Gedenkveranstaltung vor dem Brandenburger Tor, September 1992. ©Zentralrat Deutscher Sinti und Roma

Vom 25. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018 zeigt das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma die zweisprachige Sonderausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ in seinem Heidelberger Zentrum. Es werden die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damals „Zentral-Komitee der Sinti West-Deutschlands“ genannten Sinti-Verbands im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma gezeigt. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit. Begleitend zur Ausstellung lädt das Dokumentationszentrum zum Zeitzeugengespräch, zu Filmvorführungen und Buchvorstellungen in die Heidelberger Altstadt ein.

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau | Kommentieren

Unterschiedliche Aspekte der Begriffe „Kulturstadt und Kulturnation“ thematisieren die „Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie“, die im Wintersemester an der Ruperto Carola
stattfinden. Veranstaltet wird die Reihe mit Gesprächen und Konzerten von Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, Germanist an der Universität Heidelberg, der dazu zahlreiche Gäste aus Wissenschaft und Kunst erwartet.

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Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, Wissenschaft | Kommentieren

Die Investigativ-Reporterin Souad Mekhennet wagt sich hinter die Fronten des Dschihad und führt rare Interviews mit den Chef-Strategen des IS. Die Reporterin ist überzeugt, dass den Terror nur besiegen kann, wer die Terroristen versteht. Im Interviw eine Journalistin, die hinter den Fronten des Dschihad recherchiert. – Souad Mekhennet hat zum Beispiel Jihadi John enttarnt, jenen blutrünstigen Mörder des IS, der vor laufender Kamera Menschen geköpft hat. Sie hat mit Rekrutierern des Terrors im Westen gesprochen, genauso mit Chefstrategen des IS. Und sie hat für die Fragen, um sie stellen zu können, ihr Leben riskiert. Denn das sind Männer, deren politisches Geschäft darin besteht, auch westliche Journalisten zu foltern, zu töten, um daraus ein Propagandavideo zu drehen.

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Okt. 2017 | Allgemein, Junge Rundschau, Politik | 1 Kommentar

Die türkische Schriftstellerin Aslı Erdoğan am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse.

Auf einer bedrückenden Veranstaltung sprechen Aslı Erdoğan, Can Dündar und Burhan Sönmez über das Schreiben im Exil:

Unter den Straßen Istanbuls liegt ein Gefängnis. Vier Häftlinge teilen sich dort eine finstere Zelle und erzählen einander Geschichten. Unterbrochen wird der an das „Dekameron“ Boccaccios erinnernde Erzählreigen vom häufigen Ächzen der schweren Eisentür, was jedes Mal bedeutet, dass einer der vier zum Verhör abgeholt wird  …

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Junge Rundschau, Politik, Sapere aude, Zeitgeschehen | Kommentieren
 Seit 100 Jahren gilt der Nobelpreis als renommierteste aller Auszeichnungen, die jedes Jahr für globales Interesse und Diskussionen sorgt. Vor allem der Friedensnobelpreis hat sich als Meinungsinstanz etabliert, die von der Welt weitgehend ohne Hinterfragen akzeptiert wird.
Nun regt sich zum ersten Mal Widerstand und die Vorwürfe gegen die mächtige Nobel-Stiftung werden immer lauter. Emil Bobi geht diesen Vorwürfen nach und nimmt das „Heiligtum Nobelpreis“ genau unter die Lupe.

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Politik | Kommentieren

„Tyll“, der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann – er veröffentlichte u.a. „Die Vermessung der Welt“, „Ruhm“, „F“ und „Du hättest gehen sollen“ –, ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.
Tyll Ulenspiegel – Vagant, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt,

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

so_ist_das (1)»Wie fände sich ohne Studium, ohne wissenschaftlich geschultes Denken und Lesen der Zugang zu Aristoteles, Descartes, Kant oder Hegel und deren Erkenntnissen? Wie wollte man jungen Menschen die vertrackten Seinsreflexionen eines Heidegger, seinem kaufmännischen Freund Russells »Zweifel an den Prämissen« oder einem Ingenieur der Industrie Wittgensteins »Tractatus« und die Ergebnisse der Philosophischen Untersuchungen plausibel machen, und zwar so, dass ein zu eigenen Fragen und Reflexionen befähigendes Verständnis vermittelt wird?
So, sind wir ja mehr als gern bereit einzuräumen, zwar nicht, aber, und das tät uns freuen: Vielleicht hilfts ja! (mehr …)

Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton, Junge Rundschau | 2 Kommentare

John Le Carré zaubert aus seiner Schublade noch einen George-Smiley-Roman. „Das Vermachtnis der Spione“ ist ein Prequel zum „Spion, der aus der Kälte kam“, eine wunderbare Reminiszenz an jene Zeit des Kalten Krieges, als der Kampf um den Anstand in Geheimdiensten noch nicht verloren war.

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, Feuilleton | Kommentieren

Demokratie ist kein Salon. Die Republik lebt vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur.
Dieser Leitfaden zeigt, dass es in der Auseinandersetzung mit »Rechtspopulismus« und »Neuen Rechten« um mehr geht als die Macht des besseren Arguments. Es geht vor allem um die Kunst, weniger schlecht zu streiten.
Leo, Steinbeis und Zorn sagen nicht, wie man mit Rechten reden muss. Sie führen vor, warum, wie und worüber sie selbst mit Rechten reden. Und sie denken über das Reden mit Rechten nach. Mal analytisch, mal literarisch. Teils logisch, teils mythologisch. Hier polemisch, dort selbstironisch.
Wer den Nerv hat sich auf diesen als Sachbuch getarnten Mindfuck einzulassen, wird auch daran große Freude haben – mit Rechten reden heißt nämlich nicht nur, mit Rechthabern streiten. Sondern auch mit Gegnern, die Rechte haben. Und mit Linken. So hat alles hat seine Zeit. Dieses Buch gilt der unsren!

 

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Okt. 2017 | Allgemein, Buchempfehlungen, InfoTicker aktuell | Kommentieren
„Antonia Santiago Amador hat der Minderheit auf symbolischer Ebene ein Stück ihrer geraubten Würde zurückgegeben. Ihre Lebensleistung erfüllt mich mit größtem Respekt und mit Stolz und mein Dank gebührt der Filmemacherin Lucija Stojevic (Bild: © temperclayfilm), die ‚La Chana‘ mit ihrem Werk ein würdiges Denkmal setzt. Die Ikone des Flamenco ist ein Vorbild für alle, die an diesem Tanz interessiert sind, und mit dem unsere Minderheit zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit beigetragen hat.“
Romani Rose

Der Dokumentarfilm der kroatischen Filmemacherin Lucija Stojevic portraitiert die Flamencotänzerin Antonia Santiago Amador, die in den 1960er und 1970er Jahren unter dem Namen „La Chana“ einer der größten Stars des Flamenco war. Die Autodidaktin überraschte ihr Publikum weltweit mit einem innovativen Stil: Mit rhythmischen Kombinationen und einer Geschwindigkeit, einem Ausdruck und einer Kraft des Tanzes, die seitdem unerreicht geblieben sind. „La Chana“  gilt bis heute als Königin des Flamenco, die Generationen von Flamencotänzerinnen inspiriert hat.

Der Film ist gleichzeitig das sensible und sehr persönliche Portrait einer Frau, die ein schweres privates Schicksal durch die Kraft des Tanzes sublimierte und hier zu ungeahnter Stärke fand. „La Chanas“ Geschichte wird dabei fast ausschließlich in ihren eigenen Worten erzählt. Lucija Stojevic enthält sich in ihrem Film-Portrait jeglicher Kommentierung und respektiert auf diese Weise die Deutungsmacht der Protagonistin über ihre Geschichte. Insbesondere in diesem Punkt unterscheidet sich der Film positiv von vielen filmischen Erzeugnissen über Angehörige der Minderheit, die häufig von einer stereotypisierenden Darstellung geprägt sind. „Mein Leben – ein Tanz“ zeigt das individuelle Portrait einer Frau, die auch Angehörige der Gitano-Minderheit ist, ohne dass ihre Minderheitenzugehörigkeit zum (kulturellen) Deutungsrahmen des Films avanciert.

Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, würdigte den Film als großartiges Portrait einer Frau, die für alle Zeiten den Flamenco in seiner ursprünglichsten und leidenschaftlichsten Form verkörpere: „Antonia Santiago Amador hat der Minderheit auf symbolischer Ebene ein Stück ihrer geraubten Würde zurückgegeben. Ihre Lebensleistung erfüllt mich mit größtem Respekt und mit Stolz und mein Dank gebührt der Filmemacherin Lucija Stojevic, die ‚La Chana‘ mit ihrem Werk ein würdiges Denkmal setzt. Die Ikone des Flamenco ist ein Vorbild für alle, die an diesem Tanz interessiert sind, und mit dem unsere Minderheit zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit beigetragen hat.“

 

Okt. 2017 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton | Kommentieren

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