse.
Er porträtiert einsame Wölfe, rebellische Vorkämpfer, brillante Exzentriker. Anfang der 1920er Jahre formte der Schriftsteller André Breton aus einer diffusen Stimmungslage, die mit avantgardistischem Konventionsbruch und Psychoanalyse zu tun hatte, eine Bewegung, als deren Anführer er sich verstand: den Surrealismus. Es ging ihm um die eigene Wirklichkeit des Menschen im Unbewussten, um Rausch- und Traumerlebnisse als Quelle der künstlerischen Eingebung. Das Bewusstsein und die Wirklichkeit sollten global erweitert und alle geltenden Werte umgestürzt werden. Logisch-rationale, als bürgerlich abgewertete Kunstauffassungen wurden radikal und provokativ abgelehnt. Große Worte, dafür war Breton bekannt, aber was sollte das in der Praxis bedeuten? (mehr …)

Mai 2020 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Senioren | Kommentieren

„Etwas ist faul im Staate D-Mark“ – Nachdem die Leiche Paul Celans am 1. Mai 1970 zehn Kilometer westlich von Paris aus der Seine geborgen wurde, fand man in seiner Wohnung in der Avenue Émile Zola seine Hinterlassenschaft auf dem Tisch ordentlich aufgereiht, Armbanduhr, Brieftasche, Ausweise und die aufgeschlagene Hölderlin-Biografie von Wilhelm Michels mit einem wie zur Erklärung unterstrichenen Satz von Clemens Brentano: „Manchmal wird dieser Genius dunkel und versinkt in den bitteren Brunnen seines Herzens.“ (mehr …)

Mai 2020 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

Selbst auf Wänden syrischer Ruinen werden Bilder unserer Kanzlerin elogiert …

Politisch totgesagt wird Bundeskanzlerin Merkel hierzulande schon seit längerem. Doch die Pandemie bringt ihr im In- und Ausland höchstes Ansehen. Warum? „Lahme Ente“ gilt als ein übliches Prädikat für Politiker, die keine erneute Kandidatur mehr anstreben. Sie gelten als geschwächt, ihre politische Halbwertzeit als kalkulierbar. Und bereits vor Jahren schon sortierten politische Beobachter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in diese Schublade. Und immer wieder – nach dem schwachen Abschneiden der CDU bei der Bundestagswahl 2017, bei ihrem Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzes 2018, angesichts der diversen Anläufe ihres einstigen Konkurrenten Friedrich Merz hinauf zur politischen Führung 2018 und 2020 – zählen Kritiker ihre Tage. (mehr …)

Apr. 2020 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Senioren, Wirtschaft, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

462_0-1Der Rundschau Credo: „Sapere aude – wage zu denken!“ – Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Immanuel Kant

Diese Sachliteratur lebt von ihrer Informationsdichte, Rolf Bergmeier beschreibt in die „Christlich-abendländische Kultur“ genau diese als Legende. Richtig unterhaltend wird’s aber erst, wenn mit großer Sorgfalt gearbeitet wird, oder besser, eine griffige These hinzukommt, die kraftvoll genug ist, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen. Dann liest sich Sachliteratur so spannend wie gute Belletristik.
Rolf Bergmeier ist Sachbuchautor mit der deutlich steilen These des Sachbuchdramatikers. Nun kann aber die spektakulärste These nichts reißen, wenn sie nicht zu wachsender Gewissheit heranreift, indem sie konsequent den finalen Beweis sucht. Oder, auf einfach: Der Verfasser einer These behauptet erfolgreich seine Wahrheit. Nun gibt es beinahe so viele Wahrheiten wie Thesen. Die Wahrheit des Rolf Bergmeier in „Christlich-abendländische Kultur“ lautet kurz und knapp: diese Kultur ist eine Legende.

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Apr. 2020 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | 2 Kommentare

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