Ist da der Teufel am Werk? Papst Franziskus jedenfalls spricht oft vom personifizierten Bösen, zuletzt angesichts der massenhaften (tja, dann)
Fälle sexueller Gewalt in der Kirche.
Diese Rede ist anschaulich und naheliegend, aber nicht ganz unproblematisch (Bild: Die Versuchung Christi, Pacher-Altar in St. Wolfgang (1471–1479). Von allen Seiten schreit die Not der Welt uns an: die Not des Krieges und der brutalen Gewalt; die Not der sozialen Ungerechtigkeit, der Armut und des Hungers; die Not der Krankheit, die Not des Zweifels, der Anfechtung und der Enttäuschung. Aber letztlich findet sich auf dem Grund aller dieser Nöte eine Not: die Not des Bösen, des Bösen in der Welt und des Bösen in unseren eigenen Herzen.“ Fünfzig Jahre ist es her, dass der liberale Alttestamentler Herbert Haag (1915–2001) diese Sätze geschrieben hat. Sie stehen am Anfang seiner kleinen, aber wichtigen Schrift
„Abschied vom Teufel. Vom christlichen Umgang mit dem Bösen“.

(mehr …)

Nov. 2018 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Kirche & Bodenpersonal, Senioren | 2 Kommentare

juergen-gottschling-150x150Wir bedürfen keiner begründeten Willensfreiheit. Wir haben sie und bedürfen dazu einer Genehmigung von Niemandem. Was hat es mit (sic) Geist, Gehirn und Bewusstsein auf sich, was unterscheidet den Menschen vom Affen (genau: Wir können lügen) – und welche Rolle spielt die Spieltheorie in der Evolution? „Ob ich angreifen oder fliehen oder vielleicht auch nur drohen oder bluffen soll, hängt außer von meinem Handlungspotential auch von dem Gegenhandlungspotential des Partners ab“ – und, seien Wolf Singer und Gerhard Roth beschieden, die gezwungen zu sein scheinen, einen freien Willen zu bestreiten: Was wäre das doch für ein Scheißspiel, bei dem man selber keinen Zug würde machen dürfen? So jedenfalls belieben wir das zu sehen!

(mehr …)

Okt. 2018 | Allgemein, Essay, Gesundheit, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude | Kommentieren

Gleichermaßen aber unausrottbar wie die Lüge ist auch das Verlangen nach Wahrheit – Der Schwur der Horatier, Musée du Louvre – Bei allen unzähligen Versuchen, Kontrollmöglichkeiten für sowohl die Verlässlichkeit von Aussagen, Erklärungen, Ehrenworten oder Schwüren zu entwickeln, stehen Publikum und Richter immer noch dort, wo auch die Geschichte des Betrugs begann: vor dem Fiasko, dem Zusammenbruch. Dies zu ändern, müsste man schon die Schöpfung verklagen, was immerhin ein kleiner Gott aus dem dritten oder vierten Glied jener Unsterblichen im Mythos der Antike bereits wagte:

(mehr …)

Okt. 2018 | Heidelberg, Allgemein, Essay, In vino veritas, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren
In erstaunlicher Parallelität sind die Öffentlichkeiten weltweit durch das Gift des Populismus zugleich aufgestört und gelähmt worden. Das Phänomen der Konjunkturen kannte die Geschichte ja schon lange zuvor – eine der Fragen des Jahres 2018 lautet sicher: Warum gab es überall ein 1968, obwohl die Voraussetzungen in den einzelnen Ländern doch denkbar unterschiedlich waren? Was verband Mexiko und die ČSSR , China und Frankreich, Japan und die USA außer der Tatsache, dass die Jugend gegen die Alten rebellierte? Was verbindet heute die Philippinen mit Polen, Venezuela mit Ungarn, die USA mit der Türkei? Überall Populisten und Autokraten, gleichgeschaltete Staatsmedien, willfährige Privatmedien, vereinzelte Mutige im Gefängnis oder Exil und die Entfesselung im Netz.

(mehr …)

Sep. 2018 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Feuilleton, Politik | Kommentieren
Menschen mit Nahtoderlebnissen berichten von rätselhaften Phänomenen – häufig von einem Tunnel, an dessen Ende Licht erstrahlt. Auch seriöse Forscher behaupten:
Die Seele gebe es wirklich, und das unsterbliche Bewusstsein sei genauso wie Raum, Zeit, Materie und Energie ein Grundelement der Welt. Derweil früher das Leben nach dem Tod als Esoterik und unseriöse Einnahmequelle für Jahrmarktshellseher galt, gibt es mittlerweile jedoch bedeutende Strömungen in der Quantenphysik, die da anderer Meinung sind.

(mehr …)

Sep. 2018 | Allgemein, Buchempfehlungen, Essay, Gesundheit, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | Kommentieren

Die Lage hat viele Verursacher; sind es die Jobverlagerer, die ihre eigene Haut retten wollen, die Regierung, der es an handwerklicher Sorgfalt beim Formulieren der Gesetzestexte gebrach, oder (und) die Krisenverschärfer, in deren Augen Deutschland bereits Schauplatz einer gewaltigen Gerechtigkeitskatastrophe geworden ist, das Opfer der kapitalistischen Entzivilisierung?

 

(mehr …)

Sep. 2018 | Allgemein, Essay, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren

(mehr …)

Sep. 2018 | Allgemein, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Sapere aude | Kommentieren

Derweil „tno“ den Bildungsbürgern – ungemach schnell – zum Outsider geworden war, schien er den Kleinbürgern alsbald ein Bourgeois zu sein – wobei  er sich keines der ihm offenen Wege bediente: Er hätte schnell zugrunde gehen können, hätte ihn die materialistisch-bürgerliche Gesellschaft als unbrauchbares Glied einfach absterben lassen. Auch zum Clown und Unikum der Heidelberger Gesellschaft hätte er werden können, erlaubte sie sich den Luxus solcher Existenz in ihrem Schoß. Sie tat es, auch wenn sie über Polemiken von diesem Tenno oft genug erstmal den Kopf schüttelte. Letzteren aber eingeschaltet, verstehen die meisten Menschen dann doch …

(mehr …)

Aug. 2018 | Heidelberg, Allgemein, Essay, In vino veritas, Junge Rundschau, Politik, Senioren | Kommentieren

“Was sollte man einem Menschen antworten, der einem sagt, er gehorche lieber Gott als den Menschen, und der sich infolgedessen sicher ist, den Himmel zu verdienen, wenn er einen erdrosselt?” (Voltaire)

“Kolonialismus und Sklaverei haben im Westen ein Gefühl der Schuld hinterlassen, das dazu verführt, andere Kulturen einfach immer ganz wunderbar zu finden. Diese Haltung ist denkfaul, wenn nicht rassistisch.” (Ayaan Hirsi Ali)

(mehr …)

Aug. 2018 | Allgemein, Essay, In vino veritas, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Politik, Sapere aude | Kommentieren

wirklichManchmal, wir kennen es so, oder so alle, wissen am Morgen manchmal nicht mehr so recht, wer das sein soll, der, der uns da aus dem Spiegel anguckt, als wir – mit Pluralis Majestatis – am Tisch sitzen, Tee trinken und darauf warten, wieder ich, oder wieder er sie es selbst zu werden. Dieser makabre Zustand kann durchaus bis zum Abend anhalten.

Und, gerade wollen wir wieder zu Bett gehen, ziehen die Vorhänge vor, da fällt uns in einem flüchtigen Blick ein Licht gegenüber auf. Wir öffnen das Fenster, ein Luftzug berührt uns, und plötzlich merken wir, dass es ja wir sind, die das empfinden. Hier, am Fenster, in nach diesem, in diesem Leben nach einer schon ziemlich langen Abwesenheit.

(mehr …)

Aug. 2018 | Allgemein, Essay, Feuilleton, Junge Rundschau, Kirche & Bodenpersonal, Senioren | Kommentieren

« Vorherige SeiteNächste Seite »