Werden über die die deutsche Sprache bislang Frauen und soziale Minderheiten diskriminiert?  Behörden, Firmen und auch der Duden schaffen jedenfalls schon mal Fakten, obgleich es für den Wandel keine Mehrheit gibt.
Manche blicken nach Karlsruhe, wo das Bundesverfassungsgericht 2017 entschied, dass die Zweiteilung der Menschen in Frauen und Männer für manche diskriminierend sei.

„Divers“ heißt darum inzwischen die dritte Option im Geburtsregister und in Stellenanzeigen. Um dieser Gruppe auch sprachlich gerecht zu werden, verwenden mittlerweile nicht mehr nur Aktivist(*)innen besondere Schreibweisen wie dieses Gendersternchen.

⇐ Gerade erschienen im Fach-Buch-Verlag –
Für 14.99 € bekommen Sie das in Ihrer Buchhandlung

(mehr …)

Nov. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Sapere aude, Senioren | Kommentieren

Die ‚Pope Burning Procession’ in London von 1679.

Bei den ‚Hygienedemonstrationen‘, die im Mai 2020 in verschiedenen deutschen Städten stattfanden, behaupteten notorische Verschwörungstheortiker bekanntlich, dass politische und gesellschaftliche Eliten die Pandemie dazu nutzen, um geheime, schon von langer Hand geplante Ziele in die Tat umzusetzen. Als solche Ziele wurden die Errichtung einer Weltregierung imaginiert oder auch der Umbau der deutschen Demokratie zu einer Diktatur – wogegen die Demonstranten mit der Parole ‚Wir sind das Volk‘ aufbegehren. Das Impfprogramm der Gates-Stiftung wird dabei als hinterlistiges Mittel denunziert, mit dem die Menschen gefügig gemacht werden sollen, womit er als Mastermind und heimlicher Profiteur der ‚Corona-Verschwörung‘ gilt.

 

(mehr …)

Nov. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Senioren, Wissenschaft | Kommentieren

Sapere aude: Anschwellende Arbeitslose, wachsende Armut, leere öffentliche Kassen, steigende Verschuldung: Hängt das Modell Deutschland in der Sackgasse? Offenkundig ist, dass die Karre einmal mehr – oder zumindest ein wenig mehr als gar nicht – im Dreck steckt. Derweil streiten sich die Insassen in zunehmend schrillen Tonlagen. Ein Schlagwort klingt immer lauter durch das Gezeter und Gewirr: “Elite”. Elite – nun ja… ein (ehemaliger) KFG-Hebräischlehrer (genau, ebender) tönte vorzeiten davon, seine Schüler aber hörten hingegen eher amüsiert bis irritiert zu (desgleichen, wenn von anderer Seite “Klassengesellschaft” sowie “Establishment” ins Spiel gebracht wurde).

(mehr …)

Okt. 2021 | Heidelberg, Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren

So berechtigt es ist, die fragwürdigen Geschäfts-Prinzipien der Social-Media-Konzerne  anzuprangern – mit dem Finger auf Facebook als dem Schuldigen an der wachsenden Ausbreitung von Hass und Gewalt zu zeigen, lenkt von der wahren Dimension des Problems ab und trägt letztlich zu seiner Verharmlosung bei. Hass und Gewalt in den sozialen Medien sind Symptome einer viel tiefer liegenden zivilisatorischen Krise.
Facebook und andere soziale Plattformen sehen sich zur Zeit heftiger Kritik ausgesetzt. Um ihre Reichweite zu steigern, so heißt es, förderten sie bewusst irrationale Kontroversen und zum Hass aufstachelnde Äußerungen. Insbesondere Facebook wird vorgeworfen, zerstörerische Konflikte zu schüren und daher für Ausbrüche exzessiver Gewalt mitverantwortlich zu sein.

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Essay, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Sapere aude, Senioren, Zeitgeschehen, Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch | Kommentieren

Dieser Film kommt  emanzipatorisch einher, ohne die ansteckende Boshaftigkeit älterer Halloween-Filme zu verlieren, ja, noch blutrünstiger und sadistischer zu sein als als diese.  Die konsequente Anwendung eines „colorblind storytelling“ lässt Heinz Emigholz‘ „The Last City“ nicht nur zu einer formal radikalen Einübung in Traumlogik werden, sondern auch zur ziemlich zynischen Parodie auf jedes Konzept von Identitätspolitik.

 

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Film | Kommentieren

Katharina Rogenhofer und Florian Schlederer, Mitbegründer von Fridays for Future Österreich und des Klimavolksbegehrens, haben ihre Klimaexpertise in ein Buch gepackt: Normalerweise machen wir das nicht. Das Ende eines Buches zu verraten. Doch der letzte Satz von Katharina Rogenhofers und Florian Schlederers Ändert sich nichts, ändert sich alles ist so eine perfekte Zusammenfassung, nicht nur des Buches, sondern auch unserer Zeit, dass es fahrlässig wäre, es nicht an den Anfang dieses Textes zu packen: „Und ich setze viel Hoffnung in Sie.“

Aber keine Sorge. Das Buch ist keine 288 Seiten lange Anschuldigung an die umweltschädigenden Lebensgewohnheiten der Leserinnen und Leser. Sie werden sich trotzdem schlecht fühlen, glauben Sie mir. Denn es ist kurz vor knapp, und das bringen Rogenhofer und Schlederer auf den Punkt.

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Okt. 2021 | Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

Die Wenigsten werden heute die zweite Hälfte der 1950er Jahre als Zeit benennen, in der „cinema riots“ oder „Konzert-Krawalle“ Öffentlichkeit, Medien und Politik ausdauernd beschäftigten und Kriminologen, Psychologen und Soziologen zu umfangreichen Studien herausforderten. Bei mehr als 100 Halbstarken-Krawallen alleine in der Bundesrepublik zwischen August 1956 und September 1959 kann durchaus von einem Massenphänomen gesprochen werden: aufrührerische Zeiten in den vermeintlich so betulichen und biederbürgerlichen Fünfzigern!
Erinnerungskulturell präsenter sind da natürlich die Jahre der „Studentenbewegung“ in der zweiten Hälfte der 1960er, kurz „die 68er“. Gerade einmal zehn Jahre liegen beide Zeiträume auseinander – aber „zusammengedacht“ wurden sie eigentlich nie! Auch nicht von dem – 1968 geborenen Berliner Historiker Bodo Mrozek, der ein Jahr nach dem fünfzigsten „68er-Jubiläum“ in 2018 ein fulminantes Buch vorlegt, das ein Rezensent der einflussreichen „Historische Zeitschrift“ mit Recht bereits kurz nach Erscheinen „als Standardwerk“ geadelt hat.

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren

Die Entscheidung des Nobel-Komitees zur Verleihung des Friedensnobelpreises an den russischen Journalisten Dmitri Muratow zeigt das Elend unserer Zeit: Feindbildaufbau fördert die weitere Konfrontation. Damit unterscheidet sich diese Preisverleihung deutlich von jener an Willy Brandt am 10. Dezember 1971. – Mit Recht ist die Auszeichnung des russischen Journalisten ein Signal gegen den Mangel an Pressefreiheit in Russland. Damit wird aber zugleich die Lage im Westen beschönigt – sozusagen in voller Anwendung des Wippschaukeleffektes, dieser professionell angewandten Methode der Manipulation. 

Wie steht es denn um die Pressefreiheit in Deutschland, in Frankreich, in den USA?

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Politik, Senioren, Zeitgeschehen | Kommentieren

In „Die Hohenzollern und die Nazis“ erzählt Stephan Malinowski für das große Publikum, wie Mitglieder der Monarchenfamilie zu Steigbügelhaltern Hitlers wurden:

In der Nacht des 30. Januar 1933 wurden in Berlin der Oberwachtmeister Josef Zauritz und der SA-Führer Hans Maikowski erschossen, der an der Spitze des berüchtigten „Mördersturms 33“ gestanden hatte. Die Totenwache von Tausenden SA-Männern in Charlottenburg mündete in eine spektakuläre Trauerfeier im Berliner Dom. Sie war als Staatsbegräbnis inszeniert; auch der neue Reichskanzler Adolf Hitler nahm teil, in dessen Kabinett die NSDAP noch auf die Unterstützung der DNVP und parteiloser Exponenten der politischen Rechten angewiesen war.

(mehr …)

Okt. 2021 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

« Vorherige SeiteNächste Seite »