Im Sommer 1938 verließ das jüdische Ehepaar Margot und Fred Bock mit dem zwölfjährigen Sohn Claus seine Heimatstadt Hamburg wegen des immer aggressiver werdenden Antisemitismus und zog nach Brüssel. Als Fred Bock im Auftrag belgischer Geschäftsfreunde nach Indien emigrieren konnte, entschieden sich die Eltern von Claus Bock, diesen in Europa in einem Internat der Quäker in Eerde/Niederlande zu lassen. Margot Beck meinte nicht nur, dass ihr Sohn eine Schulbildung in der reformpädagogischen Tradition deutscher Landerziehungsheime erhalten sollte, sondern auch, dass die Eerdener Hausmutter Josi Warburg, ihre ehemalige Klassenkameradin, ihn gut betreuen würde.

Aus Berlin kam im Juni 1939 Helene Goldschmidt mit ihrem Sohn Rudolf. auch zwölf Jahre alt, am Amsterdamder Hauptbahnhof an. Obwohl nur sein Vater, der 1935 verstorbene Kunsthistoriker und Galerist Fritz Goldschmidt, jüdisch war, schien es seiner Mutter sicherer, wenn Rudolf (den Namen Manuel bekam er erst später von seinen Freunden) seinem älteren Bruder Peter nach Eerde in das dortige Quäkerinternat folgen würde.

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Nov. 2017 | Heidelberg, Buchempfehlungen, Feuilleton, InfoTicker aktuell | Kommentieren

Wahnsinn, wie verschieden wir sind! Einer ist verträumt, die andere groß. Manche haben eine andere Hautfarbe als die meisten um sie herum, und manche finden Dinge schwer, die anderen leichtfallen. Alles ganz normal. Aber was ist schon normal?
In diesem Bilder-Lesebuch geht es genau darum: Bilder, Comics, Fotos, lustige und nachdenkliche Texte und Geschichten, die anregen, Menschen neu und anders zu betrachten.

Sie alle zeigen, dass wir viel mehr gemeinsam haben als uns unterscheidet. Und sie machen Mut, so zu sein, wie man ist, und andere sein zu lassen, wie sie sind – normal eben und ganz besonders.
Ich so, du so – gut so!

 

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Nov. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau | Kommentieren

Flucht und Integration gehören zu den beherrschenden Themen der Gegenwart.
Sie sind ein maßgeblicher Grund für den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien und drohen, die EU zu spalten.

Ein Blick in die Tiefen der Geschichte relativiert allerdings die »Flüchtlingskrise« des Jahres 2015.
Seit 1492 die sephardischen Juden von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden, ist Europa immer ein Kontinent der Flüchtlinge gewesen.

 

 

 

 

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Nov. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau, Politik | Kommentieren

Wladislaw Chodassewitsch (1886–1939), ein von Kritik und Literaturgeschichte lange Zeit vernachlässigter Autor, gilt in Rußland heute als einer der bedeutendsten Dichter und als heraus­­­­ragender literarischer Chronist seiner Epoche.

Kurz nach der Jahrhundert­wende im Umkreis des Symbolismus in die russische Lite­ratur eingetreten, entwickelte Chodasse­witsch bald eine eigene Sprache. Seine klassische form­strenge Lyrik unter Verzicht auf Innovation à tout prix bewegte sich gegen den Strom der Zeit, war keiner der damals zahlreichen lite­ra­­­­rischen Richtungen zuzuordnen. Die­se unabhängige Haltung finden wir auch in seiner Erinne­rungs­­­­prosa, die in der Genauigkeit der Beo­bach­tung, dem kritisch distanzierten Blick und einem lako­nischen, bisweilen ironischen Ton das Pendant zu seiner Lyrik bildet.

 

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Nov. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

Diese aufsehenerregende Anthologie vereint Essays, Reportagen und Kurzgeschichten von international gefeierten Autoren und bezeugt die Katastrophe, die die israelische Besatzungspolitik für das Westjordanland und Gaza bis heute bedeutet.
Für »Oliven und Asche« haben sich Michael Chabon und Ayelet Waldman, zwei der wichtigsten amerikanischen Schriftsteller unserer Zeit, mit der israelischen Organisation Breaking the Silence zusammengetan. Breaking the Silence wurde von ehemaligen israelischen Soldaten gegründet, die in den besetzten Gebieten gedient und Ungerechtigkeit direkt erlebt haben. Zusammen luden sie im letzten Jahr 26 international renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Eva Menasse, Dave Eggers, Colum McCann und Arnon Grünberg ein, sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage in den besetzten Gebieten zu machen. Entstanden sind eindrucksvolle, lebendige Geschichten und Reportagen, die uns den Alltag in Palästina erschreckend klar vor Augen treten lassen.

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Nov. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Politik | Kommentieren

Die Science Busters erklären das Weltall: Fast überall wird man entweder verstrahlt, bekommt keine Luft, erfriert oder verbrennt. Eine ganz miese Gegend also, und daher raten die Science Busters von einer Reise dorthin dringend ab.

Sie erklären, was sich Sternschnuppen wünschen, wenn sie einen Menschen sehen, wie das Universum endet – und wer das dann alles aufräumen muss. Eine faszinierende, exklusive Lese-Reise – ganz ungefährlich, neueste Experteninformationen und beste Unterhaltung inklusive.

Leseprobe (und Autorenportraits)

EUR 11,90 € [DE], EUR 12,30 € [A]
dtv Sachbuch
ISBN 978-3-423-34910-9
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Nov. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | Kommentieren
Die Frage «Was ist deutsch?» ist ihrerseits typisch deutsch – keine andere Nation hat so sehr um die eigene Identität gerungen und tut es bis heute.
Wie vielfältig und faszinierend die Antworten auf diese Frage im Lauf der Jahrhunderte ausfielen, das zeigt Dieter Borchmeyer, Professor für Neuere deutsche Literatur und Theaterwissenschaft an der Universität Heidelberg.
Er erzählt von einem Land zwischen Weltbürgertum und nationaler Überheblichkeit, vom deutschen Judentum, das unsere Auffassung des Deutschen wesentlich mitgeprägt hat, von der Weltkultur aus der Provinz (Weimar, Bayreuth), von der Karriere der Nationalhymne und der deutschesten aller Sehnsüchte: der nach dem Süden.

 

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau, Politik, Senioren | Kommentieren

Der Science Buster Florian Freistetter über den genialen Egomanen Isaac Newton – eine Biographie, wie es sie bislang nicht gegeben hat:
Im 17. Jahrhundert war es höchste Zeit, dass ein Genie auftauchte und Schneisen ins Dickicht des Unwissens schlug. Isaac Newton war dieses Genie. Und ein Arschloch. Science Buster Florian Freistetter zeigt, wie intrigant und hinterhältig Newton wirklich war und dass sein Hass auf Robert Hooke und Gottfried Wilhelm Leibniz keine Grenzen kannte. Gleichzeitig beweist er, dass Newton die Physik niemals revolutioniert hätte, wäre er nicht ein solcher Kotzbrocken gewesen.

Wenn Genialität auf Streitsucht trifft – und dabei ein kosmisches Arschloch herauskommt, davon erzählt Freistetters Buch mit – schonungslosem – Humor.

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren
Auch die glamouröse Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie konnte die tiefe Krise der klassischen Musik nicht überdecken: Sie ist im Ritual erstarrt, das Repertoire bleibt konventionell, und Konzertbesuche dienen oft nur dem elitären Distinktionsbedürfnis. Unterdessen versuchen die Musikkonzerne mit Entspannungs-CDs für gestresste Manager und der cleanen Inszenierung geigender Schönheiten gegen sinkende Verkäufe anzukämpfen. Dennoch schreitet die Entfremdung der Masse der Menschen von der klassischen Musik immer weiter fort. Angesichts dieses Elends fordert Berthold Seliger einen neuen Klassikkampf um die verdrängten Potentiale der Musik.

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

Minnesang ist Rollenlyrik, aus Klang gemacht, Kraft und Stil zugleich. Und er zeigt uns, aus welchen überlieferten Bildern und Geschichten wir Heutigen gemacht sind. Saget mir ieman, waz ist minne?
Diese Frage des Dichters Walther von der Vogelweide nach dem Wesen der Liebe beschäftigte seit dem hohen Mittelalter fahrende Sänger, Adlige und  – was Wunder – natürlich auch Kleriker.
Auch die Lieder und Bilder im Codex Manesse  fangen diesen Wandel exemplarisch ein. In einzigartiger Weise versammelt die großformatige Prachthandschrift den staufischen wie auch den nachklassischen Minnesang in seiner ganzen Gattungs- und Formenvielfalt. Die Miniaturen zu den Dichtern mit ihren Darstellungen höfischer Szenen, Festlichkeiten und Turniere prägten nachhaltig das moderne Bild des ritterlichen Mittelalters. Dabei ist der Codex Manesse selbst bereits als Rückblick zu deuten: Er wollte die allmählich verklingenden, zuvor nur mündlich überlieferten Lieder erstmals schriftlich zusammentragen; viele Texte wären ohne diese Niederschrift heute verloren.

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Kirche & Bodenpersonal | Kommentieren

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