Das Städtchen Springfield, in dem die Simpsons leben, liegt zwar mehr überall als nirgendwo, (mehr …)

Okt. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

andre-glucksmann.jpgWie der französische Philosoph sich sein Leben zurechtdenkt. „Wut eines Kindes, Zorn eines Lebens“ – wer in den Spiegel autobiographischen Schreibens schaut, entdeckt darin nicht selten einen Fremden. Glucksmann aber findet im Wesentlichen den unabhängigen, ideologiefeindlichen Geist, der er immer schon gewesen zu sein meint. (mehr …)

Okt. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Zeitgeschehen | Kommentieren

Tocotronic http://www.tocotronic.de/ veröffentlicht wieder einmal mehr als nur ein weiteres Album. „Kapitulation“ erscheint als Manifest. Die achte Platte endet mit der unablässig wiederholten Litanei „Kein Wille triumphiert!“ Wer so aus der CD entlassen wird, verweigert sich der (sogenannten) neoliberalen Leistungsethik nicht nur, weil er keinen Bock mehr hat. Sondern weil ihn als Deutschen das historische Gewissen plagt. (mehr …)

Okt. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren

Meine Gegenwelt dauert zehn bis dreißig Minuten – (mehr …)

Okt. 2007 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

Es ist nun einmal so: Das Gegenteil des Profis ist der Dilettant, der Laie oder der Amateur, auf gut Deutsch: der Liebhaber. Der Amateur liebt seinen Gegenstand, aber er geht nicht professionell mit ihm um, sonst wäre er kein Amateur, sondern eben ein Profi. Wo dieser Gegenstand die Literatur ist, gewinnt man jedoch zunehmend den Eindruck, dass auch das Umgekehrte gilt: Der Profi geht professionell mit ihr um, aber er liebt sie nicht. Das bekannte Lied Georg Kreislers vom Musikkritiker, der maßlos leidet, wenn er in Konzerte gehen muss, enthält bei aller satirischen Übertreibung einen wahren Kern. Der Überdruss an der zum Beruf gemachten Liebhaberei übertrifft nicht selten den Genuss. (mehr …)

Okt. 2007 | Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

Mächtig scheint die zeitgenössische Kunst vom Glorienschein der (Pop-)Musik angezogen. Diverse Ausstellungen haben sich in den letzten Jahren einmal mehr empathisch, einmal mehr kritisch dem Phänomen genähert. (mehr …)

Sep. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Zeitgeschehen | Kommentieren

Nehmen wir dem Leben und dem Tod das „metaphysische“, denken wir nicht an Hölle, nicht an Teufel, die Erbsünde oder das Paradies. Nehmen wir Tod wie Leben als diesseitiges, als irdisches Geschehen. Nehmen wir beides als Geschenk! Verzichten wir, was den Tod angeht, getrost auf alle antiken oder vulgärbiologischen Tröstungen einer „Rückkehr in die Natur“. Das menschliche Leben – dieses menschliche Leben – hört auf.

Unser memento mori gilt dem diesseitigen Leben, nicht aber dem Seelenheil. Gibt es nämlich keine Zukunft jenseits des Sterbens, gibt es auch keine Gründe, die Gegenwart wegzuwerfen; und weil der Tod das gewusste Ende ist, hat auch die Sparsamkeit – an Lust, an Liebe, an Genuss – nur begrenzt Sinn.
Sinnstiftend gründeten wir also – nicht zuletzt natürlich nicht nur aber auch der zu erwartenden jedenfalls erhofften Steueranteile wegen (die wir natürlich einzuklagen bereits sind, andere bekommen das schließlich auch) die:

Religionsgemeinschaft Veritanische Akademie Heidelbergensis

Da wird uns alleweil und allüberall das „Hohe Lied der Arbeit“ gesungen, einer Arbeit, die angeblich unverzichtbar zur Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit gehört. Der veritanisch disponierte Mensch, also einer im Vorstadium seines wissenschaftlichen Studiums an der „Veritanischen Akademie zu Heidelberg“ (Kontakt: gottschling@rundschau-hd.de) begegnet solchen Ideologien mit grundsätzlichem Unbehagen und tiefem Misstrauen. Durch unsere Institution wird der Adept theologisch davon unterrichtet, daß nach Genesis 2,8 Gott einen Garten Eden pflanzte und Adam, den Menschen, mitten hineinsetzte, in ein Paradies also, in dem dieser Mensch ein müheloses und sorgenfreies Leben hätte führen können. Es sollte sich dann aber das Mysterium des Sündenfalls (Gen 3,17) begeben und Gott sprach: „In Kummer sollst du essen alle Tage deines Lebens und du sollst vom Kraut des Feldes leben … Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen“. Das wurde zweifellos von Vegetariern, Müslifreaks und Vollkornaposteln zu wörtlich genommen. Wie auch immer schwitzen die Menschen nun nicht nur bei der Arbeit, die ja im Paradies eigentlich gar nicht vorgesehen war, sondern auch beim Essen von Sauerkraut und Sauerbraten, bei Schlachtplatten, Hummerschwänzen und allerlei Patisserie.

Jedoch ist der Mensch ursprünglich zweifellos zur Muße geschaffen! Unsere Religionsgemeinschaft jedenfalls hat das zu ihrem Credo gemacht …

Bereits die klugen Griechen wußten das. Sie pflegten die Muße in der Weise, als sie sich auf philosophische Gespräche einließen, und erörterten auf diese angenehme Art mathematische, geometrische, politische und astronomische Probleme. Das alles nannten sie „skolé“ und spazierten dabei im Schatten von Pinien und Zypressen. „Skolé“ bedeutet aber nicht Schule, sondern Muße. Für Schule gab es ein anderes Wort, nämlich „didaskaleion“, was soviel wie Lehranstalt heißt. Erst die Römer machten aus „skolé“ ihre „schola“ – wer über all dies auch nur ein ganz bisschen mehr als gar nicht nachdenkt, wird leicht erkennen, daß unsere Schule im eigentlich griechischen Sinn ein komplettes Mißverständnis ist.
An der veritanischen Akademie zu Heidelberg hingegen wird gelehrt, es gehöre zur Mittelmäßigkeit, sein Selbstwertgefühl vorwiegend aus der Arbeit zu stabilisieren und die Freizeit totzuschlagen, statt sie in Muße zu genießen. Der Veritologe wird nach der Erkenntnis leben, daß der Fleiß Mittelmäßiger mehr Schaden anrichtet als die Faulheit der Begabten. Deshalb wird er auch nicht müde (man verlasse sich darauf), das Mittelmaß und die mit ihm verbundene Selbstgerechtigkeit bloßzustellen.

Nun ist es aber eine Form – auch – der Arroganz, Mittelmaß und Mittelmäßigkeit entlarven zu wollen, wenn die Einsicht fehlt, daß man selbst dazu gehört. Die Herausforderung an den Veritologen besteht nun darin, diesen Zustand zu reflektieren und damit zu transzendieren. Er weiß, daß ein Mensch, der keine Dummheit macht, auch nichts Gescheites zuwege bringt. Doch er wird sich auch nicht mit der Feststellung begnügen, daß gesellschaftlich kaum etwas so erfolgreich sei wie die Dummheit, wobei das Recht auf Dummheit schließlich sogar von der Verfassung geschützt ist; es gehört zur Garantie für freie Entfaltung der Persönlichkeit. Es darf nun aber andererseits der Klügere unter den Mittelmäßigen, also der Veritologe, nicht, wie das geflügelte Sprichwort nahelegt, Volkesmundes wegen nachgeben. Würde doch so die Weltherrschaft der Dummen gefestigt.

Wir, wer wüßte das besser als Jürgen Gottschling, schaffen uns keine Freunde unter jenen,

florett.jpgdie wir (auch künftig!) mit veritologischem Florett attackieren.Dabei halten wir es mit Jean Paul Sartre, der wusste, dass, „wer die Dummköpfe gegen sich hat, Vertrauen verdient“. Lasset uns denn also – auf dass das auch das Finanzamt mitbekommt – beten. Und (im Vertrauen auf uns) dereinst fröhlich sterben! Katharsis – die emotionale und psychische Reinigung – ist angesagt. Anderswo wie auch und gerade jetzt und hier! Staat, tu was für uns. Und, ZDF gib uns Raum für unser Wort des „Frei-Tags“- drei mal drei ist neune, ihr wißt schon, wie ichs meine …

Sep. 2007 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

Das Internet ist frei, und niemand kann es unter seine Kontrolle bringen. Wer diesen Satz heute noch glaubt, ist naiv. Die freie Rede im Internet ist bedroht. Schuld daran sind die, die sich nicht unter Kontrolle haben. (mehr …)

Sep. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Zeitgeschehen | 4 Kommentare

Zur Wirklichkeit Europas gehört anscheinend das verbreitete Gefühl, Europa sei etwas Unwirkliches. Es müsse doch, sagt dieses Gefühl, außer der Paragraphenflut aus Brüssel noch etwas Verbindliches, neben dem Binnenmarkt noch etwas Verbindendes geben, im rechtlich-ökonomischen Rohbau namens Europäische Union noch etwas irgendwie kulturell Erbauliches und Gemeinschaftsstiftendes. (mehr …)

Sep. 2007 | Allgemein, Feuilleton, Politik | Kommentieren

„One of my first impressions“ notierte Fritz Henle unter einer Aufnahme des RCA Gebäudes in New York im Jahre 1937. Auf ihr ist der 70stöckige Skyscraper im hellen Sonnenlicht mit einem davor stehenden Chevrolet zu sehen, (mehr …)

Sep. 2007 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell | Kommentieren

« Vorherige SeiteNächste Seite »