
Louis Chalon: Circé Pagan & Natural – Etsy France
In einem Kellergewölbe unter der Via Luigi Luzzatti, einer ruhigen Wohnstraße zwischen dem Kolosseum und dem römischen Hauptbahnhof, beherbergt die Vatikanverwaltung einen ungewöhnlichen Gast. Man kann hier in die Tiefe steigen und Circe besuchen, die Zauberin von der Insel Aiaia, die Odysseus einst den Weg in den Hades wies und seine Gefährten in Schweine verwandelte. Ein knappes Jahrhundert lang hat die Vatikanverwaltung von ihrem Gast nichts gewusst, aber jetzt hat sich das geändert und die Kirche steckt in ein paar Erklärungsnöten: Was soll die Anwesenheit dieser homerischen Gestalt in einer urchristlichen Grabstätte bedeuten? Zeigt sie, dass frühe Christen bestimmten heidnischen Traditionen näherstanden als gedacht? Ist die Anwesenheit der alten Giftmischerin sogar ein verschlüsselter Hinweis auf frühchristliche Drogenrituale?
Theodor W. Adorno hat den Grundfragen der Dialektik eine seiner Grundvorlesungen gewidmet – worin er als Verfahren die dialektische Reflexion als Verfahren bestimmt, das begreifen will, was sich dem begrifflichen Erfassen entzieht.
Für die neue Edition ihres fünften Albums „Dampferjazz“ holte sich die Kultband aus Berlin und Potsdam, das renommierte Deutsche Filmorchester Babelsberg mit ins Boot. Das Ergebnis kann sich allemal hören lassen. Dank orchestraler Klangkörper-Power gewinnen die neu aufgenommenen Titel „Frodo & Sam“, „Penny“, „Der tapfere Igel“ und „Kleines sauberes Städtchen“ nochmal so richtig an klasse, was wahrlich schwer genug gewesen sein dürfte.
Der „Mechanismus von Antikythera“ war eine archäologische Sensation – und seit über 100 Jahren ein Rätsel: Was konnte diese Maschine leisten, die 2000 Jahre lang auf dem Meeresgrund lag?
Ein Blick auf besondere Regenbogen in der Kunst: Was vor vielen Jahrhunderten als künstlerische Reflexion eines Naturphänomens begann, hat für Künstler der Moderne und Gegenwart oft eine tiefe persönliche Bedeutung, die in neuen Zugängen und Materialien ihren Ausdruck findet.
Männerbünde sind Heimstätten der Homosexualität – und pflegen in aller Regel zugleich homophobe Rhetoriken. Priester sind schon, bevor sie geweiht werden, im Priesterseminar unter ihresgleichen: unter Männern. Warum sie sich wenig aus dem Gottesgeschenk der Liebe zwischen Mann und Frau machen, müssen sie nicht in latent peinlichen sexuellen Kategorien darlegen, sind sie doch bereits – aus hehren theologischen Gründen eh´ zum Zölibat verpflichtet.
Mit „Dark Glasses“ hat Dario Argento vielleicht nicht unbedingt den besten Film seiner letzten 25 Jahre gedreht – ziemlich sicher aber den interessantesten. Um zu relativieren: was wenig zählt, angesichts dessen, dass die enthusiastische Verehrung, die dem italienischen Regisseur sowohl im klassischen Nerd-Fantum als auch in Teilen zumindest der cinephilen Filmbranche zuteil wird, ist – hier jedenfalls – melodramatisch grundiert.