Schweinefleisch verschwindet aus Schulbüchern, die Moschee von der Seifenpackung – die Selbstzensur des Westens treibt absurde Blüten. Zwar werden Presse- und Meinungsfreiheit beschworen, aber Terror wirkt:
Nach Anschlägen wird hier und da gefordert, man müsse Blasphemie stärker unter Strafe stellen … Muss man wirklich?
Müssen wir Verständnis dafür haben, dass „besonders Fromme“ besonders reizbar sind? Wollen wir die Freiheit opfern für die Illusion, dadurch die Freiheitsfeinde zu besänftigen?
Alexander Kisslers Buch ist ein entschiedener Aufruf, die Meinungs- und Religionsfreiheit selbstbewusst zu stärken; dennoch gehört Kissler keineswegs zu den Eiferern, hingegen will er für bestimmte Absurditäten im Toleranzdiskurs sensibilisieren:
Falsch verstandene Toleranz ist leicht erkennbar, etwa, wenn Kissler von drei jungen Palästinensern berichtet, denen ein Gericht nach einem Brandanschlag auf eine Synagoge explizit keinen Antisemitismus anlasten wollte.

Die Neugründung der hessischen Justiz vor 75 Jahren war auch eine Neuausrichtung des moralischen Kompasses auf den Rechtsstaat. Im Nationalsozialismus hatten viele Juristen Unrecht gestützt. Heute steht die Justiz vor anderen Herausforderungen.
Dies Argument jedoch zieht nicht, die Praxis des Gerichts nämlich ist keineswegs auf journalistische Anfragen beschränkt, wie eine Veröffentlichung des Juraprofessors Hanjo Hamann von der EBS.Universität in Wiesbaden belegt. Er berichtete vor zwei Jahren in der „Juristenzeitung“ über einen Fall, in dem das Frankfurter OLG das Aktenzeichen des vorangegangenen erstinstanzlichen Prozesses „gezielt aus seinem veröffentlichten Beschluss herausredigiert“ und sich auf Anfrage auf „Anonymisierungsrichtlinien des Hauses“ berufen hatte.
Entscheidungen zur Anonymisierung trifft die Dokumentationsstelle des Gerichts ausschließlich nach eigenem Ermessen. Verfahrensbeteiligte sind an der Anonymisierung in keiner Weise beteiligt.

Die Sauerstoffkonzentration in den oberen 1000 Metern der Weltmeere sinkt seit knapp 30 Jahren kontinuierlich. Das ist ein Trend, den man schon seit einer Weile erwartet, weil das Wasser in den Ozeanen langsam wärmer (und „vermüllter“) wird und deshalbn auch die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser sinkt. Für eine solche Kontinuität gibt es in der Erdgeschichte allerdings bereits beunruhigende Beispiele – allerdings scheint dieser Temperatureffekt (noch) nur in den oberen Schichten oberhalb der Thermokline der bestimmende Faktor zu sein.
Männlich, ohne reiche Eltern, mit Zuwanderungsgeschichte? Für eine Bildungskarriere in Deutschland sind das keine guten Aussichten. Das zeigt der neue »Chancenmonitor«. Doch Fachleute sagen: Es gibt Auswege: Erfolgreiche Bildungskarrieren beruhen in Deutschland nicht unbedingt auf dem Talent und dem Leistungswillen der Kinder und Jugendlichen. Das belegt einmal mehr der »Chancenmonitor 2023«, den das Münchner ifo-Zentrum für Bildungsökonomik am Dienstag vorgestellt hat.
Der Filmd“ taucht Nan Goldins Kampf gegen den Pharmakonzern der Sacklers in ein goldenes Licht, das an das gegenkulturelle New York der 1970er und 1980er erinnern soll. Doch die Instant-Nostalgie des Films kann nicht verschleiern, dass Goldin und Poitras weniger an politischen Auswegen aus der Opioid-Krise interessiert sind als an einer glamourösen Inszenierung von Kapitalismuskritik. 
Was also wäre der Effekt einer bestimmten politischen Agenda, die mit hohem Aufwand und finanziellen Mitteln etabliert wird? „Bei uns herrscht Meinungsfreiheit“, berichtet ein Investigativjournalist aus Westafrika, „allerdings nur dann, wenn die eigene Meinung derjenigen der Regierung entspricht. Falls das nicht der Fall sei, werde man sofort als Staatsfeind abgestempelt.“ Sein ernüchterndes Fazit, das auch viele seiner und Kollegen so oder ähnlich aus ihren Ländern schildern:

Die von Gesundheitsminister Karl Lauterbach vorgelegte Pflegereform ist in der Koalition heftig umstritten.