Ganz Europa streitet über Jahre hinweg über die dänischen Mohammed-Karikaturen:
französische Zeitungen, dänische, spanische, belgische, lettische, ungarische, englische, schwedische, deutsche, portugiesische, slowenische, schweizer, tschechische, österreichische, italienische, polnische. Lesen Sie im Folgenden eine – umfangreiche – Dokumentation.
In Afghanistan haben die Taliban im August 2021 die Macht übernommen. Viele Staaten haben ihre Landsleute und lokalen Mitarbeiter unter teilweise dramatischen Umständen evakuiert. Die Lage im Land ist unübersichtlich. Hunderte von Menschen versammeln sich am Flughafen von Kabul um ein Transportflugzeug am 16. August 2021. Kurz zuvor waren die Taliban in die Stadt vorgedrungen.
Statt weiter vorzustossen, sind die russischen Verbände nach mehr als einem Monat Krieg mit der Verteidigung gewonnener Schlüsselpositionen gebunden. Die taktischen Kampfgruppen sind zu wenig auf den konventionellen Panzerkrieg ausgerichtet – und das Lagebild verändert sich seit Tagen kaum.
Auf der Übersichtskarte wirkt die russische Offensive wie eingefroren. Neue Gebietsgewinne sind nicht zu erkennen.
Die militärischen Bewegungen werden erst im kleinen Massstab sichtbar. Der Krieg scheint sich um einzelne Schlüsselpositionen zu drehen.

Heidelberg heute – würden die „Heidelberger Hochromantiker“ Achim von Arnim und Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, Johann Joseph Görres, Jacob und Wilhelm Grimm – würde diese Schar ihre „Bergstadt lieblicher Wunder“ wiedererkennen? Wo ständig die „Oppositionellen der jungen Romantik gegen die “ alte Prosa“ zu Felde zogen (Eichendorff).
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Und heute?
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Wäre für sie Heidelberg – wie für Hölderlin – noch immer „der Vaterlandsstädte ländlichschönste“?
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Dies Foto von Philipp Rothe spricht dafür …
In der frühgeschichtlichen Verwendung stand „Mythos“ für den Ort, an dem rituelles, sakrales Sprechen stattfindet, das sich vom logisch begründbaren Sprechen wesentlich unterscheidet. „Mythos Heidelberg“ denn also: „Der genius loci Heidelbergs ist feucht“, dies Zitat aus dem Widmungsgedicht Victor von Scheffels „Gaudeamus“ über den Geist des Ortes Heidelberg bezieht sich fraglos nicht etwa auf häufigeren Regen als anderswo.
Sich nun also dem „Geist des Ortes“, dem Mythos Heidelberg auf dem Wasserwege nähern? Wahrlich, der Neckar ist das zu tun ein schlechter Weg nicht. Mit seiner „gaudeamischen“ Feuchtigkeit aber meinte Scheffel sicher auch nicht den Fluß, eher schon Gersten- oder Rebensaft.
Er lebte lange genug in Heidelberg, wir dürfen ihm glauben.
„Sapere aude“: Ach, der Stoff, der unsren Stammtisch erfreut: der Wein, unser Riesling.
Es scheint uns fraglich, ob der Wein zu den Drogen im engeren Sinne gerechnet werden dürfe. Wahrscheinlich ist, dass seine ursprüngliche Gewalt in Jahrtausenden des Genusses domestiziert wurde.
Mächtigeres, aber auch unheimlicheres erfahren wir aus den Mythen (Bild),
in denen Dionysos als Festherr mit seinem Gefolge von Satyrn, Silenen, Mänaden und Raubtieren erscheint. (mehr …)

Plakat mit Stalin, Putin und Hitler (v.l.) auf einer Demonstration in Berlin gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine
Historische Vergleiche pflegen zu hinken, und Mystifizierungen von Politikern helfen meist auch nicht weiter. Aber gerade im Fall Wladimir Putin, der ein obsessives Verhältnis zur Geschichte hat, ergibt eine historische Herangehensweise durchaus Sinn. Vor allem bei der Antwort auf die Frage, ob Putin im Ukrainekrieg einlenken und Friedensverhandlungen führen würde, kann die Geschichte Hinweise geben. Dabei ist Putin natürlich nicht Reinkarnation einer nur historischen Figur. Oder, um es provokativ formuliert zu haben: Er ist ein Stalin, der unter Paranoia litt und sein Volk nach Belieben massakrierte. Und er ähnelt, was seine Verachtung anderer Nationen angeht, durchaus auch einem Hitler.
Viele unserer persönlichen und gesellschaftlichen Probleme hängen mit mangelnder Selbstdisziplin zusammen: zwanghafter Konsum, Verschuldung, Gewalt, schlechte schulische Leistungen, mangelnde Produktivität am Arbeitsplatz, Alkohol- und Drogenmissbrauch, ungesunde Ernährung, mangelnde sportliche Betätigung, chronische Angst, Jähzorn, und so weiter und so fort – angefangen von der Entlassung über den Verlust von Freunden bis zur Scheidung oder sogar zu Gefängnisstrafen. Tennisspieler verlieren das Finale, weil sie ihre Gefühle nicht im Griff haben. Politiker zerstören mit einem Seitensprung ihre Laufbahn. Die Finanzwirtschaft wird durch eine Epidemie von riskanten Krediten und Investitionen ruiniert. Viele Menschen leben im Alter in Armut, weil sie nicht genug Geld auf die Seite gelegt haben.
Risiken so lange durch die rosarote Brille zu betrachten, bis sie zur akuten Gefahr werden, das können wir hierzulande richtig gut. Wie gut, zeigt sich in den drei großen Krisen unserer Zeit: Ukraine, Corona, Klima.
Im Umgang mit dem Ukraine-Krieg hält im Politikbetrieb eine merkwürdige Apathie Einzug. Nachdem Putins Angriff alle Welt aufgeschreckt und Kanzler Scholz eine „Zeitenwende“ ausgerufen hatte, wurden eilig Sanktionspakete geschnürt und die milliardenschwere Wiederbelebung der Bundeswehr angekündigt. Doch vier Wochen nach Beginn der Kämpfe scheint das Engagement vieler Politiker zu erlahmen.
Paris wird bombardiert, US-Fallschirmjäger landen in der Ukraine – Truppen auf den Champs-Elysees und Blogger, die es gar nicht gibt, loben Putin: Im Netz tobt eine Propagandaschlacht mit massenhaft falschen Bildern und Filmclips zum Krieg in der Ukraine. Journalisten, Leser und Zuschauer stehen vor großen Herausforderungen: Was ist echt, was Fälschung? Ein ganz normaler Touristentag in der Stadt der Liebe: Eine junge Frau posiert lächelnd vor dem Eiffelturm, der Himmel ist strahlend blau. Doch dann erschüttert eine Explosion Paris, Bomben fallen, Kampfjets donnern über die Häuser. Sirenen heulen, ein Baby weint. Verwackelte Handybilder zeigen Raketeneinschläge rund um die Kirche Sacré-Cœur auf dem Montmartre. „Was passiert hier?“,

Aufgeben gilt nicht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stärkt mit jeder Ansprache den Überlebenswillen der Bevölkerung
Wenn Intoleranz als Gegenmittel taugt: Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen über den Umgang mit Putins Propaganda, Selenskyjs Sieg in der Kommunikation:
? Herr Pörksen, jeder Krieg wird als Informationskrieg bezeichnet. Führt der russische Überfall zum kommunikativen Business as usual – oder was sonst?


