
Derweil er dem Bildungsbürger – ungemach schnell –
zum Outsider geworden war, schien er den Kleinbürgern alsbald ein Bourgeois zu sein – wobei er sich keines der ihm offenen Wege bediente: Er hätte schnell zugrunde gehen können, hätte ihn die materialistisch-bürgerliche Gesellschaft als unbrauchbares Glied einfach absterben lassen. Auch zum Clown und Unikum der Heidelberger Gesellschaft hätte er werden können, erlaubte sie sich den Luxus solcher Existenz in ihrem Schoß. Sie tat es, auch wenn sie über Polemiken von diesem Tenno oft genug erstmal den Kopf schüttelte. Letzteren aber eingeschaltet, verstehen die meisten Leser dann doch …
Dass die Leiterin der Heidelberger Dance Company Nanine Linning mit ihren Tänzern und Tänzerinnen nahezu zu einem eigenen Label geworden ist, hat sich längst herum gesprochen.
Ein Film als radikale und künstlerisch überzeugende Anklage gegen religiösen Fundamentalismus.
„Die große Datenflut“ war Schwerpunktthema der CeBit-Messe, Google gilt und ist Vorreiter unter den Datensammlern. Dass Datenmasssen auch ihre Schwächen haben, das haben US-Wissenschaftler in „Science“ ausgeführt, aber auch, dass sich diese Schwierigkeiten mit traditionellen wissenschaftlichen Grundsätzen leicht beheben lassen würden:
Wir bedürfen keiner begründeten Willensfreiheit. Wir haben sie längst und bedürfen einer Genehmigung von Niemandem. Was hat es mit Geist, Gehirn und Bewußtsein auf sich, was unterscheidet den Menschen (er kann lügen!) vom Affen und welche Rolle spielt die Spieltheorie in der Evolution: „Ob ich angreifen oder fliehen oder vielleicht auch nur drohen oder bluffen soll, hängt außer von meinem Handlungspotential auch von dem Gegenhandlungspotential des Partners ab.“ Und, seien Wolf Singer und Gerhard Roth beschieden, die gezwungen sind, den freien Willen zu bestreiten: Was wäre das doch für ein Scheißspiel, bei dem man selber keinen Zug machen dürfte … Wodurch also unterscheidet sich der Mensch vom Tier?
„Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele. So ich mit Menschen- und Engelszungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.“ Wie sie da recht hat, die Bibel. In der Tat! In der Tat?
Der mit 10.000 Euro dotierte Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg geht an Maximilian Probst. Er erhält den Preis für seinen Essay „Der Drahtesel. Die letzte humane Technik“ (in: Die Philosophie des Radfahrens, Mairisch Verlag 2013).
(mehr …)
Carl Zuckmayer schrieb am 4. April 1964 an Gustel Fraenger, die Witwe Wilhelm Fraengers:
Der Stolz einer Nation auf ihre Sportler war in der Vergangenheit immer assoziiert mit der Bewunderung der Waffenträger. Keulenschwinger, Hammer- und Speerwerfer, Fechter und Schützen, aber auch Reiter, Ringer und Faustkämpfer repräsentierten als Athleten die Wehrfähigkeit und den Behauptungswillen eines staatsbildenden Volkes, und wenn wir uns ein historisches Schlachtfeld vorstellen, wird klar, dass nicht nur die Verlierer um ihr Leben rennen mussten, sondern die Obsiegenden hinter ihnen her keuchten, weil ein entkommender Feind weiterhin der Gegner war. Und im Winter wird halt nicht nur gelaufen sondern auch gesprungen – um Gold, Silber, Bronce und um … dabei gewesen zu sein
Die Zukunft der deutschen Filmförderung liegt in den Händen des Bundesverfassungsgerichts, am Dienstag wird es urteilen. Soll man dem Kino nun wünschen, dass die Förderung kollabiert? Festivalleiter Lars Henrik Gass und Produzent Martin Hagemann nehmen kein Blatt vor den Mund. Im Gespräch mit Frédéric Jaeger beschreiben sie, wie Filmemacher an allen Fronten daran gehindert werden, innovativ zu arbeiten – und wie die Politik, das Fernsehen und Institutionen dafür sorgen, dass es bislang zu keinen Reformen kommt.