Cary Fukunagas James-Bond-Film „No Time to Die“ ist ein männliches Melodrama, in dem der Hauptprotagonist seine Tränen hinter Nebelschwaden, Rauch und aufspritzendem Wasser verbirgt. Was tun, wenn man das Ende eines Helden erzählen muss, dessen selling point darin besteht, dass er sich aus garantiert jeder misslichen Situation hinaus lavieren kann?

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Okt. 2021 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Film | Kommentieren

Tür – relativ geschlossen

Gerade schließt sich eine Tür für Deutschland. Konkreter müsste man sagen: Olaf Scholz schließt eine Tür. Nicht ganz, aber doch so weit, dass eigentlich niemand mehr durchkommt.
Denn die Chance auf ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken nach der Wahl ist so gut wie dahin. Gestorben schon vor dem 26. September. Das ist eine schlechte Nachricht – selbst für all jene Wähler, die bei keinem von den potentiellen Partnern ihr Kreuzchen setzen werden.

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Sep. 2021 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Sapere aude, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren

Das Motiv „Baummann“ von Rainer Motz („Munke“), Öl auf Hartfaser, 1974. (Grafik: Repro Stadtarchiv)

Heidelberg ist seit Jahrhunderten Anziehungspunkt für Künstler aus der ganzen Welt. Doch die Stadt hat auch selbst eine große Zahl von Kunstschaffenden hervorgebracht. Zu ihnen gehört der Maler Rainer Motz (1934-1990), besser bekannt unter dem Namen „Munke“, dessen künstlerischer Nachlass nun dem Archiv der Stadt Heidelberg übergeben wurde. Vereinzelt ist „Munkes“ Schaffen noch im Stadtteil Rohrbach präsent, wo seine großformatigen Wandgemälde das eine oder andere Haus zieren. Es gibt jedoch kein Museum, das eine nennenswerte Anzahl seiner Werke besitzt oder gar ausstellt. Umso erfreulicher ist es da, dass der ehemalige Mainzer Museumsdirektor und Domkonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur viele Jahre hinweg gesammelt, dokumentiert und verwahrt hat. Kotzur hatte „Munke“ während seiner Studienzeit in Heidelberg persönlich kennengelernt und wurde zu einem ausgezeichneten Kenner seines Werks. Unter dem Titel „Heiter bis Makaber“ hat Hans-Jürgen Kotzur auch ein Buch über den Künstler verfasst.

 

 

 

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Sep. 2021 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, Senioren | Kommentieren

Die Wenigsten werden heute die zweite Hälfte der 1950er Jahre als Zeit benennen, in der „cinema riots“ oder „Konzert-Krawalle“ Öffentlichkeit, Medien und Politik ausdauernd beschäftigten und Kriminologen, Psychologen und Soziologen zu umfangreichen Studien herausforderten. Bei mehr als 100 Halbstarken-Krawallen alleine in der Bundesrepublik zwischen August 1956 und September 1959 kann durchaus von einem Massenphänomen gesprochen werden: aufrührerische Zeiten in den vermeintlich so betulichen und biederbürgerlichen Fünfzigern!
Erinnerungskulturell präsenter sind da natürlich die Jahre der „Studentenbewegung“ in der zweiten Hälfte der 1960er, kurz „die 68er“. Gerade einmal zehn Jahre liegen beide Zeiträume auseinander – aber „zusammengedacht“ wurden sie eigentlich nie! Auch nicht von dem Berliner Historiker Bodo Mrozek (geb. 1968), der ein Jahr nach dem fünfzigsten „68er-Jubiläum“ in 2018 ein fulminantes Buch vorlegt, das ein Rezensent der einflussreichen „Historische Zeitschrift“ mit Recht bereits kurz nach Erscheinen „als Standardwerk“ geadelt hat. In seiner Dissertation entwickelt der Autor eine asynchrone Periodisierung zur traditionellen Geschichtsschreibung, indem er „1956-1966: Das ungerade Jahrzehnt“ (S.726-737) als Motor von Modernisierung, Westernisierung und Globalisierung ausruft.

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Sep. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Sapere aude, Senioren, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September 2021, gibt es ein Onlineangebot und zugleich viele Veranstaltungen vor Ort. Bundesweit öffnen zahlreiche historische Stätten ihre Pforten, so auch in Heidelberg. Unter dem Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ rücken in diesem Jahr unter anderem Orte der Illusion wie Lichtspieltheater oder Theaterbauten in den Fokus. In Heidelberg sind bisher 26 Veranstaltungen angemeldet. Drei davon finden digital statt.

Mit dem Denkmaltag, der 2020 pandemiebedingt erstmals digital stattfand, soll das Interesse für die Bewahrung des kulturellen Erbes und die Denkmalpflege geweckt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernimmt die Koordination und stellt eine Plattform für digitale Inhalte bereit.

Digitale Beiträge und Vor-Ort-Veranstaltungen in Heidelberg sind etwa drei Wochen vor der Beginn im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de -> Aktionstag und auf heidelberg.de einsehbar.

Für den Inhalt der Beiträge und deren Durchführung sind die Veranstalter verantwortlich.

Sep. 2021 | Heidelberg, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Senioren | Kommentieren

charlesdarwin_fahrtderbeagleEine aufregende, bunte und bildende Reise rund um die Welt erwartet den Leser mit der ersten durchgehend illustrierten Version von Charles Darwins klassischen Reiseberichten.

Charles Darwin erkundete fremde Völker, eine faszinierende Vielfalt an Flora und Fauna, beeindruckende Landschaften und die Weite des Meeres. Er hielt all seine Beobachtungen akribisch fest und fügte sie in einem äußerst detailreichen Reisebericht zusammen.

Das Buch mit über 350 modernen sowie historischen Illustrationen, Fotos und Karten erschien  in deutscher Übersetzung im Theiss Verlag. (mehr …)

Aug. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

Eine Gruppe von Intellektuellen will die Kritik an der Pandemie-Politik nicht selbst ernannten „Querdenkern“  (wie mehrfach erwähnt – bei uns heißen solchene: „Querlinge“) überlassen. In ihrem „Manifest der offenen Gesellschaft“ plädiert sie für eine Debatte „auf Augenhöhe“. Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Künstlern und Politikern findet – zum Beispiel – die Debatte über die Corona-Politik schade dem sozialen Frieden und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. Die Gruppe hat jetzt ihr Manifest veröffentlicht.

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Aug. 2021 | Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Senioren | Kommentieren

Zwar wurde der Film von NDR und Arte subventioniert, erhielt Filmförderung, lief auf der Berlinale und wurde von der Presse als ein erfrischend inkorrektes Drama freundlich begrüßt.
Aber, er ist in seiner Verkitschung des 11. September als bloßer Kulisse eines romantischen Liebesdramas
(Szenenbild) allenfalls ein Beweis für die Tendenz unserer Gesellschaft, den politischen Islam zu verharmlosen.
Am 11. September jähren sich die vier Fluzeugentführungen und  Anschläge von 19 islamistischen Terroristen der Al Qaida auf das World Trade Center, das Pentagon und der Absturz des United Airlines Flug 93 in Pennsylvania zum 20. Mal. Unmittelbar kamen bei diesen Taten etwa 3000 Menschen ums Leben. Die Welt war danach in der Tat eine andere.

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Aug. 2021 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Senioren, Film | Kommentieren

462_0-1Der Rundschau Credo: „Sapere aude – wage zu denken!“ – Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Immanuel Kant

Diese Sachliteratur lebt von ihrer Informationsdichte, Rolf Bergmeier beschreibt in die „Christlich-abendländische Kultur“ genau diese als Legende. Richtig unterhaltend wird’s aber, wenn mit großer Sorgfalt gearbeitet wird, oder besser, eine griffige These hinzukommt, die kraftvoll genug ist, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen. Dann liest sich Sachliteratur so spannend wie gute Belletristik.
Rolf Bergmeier ist Sachbuchautor mit der deutlich steilen These des Sachbuchdramatikers. Nun kann aber die spektakulärste These nichts reißen, wenn sie nicht zu wachsender Gewissheit heranreift, indem sie konsequent den finalen Beweis sucht. Oder, auf einfach: Der Verfasser einer These behauptet erfolgreich seine Wahrheit. Nun gibt es beinahe so viele Wahrheiten wie Thesen. Die Wahrheit des Rolf Bergmeier in „Christlich-abendländische Kultur“ lautet kurz und knapp: Diese Kultur i s t eine Legende.

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Aug. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

Nach 36 Jahren ist das Gedenken zu einem festen Bestandteil des deutschen Kalenders und des deutschen Eventwesens geworden. Per Leo hält das Ganze für ziemlich verlogen. Und letztlich für überflüssig. Für eine in sich kreisende Selbstbeschäftigung, in der es gar nicht mehr ums Gedenken, sondern ums Bad in der angeblichen moralischen Läuterung geht. Und in der die Warnung vor der Gefahr des Antisemitismus zu einer leeren Formel, zu „Wiederholungspanik“ geworden ist. Die Gedenkdeutschen gedächten gar nicht, sondern feierten nur sich selbst. Leo spricht von „deutscher Selbstgefälligkeit“, von einer „schamlosen Zudringlichkeit“ der schuldbelasteten Vergangenheit und versteigt sich zu albernen Sätzen wie diesen, der mit Sicherheit nicht die deutsche Befindlichkeit hinreichend beschreibt: „Wir gedenken, also sind wir.“ Und er scheint sich als mutiger Entlarver vorzukommen, wenn er das Berliner Denkmal für die ermordeten Juden Europas eine „Mahnmalimmoblie“ nennt. Der flammende Verriss deutscher Gedenkpraxis könnte freilich Folge einer gewissen Sichtverengung sein.

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Aug. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

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