Was sind eigentlich Gärten? Was können sie uns lehren, und wie mögen sie wohl in der Zukunft aussehen? Zusammen mit dem Schriftsteller und Gärtner John Tebbs sucht der Gestalten Verlag in dem neuen Buch „The Avant Gardens“ Antworten auf genau diese Fragen. Denn spätestens seit der Pandemie ist uns Menschen bewusst geworden, welche positiven Auswirkungen Gärten und Grünflächen auf unser Wohlbefinden haben können. Gärtnern erdet und schon alleine der Anblick von Blumen und Pflanzen lässt uns entspannen und entschleunigen.
In Einklang mit der Natur: Der „Planetarische Garten“ nach Gilles Clément
Gerade in den letzten Jahren wurde der Garten oft als „Wohnzimmer im Freien“ angepriesen. Doch sind wilde Gärten, die natürlich und vielfältig sind, nicht viel erfüllender? Schon der Gärtner Gilles Clément entwickelte 1997 das Konzept des „Planetarischen Gartens“, das besagt, dass schlichtweg die ganze Welt ein Garten ist, wobei der Mensch ihn verstehen und mit ihm arbeiten muss, anstelle ihn zu zerstören.
Wilde Gärten als natürliches Konstrukt
Die Idee der natürlichen und wilden Gärten ist also keine Neue und gerade im Zuge der letzten Jahre erneut aufgeblüht. Uns wird mehr und mehr bewusst, das Grünflächen nicht ausschließlich dem Menschen, sondern auch der Natur gut tun sollten. Denn so können Sie einen Beitrag zum Klimawandel und Biodiversität leisten – Themen, mit denen der Mensch sich Jetzt und auch in Zukunft auseinandersetzen muss.
„The Avant Gardens“ umfasst natürliche, wilde Gärten, die genau diesen Prinzipen des Gärtnerns folgen: Von den ersten Grünflächen bis hin zu den neuesten Projekten zeigt das Buch zahlreiche Beispiele, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und doch eines gemeinsam haben: Den Bezug zum eigenen Standort.
Diese visionären Garten werden in „The Avant Gardens“ vorgestellt
„Great Dixter“, der Garten des Schriftstellers und Gärtners Christopher Lloyd, kombiniert beispielsweise eine Vielzahl von Bäumen, Sträuchern, Stauden und Pflanzen zu einem der farbenfrohsten und lebendigsten Blumengärten der Zeit. Der französische Künstler Jacques Majorelle wiederum schuf mit dem „Jardin Majorelle“ in Marokko eine einzigartige Komposition verschiedenster Vegetationsarten, in der Palmen, Bambus und blühende Topfpflanzen nebeneinander gedeihen. So verschieden all diese Gärten auch sein mögen, jeder einzelne bringt den Menschen auf ihre eigene Art zum Staunen und zeigt, was er dem Menschen und der Natur geben kann.