Schon lange ist kein umfassendes Werk mehr zum Heidelberger Schloss und seiner Baugeschichte erschienen. Nun konnte im Besucherzentrum des Schlosses das Buch des Architekturhistorikers Julian Hanschke präsentiert werden.
Vor vier Jahren hat sich der Autor auf einen langen, in vielfacher Hinsicht steinigen Weg der Selbstausbeutung begeben; er musste – zumindest – geahnt haben, was da auf ihn zukommt, worauf er sich mit dieser Arbeit eingelassen haben würde. Am Ende dann aber kam ein nicht nur fulminantes, sondern ein auf- und anregend großartiges Buch heraus, das nicht zu Letzt der vielfältigen Betrachtungsweise wegen alles in den Schatten stellt, was je zum Heidelberger Schloss erschienen ist. Die Idee dazu ist aus einem Projekt am Institut für Kunst- und Baugeschichte der Fakultät für Architektur am Karlsruher Institut für Technologie entstanden. Die Realisierung wurde sowohl von der Stadt Heidelberg wie auch von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg unterstützt. Eindrucksvoll und noch nie zu sehen: die vielen dreidimensionalen Rekonstruktionen der Bauphasen des mächtigen – es muss gesagt und geschrieben werden dürfen – weltbekannten Schlosses.
Die Weltpolitik gleicht einem aufziehenden Gewittersturm. Ob in Schwarzafrika oder Zentralamerika, in Arabien oder im Mittleren Osten – überall braut sich Unheilvolles zusammen. Und auch Europa und die USA, dereinst mal, sagen wir mal mit Einschränkungen, Hort der Stabilität, werden von Krisen heimgesucht wie schon seit langem nicht.
Das – alle Jahre wieder – beliebte Weihnachtskonzert im Rahmen des Barock-Festes findet in diesem Jahr am 18. und 20. Dezember jeweils um 19.30 Uhr in der einzigartigen Atmosphäre des Rokokotheaters Schloss Schwetzingen statt. Auch diesmal reist das Philharmonische Orchester Heidelberg musikalisch in die Zeit des Barock, gemeinsam mit der Sopranistin des Heidelberger Opernensembles Rinnat Moriah. Mit Werken von Corelli, Manfredini, Bach, Vivaldi, Telemann u. a. zünden sie anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfests ein musikalisches Feuerwerk sprühender Freude und funkelnder Virtuosität.
Nehmen wir mal, den als Musterbild eines Politikers geltenden Menschen, der mit dem Appell an dumpfe Vorurteile Karriere macht, als Beispiel. Der*In auf alles losgeht, was man mit etwas Phantasie als fremd oder undeutsch bezeichnen kann, weil er sich darauf verlässt, dass es für den politischen Erfolg keine differenzierte Argumentation braucht, solange man nicht an die Urteils-, sondern nur an die Vorurteilskraft seiner Wähler appelliert. Weil er schon von (wer auch immer hab ihn selig) Franz Josef Strauss gelernt hat, dass im Krieg der Meinungen die Lufthoheit über den Stammtischen entscheidend ist. Weil er den zentralen Lehrsatz des Populismus verinnerlicht hat: Das einfache Argument schlägt jederzeit das richtige. Diffamieren geht über Studieren.
Ich würde ja – wenn ich wüsste, dass ich könnte …
Gehen wir einmal davon aus, dass folgender Leitsatz für jede Begegnung mit anderen gilt:
Menschen verhalten sich völlig logisch –
vor dem Hintergrund ihrer Wahrnehmung und Beurteilung der Realität und
vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Ziele, Werte und Interessen.
Mit dem Schöpfer des berühmten „Abendliedes“, Matthias Claudius (1740 bis 1815), beschäftigt sich eine Veranstaltung am 10. Dezember 2015, zu der der Freundeskreis für Archiv und Museum der Universität Heidelberg und die Goethe-Gesellschaft Heidelberg einladen.
Der seit 1906 mit einer Nichtjüdin verheiratete und 1912 zum protestantischen Glauben konvertierte Romanist Victor Klemperer verlor 1935 durch die Nationalsozialisten seine Professur an der Universität Dresden. Die ihm aufgezwungene Untätigkeit nutzte er, um noch intensiver als zuvor Eindrücke und Gedanken schriftlich festzuhalten. Er schrieb eigentlich keine Tagebücher, sondern Notizen auf losen Blättern, und weil er befürchtete, dass die regimekritischen Aufzeichnungen bei einer unangemeldeten Hausdurchsuchung entdeckt werden könnten, brachte seine Frau Eva die Blätter regelmäßig zu einer unverdächtigen Freundin, die sie bei sich aufbewahrte. So blieben Victor Klemperers Tagebuch-Aufzeichnungen erhalten.
Ein bewegendes Dokument aus dem Widerstand gegen Hitler – Erstmals werden die berührenden Briefe und eindringlichen Kassiber veröffentlicht, die Hans von Dohnanyi, eine der führenden Persönlichkeiten des Widerstandes gegen das NS-Regime, aus der Haft an seine Frau Christine und an seine Kinder schrieb. Sie zeigen sowohl den liebevollen Ehemann und Vater wie den entschlossenen Verschwörer gegen Hitler, der sich auch in der Haft, den Tod vor Augen, nicht beugt.
Der Jurist Dohnanyi schloss sich bereits Ende der dreißiger Jahre Widerstandskreisen an. 1942 verhalf er einer Reihe von Juden, die als Agenten getarnt wurden, zur Flucht in die Schweiz, im März 1943 war er an einem Attentatsversuch gegen Hitler beteiligt, der jedoch fehlschlug. Im April 1943 wurde er wegen angeblicher Devisenvergehen im Zusammenhang mit der Fluchthilfe inhaftiert. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch flog seine Mitarbeit an den früheren Putschplänen auf. Am 9. April 1945 wurde er im KZ Sachsenhausen gehängt.
Als erste und einzige deutsche Stadt trägt Heidelberg seit genau einem Jahr den Titel „UNESCO City of Literature“. Am 1. Dezember 2014 reihte sich Heidelberg in den Verbund der von der UNESCO ausgezeichneten „Creative Cities“ ein. Bürgermeister Dr. Joachim Gerner, der die Bewerbung initiierte, zeigt sich zufrieden mit der bisherigen Entwicklung: „Die Arbeitsstrukturen stehen, wir haben uns international mit den anderen Literaturstädten vernetzt und jetzt steigen wir verstärkt in die Projektarbeit ein.“ Im Frühjahr 2016 stehen unter anderem Veranstaltungen zum zehnten Todestag von Hilde Domin und zum 125. Geburtstag des russischen Poeten Ossip Mandelstam auf dem Programm.
Am 11. und 12. September 1950 besuchte der französische Maler Jean Dubuffet (1901–1985) die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg – nur fünf Jahre, nachdem er den Begriff „Art brut“ für eine rohe, ungeschliffene, nichtakademische Kunst geprägt hatte. In einer Liste protokollierte und bewertete er die gesehenen Werke – meist in knappen Worten (z. B. „extrêmement intéressant“ „pas bien“ oder „mediocre“). Die Ausstellung rekonstruiert möglichst umfassend Dubuffets Blick auf die Sammlung.
Prinzhorns Buch Bildnerei der Geisteskranken war für Dubuffet wie auch für viele andere Künstler ein wichtiger Wegweiser für die Möglichkeiten in der Kunst. Mit seiner Beurteilung der Sammlung versuchte Dubuffet sich von seinem großen Vorbild abzusetzen, sein Eindruck war jedoch bei weitem nicht so abwertend, wie es in der kunstgeschichtlichen Forschung lange Zeit vermutet wurde.


