Der italienische theoretische Physiker Carlo Rovelli, Professor an der Universität von Marseille, dürfte einem breiten Publikum erstmals mit seinem 2015 auf Deutsch erschienenen Titel „Sieben kurze Lektionen über Physik“ aufgefallen sein. Er gilt als einer der Begründer der Schleifenquanten Gravitation – eines Ansatzes, der die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenphysik miteinander zu vereinen sucht. Dabei hat Rovelli anscheinend mit der Zeit ein Problem, denn bei Wikipedia lässt sich nachlesen, dass einer seiner Hypothesen nach die Zeit „ein emergenter thermodynamischer Prozess sei“.

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März 2023 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren
Wer ein Pferd wiehern hört, könnte sich täuschen. Vielleicht ist es ein Rabe, der neben einer Koppel nistete und die Laute von Pferden in seine Vogelsprache aufgenommen hat. Auch hinter dem Quaken eines Frosches könnte ein Rabe stecken. Selbst beim »Plop« eines Tennisballs. Raben sind in der Lage, täuschend echt Laute aus ihrer Umwelt zu imitieren. Eigentlich gehören sie zu den Singvögeln, doch wer ihre Rufe im Ohr hat, etwa das raue »rap« oder »haa! – haa! – haa!«, der stimmt sicher zu, dass die Bezeichnung »Sprechvögel« passender wäre.

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März 2023 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, In vino veritas | Kommentieren

Wie politischer Druck auf Medienhäuser wirkt, hat zuletzt der Fall des BBC-Journalisten Garry Lineker in Großbritannien gezeigt. Auch in Westeuropa müssen wir viel mehr für Pressefreiheit einstehen. Garry Lineker, Ex-Fußballprofi und Starmoderator in der beliebtesten Fußballsendung Großbritanniens „Match of the Day“ ist wieder zurück auf Sendung. Seine vorläufige Suspendierung hat der BBC viel Kritik eingebracht. Der Moderator hatte auf Twitter die britische Regierung für ihre Asylpolitik kritisiert – die BBC ließ Lineker daraufhin nicht mehr auf den Bildschirm. Doch der öffentliche Protest wurde so groß, dass die BBC ihre Entscheidung zurücknahm.

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März 2023 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Sapere aude | Kommentieren

Wladimir Putin: Russlands Machthaber treibe das Land in den Ruin, schreibt Experte Gerd Koenen

Das Verhältnis Russlands zum Westen ist seit langer Zeit aggressiv – nur wollte das in der deutschen Politik kaum jemand zur Kenntnis nehmen. Bis russische Truppen im Februar 2022 die Ukraine überfielen. Zum zweiten Mal seit 2014.
Mit kruden Behauptungen und immer wilderen Beschuldigungen will Wladimir Putin seither seinen völkerrechtswidrigen Krieg rechtfertigen. Der Historiker Gerd Koenen, einer der besten Kenner der deutsch-russischen Geschichte, erklärt im Interview, warum Russlands Machthaber in Wirklichkeit gar nicht an einem dauerhaften Frieden interessiert ist.

Herr Koenen, Russlands Angriff auf die Ukraine hat die Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Im Nachhinein wird nun immer klarer, wie systematisch Putins Regime schon seit Jahren versucht, Demokratien zu unterminieren. Gab es seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 jemals eine realistische Chance für eine gedeihliche Kooperation zwischen Russland und dem Westen?

 

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März 2023 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

Die Literaturkritik hat das Streiten verlernt, das Streiten darüber, was ein guter Text ist und was nicht. Warum? Auch die Literaturkritik kann sich nicht vom Mainstream lösen und Mainstream heute ist: Geschmack ist subjektiv; jedem Tierchen sein Pläsierchen; alles ist gut, Hauptsache es gefällt. Wenn alles jedoch subjektiv und gleich gut ist, dann ist Streiten sinnlos. Und dann aber wäre auch Kritik überflüssig, dann brauchte niemand mehr Rezensionen.
Wozu kann man sie schließlich noch gebrauchen? Will man das lesen, was einem gut gefallen wird, so ist der Amazon-Algorithmus jedem Kritiker skyscraperhoch überlegen: man bekommt auf Basis dessen, was man bisher gekauft hat, vorhergesagt, was einem ebenfalls zusagen werde. Eine auf die Masse aggregierter Bewertungen gestützte Prognose entsteht, die so individualisiert ist, dass sie den Lesergeschmack besser treffen wird als jeder Kritiker, und sei er noch so feinfühlig für den Zeitgeist.

 

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März 2023 | Allgemein, Essay, Feuilleton | Kommentieren
Was in Moskau in diesen Tagen besonders zählt, ist, was fehlt. Niemand spricht offen über den Ukrainekrieg. Der Begriff ist tabu und jede Äußerung gefährlich.
Von den Kämpfen 1.000 km weiter südlich zeugen lediglich Heldenporträts von Soldaten, die auf Werbetafeln (Bild) abgebildet sind.
Und doch befindet sich Russland mitten im Krieg.

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März 2023 | Allgemein, Essay, Feuilleton, Politik, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren

Dann jedoch wurde er als Kitschobjekt verschmäht – und ist seither der Inbegriff deutschen Spießertums. Damit tue man ihm Unrecht, sagt Sven ­Berrar, der mit rund 3.500 Exemplaren eine der größten Sammlungen Deutschlands besitzt. In einem Beitrag erzählt der Restaurator, weshalb er um das Image des Wichtelmanns kämpft. Sven ­Berrar arbeitet als Maler in der „Zwergstatt Gräfenroda“. Wie kann man sich das vorstellen?

Der Betrieb „Zwergstatt Gräfenroda“ wurde 1874 von dem Porzelliner und Modelleur Philipp ­Griebel in dem Thüringer Ort Gräfenroda gegründet. Die ersten Gartenzwerge sind dort um 1890 entstanden und von dort aus in die ganze Welt gewandert.
Sie waren viel größer als die heutigen Modelle. Wir produzieren immer noch in Handarbeit; vom Guss bis zum fertig bemalten Zwerg dauert die Herstellung in der Regel drei Wochen. Mittlerweile sind wir der weltweit letzte Betrieb, der tatsäclich noch an seinem Originalstandort traditionelle Gartenzwerge herstellt.

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März 2023 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas | Kommentieren

Ist da der Teufel am Werk? Papst Franziskus jedenfalls sprach oft vom personifizierten Bösen, zuletzt angesichts der massenhaften
Fälle sexueller Gewalt in der Kirche.
Diese Rede ist anschaulich und naheliegend, aber nicht ganz unproblematisch (Bild: Die Versuchung Christi, Pacher-Altar in St. Wolfgang (1471–1479). Von allen Seiten schreit die Not der Welt uns an: die Not des Krieges und der brutalen Gewalt; die Not der sozialen Ungerechtigkeit, der Armut und des Hungers; die Not der Krankheit, die Not des Zweifels, der Anfechtung und der Enttäuschung. Aber letztlich findet sich auf dem Grund aller dieser Nöte eine Not: die Not des Bösen, des Bösen in der Welt und des Bösen in unseren eigenen Herzen.“ Fünfzig Jahre ist es her, dass der liberale Alttestamentler Herbert Haag (1915–2001) diese Sätze geschrieben hat. Sie stehen am Anfang seiner kleinen, aber wichtigen Schrift „Abschied vom Teufel. Vom christlichen Umgang mit dem Bösen“.

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Feb. 2023 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Sapere aude, Senioren | Kommentieren
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Feb. 2023 | Allgemein, Feuilleton, In vino veritas, Junge Rundschau, Senioren | Kommentieren
Hallo Mittelalter, wir sind noch da! Von solcherlei Puppenspielern ist nicht zu erwarten, dass sie ihren Protagonisten etwas gegen den (Strafgesetzbuch) § 166 sagen lassen …

Hallo, geliebtes Mittelalter, wir sind noch da! Von solchen Puppenspielern ist freilich – was Wunder – nicht zu erwarten, dass sie ihren Protagonisten etwas gegen den § 166 (Strafgesetzbuch) sagen lassen …

Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo hatte eine Debatte über den Umgang mit Blasphemie ausgelöst. Die Ermordeten waren noch nicht bestattet, da war man bei der CSU bereits der Meinung, dass der deutsche Gotteslästerungsparagraph nicht etwa abgeschafft sondern verschärft werden müsse. Die Mörder und einige CSU-Funktionäre sind sich also offenbar darin einig, dass „Gotteslästerung“ bestraft werden soll. Lediglich das Strafmaß ist zwischen den Terroristen und der CSU noch strittig. Der Alibri-Verlag und wir lassen uns von dieser Allianz der Religioten jedoch nicht einschüchtern und haben daher einen Titel gewählt, der auf (u. a.) lächerliche Aspekte zielt:

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Feb. 2023 | Allgemein, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren

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