Im Frühjahr 2006, während der Streit um die Mohammed-Karikaturen tobte und europäische Regierungen, Unternehmen und Medien sich um die verletzten Gefühle der Muslime sorgten und den Dialog der Kulturen beschworen, hielt Ayaan Hirsi Ali in Berlin eine außergewöhnliche Rede über das „Recht, zu beleidigen“. Die deutsche Presse hat kaum darauf reagiert, und niemand druckte die Rede ab. (mehr …)
Im September 1998 zog der Fischer Jean-Claude Bianco nahe Marseille ein silbernes Armband aus dem Meer. Darin waren der Name des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, die Adresse seines New Yorker Verlegers und Consuelo, der Vorname seiner Ehefrau, eingraviert. (mehr …)
Mit einer «erklärenden Note» hat die vatikanische Glaubenskongregation letzte Woche die theologischen Ansichten des in El Salvador wirkenden Jesuiten Jon Sobrino kritisiert. Es handelt sich um die erste Abmahnung eines mißliebigen Theologen seit dem Amtsantritt des neuen Papstes. – Wird das Klima in der katholischen Kirche wieder rauer? Wie steht es um den theologischen Pluralismus im Vatikan? Diese und andere Fragen berührt folgender Text, mit dem zwei katholische Theologen zu der Strafaktion Stellung nehmen. (mehr …)
In seinem Buch „Das Reich der Zeichen“ beschrieb der französische Geisteswissenschaftler Roland Barthes Japan als ein Land, dessen komplexe Realität wir mit westlichen Augen kaum unverfälscht zu erfassen vermögen. Es sei unmöglich, unter die Oberfläche zu gelangen und Philosophie und Gebräuche der Japaner ganz zu verstehen.
Vieles scheint einem übergeordneten Gesetz zu gehorchen, das seinen Ursprung in der Natur hat und von Japanern offensichtlich ganz anders als von Europäern wahrgenommen wird: Wo würde im Westen das Moos im Wald sorgfältig von herabgefallenen Blättern gesäubert, wo würde den mit einer Harke erzeugten akkuraten Kreisen in einem Steingarten solch eine Bedeutung beigemessen, und wo erhielten sie gar im Laufe der Zeit einen anderen Verlauf?
Es bleibt eine Fülle von – auch widersprüchlichen – Eindrücken, wenn man die Tempel und Schreine in Koyto gründlich studiert. Es gibt heilige Stätten für das Leben im Diesseits, sowie, nur einige wenige Schritte weiter, für das Jenseits – schon deshalb scheint der Pragmatismus das höchste Gut in der japanischen Gesellschaft.
Der in Prag gebürtige und in Heidelberg lebende Fotograf und Kunstkritiker Milan Chlumsky hat die heiligen Orte und Gärten Japans mit der Kamera festgehalten. Sich auf Roland Barthes beziehend, bei dem er an der Sorbonne studierte, benennt Chlumsky seine Fotografien als Eindrücke, keinesfalls als Feststellungen.
Ausstellung im Foyer der Stadtbücherei Heidelberg
1. August bis 15. September 2007
Di-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-16 Uhr
Wir stellen hier die angebotenen Varianten einer Theatersanierung vor. Rhein-Neckar-Zeitungsleser haben offenbar mehrheitlich für die Variante 2b votiert, was möglicherweise als Stimmungsbild aller Heidelberger zu gelten versuchen wird, die sich „Wir retten unser Theater“ ans Auto oder sonstwohin geklebt haben. Was mit der Variante 2b jedoch „gerettet“ werden soll, hat unserer Meinung nichts mehr mit „unserem“ Theater zu tun. Was die Variante 2b aus dem Zuschauerraum werden lassen würde, vermitteln zwei Bilder (Architektenbüro Belzner Holmes), die wir Ihnen hier vorstellen. Deshalb, aber nicht nur deshalb, votieren wir für die Variante 2a. Schreiben Sie uns Ihre Meinung direkt ins Kommentarfeld unter dem Text. Bitte helfen Sie, „unser“ Theater zu retten. (mehr …)
Für alle die, die noch nicht in der Vorstellung waren: es gibt noch Karten !! (mehr …)
Meine Gegenwelt dauert zehn bis (naja, ungefähr) dreißig Minuten und spielt sich im Bett ab. Dieser Satz ist im höchsten Maße Mißverständnissen ausgesetzt, ich muß ihn sofort erläutern: Ich rede von den ersten Minuten nach dem Aufwachen. Immer wenn die böse Außenwelt es erlaubt, bleibe ich noch (mindestens) zehn Minuten liegen und lasse die Einfälle kommen, wie sie wollen. Heute denke ich über das Sein und das Nichtsein und über das Denkmal- und Baurechtsamt der Stadt Heidelberg nach und störe aber das Durcheinander solcher Einfälle nicht; ich genieße diese Zeit der Phantasie. (mehr …)
Wir werden uns auch weiterhin tabulos wenden gegen alle grundgesetzwidrigen und damit integrationsfeindlichen Verhältnisse und Zustände innerhalb der muslimischen Minderheit, allen voran gegen die inakzeptable Stellung der Frau, wie sie niemand erschütternder dokumentiert hat als die türkische Soziologin Necla Kelek, im Namen aller anderen entwürdigten und bedrohten Leidensgenossinnen. (mehr …)
Im Internet haben einige Blogger dem Islam (wir hingegen -nachzulesen in unserer Rubrik: „sapere aude“) den fundamentalistischen Islamisten) den Krieg erklärt. Seit den Anschlägen des 11. Septembers 2001 und mit noch größerer Konsequenz seit dem Streit um die Mohammed-Karikaturen wehren sich die Blogger gegen eine «schleichende Islamisierung Europas». (mehr …)
Während Lale Akgün sich über angebliche Morddrohungen Rechtsradikaler beklagt, für die – so wir das richtig verstanden haben – Ralph Giordano mit seiner Kritik am Bau der Groß-Moschee in Köln-Ehrenfeld verantwortlich ist, (mehr …)