Dass das N-Wort nicht geht, ist klar. Aber nicht immer sind die sprachlichen Spuren von Kolonialismus und Rassismus so leicht zu identifizieren. Im Interview erklärt die Literaturwissenschaftlerin Susan Arndt, wie man diskriminierende Ausdrücke erkennt – und damit umgeht. Manche Worte wirkten wie „winzige Arsendosen“, schreibt der Philologe Victor Klemperer, der sich vor allem mit der Sprache des Nationalsozialismus befasst hat. Und weiter: „Sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu haben und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“
Wenn von Omega die Rede ist, werden Wetterexperten nervös. Eigentlich steht der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets für das Ende, doch Meteorologen meinen damit eine Wetterlage, die nicht enden mag. Weil sie dem Buchstaben optisch ähnelt, bezeichnen die Experten die spezielle Konstellation von Hoch- und Tiefdruckgebieten als Omega-Wetterlage. Und die hat es in sich: Omegalagen sind besonders stabil und daher gefürchtet. Über Mitteleuropa bläht sich dann ein gewaltiges Hochdruckgebiet auf, flankiert von zwei Tiefdruckgebieten über dem Nordatlantik und Osteuropa. Insofern steht die Omegalage unter Meteorologen für hohe Beständigkeit: Je länger sie anhält, desto extremer wird das Wetter.
Und was, wenn weniger getestet wird? Was kommt im Herbst auf Deutschland zu? Auf dem Heidelberger Frühlingsfest jedenfalls scheinen die Corona-Maßnahmen beinahe schon vergessen. Die Besucher sitzen gut gelaunt nebeneinander in den Fahrgeschäften oder schlendern über das Fest. Und Masken hat man hier so gut wie nicht mehr gesehen. „Es macht Spaß ohne Masken hier so alle zusammen“, meint ein junger Besucher. „Leben. Einfach leben“, sagt eine Besucherin. Das Bedürfnis nach unbeschwerter Lebensfreude ist groß.

Stets zwischen Genie und Wahnsinn wandelnd: Elon Musk, Technikvisionär und leidenschaftlicher Twitter-Spaßvogel
Die Übernahmeschlacht um Twitter nimmt bizarrere Züge an: Der Kauf war schon in trockenen Tüchern – als Tech-Milliardär Elon Musk plötzlich Zweifel am Geschäftsmodell anmeldete. Nun versucht der reichste Mann der Welt offenbar, den Preis zu drücken – Tech-Milliardär Elon Musk bringt jetzt einen günstigeren Preis für seinen Übernahmeversuch bei Twitter ins Gespräch. Ein Deal zu einem niedrigeren Gebot sei „nicht außer Frage“, sagte Musk in einem Video-Interview bei einer Konferenz am Montag. Die Twitter-Aktie beendete den Tag im US-Handel mit einem Minus von gut acht Prozent bei 37,38 Dollar. Das ist weit entfernt von den 54,20 Dollar je Aktie, die der Chef des Elektroautobauers Tesla bisher den Anteilseignern von Twitter in Aussicht stellt.
Datenschutz und Privatsphäre? Das gäbe es nicht mehr. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) könnte das Vorhaben noch verhindern. Und, fordern jetzt auch Sie Öffentlichkeit: Überwachung stoppen, Privatsphäre schützen! „Ich vermisse Dich, Schatz.” „Mein Chef ist so ein Ar***.“ „Treffen wir uns heute Abend um 8?”
Egal was Sie am Handy schreiben, der Staat könnte bald mitlesen. Die EU-Kommission plant, dass Polizeibehörden selbst verschlüsselte Nachrichten von WhatsApp, Threema oder Mail-Programmen abfangen dürfen. Alle Menschen mit Handy könnten so ausgespäht werden – automatisch, ohne Verdacht. Es wäre die größte europäische Datenüberwachung aller Zeiten.
In der Theorie soll das im Kampf gegen Kindesmissbrauch helfen – in der Realität ist der Plan wirkungslos.
Der Niedergang der deutschen Liberalen bei den jüngsten Landtagswahlen ist kein Zufall. Als Teil der Bundesregierung macht die Partei von Christian Lindner bisher noch den grössten steuerfinanzierten Unfug mit. Als «desaströse Niederlage» hat der FDP-Chef Christian Lindner (links) das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl in Nordrhein-Westfalen bezeichnet. Mit einem Ergebnis von 5,9 Prozent der Stimmen ist die Partei nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde gekommen.
Nach der Regierung in Helsinki streben nun auch Schwedens Sozialdemokraten einen Nato-Beitritt an. Sowohl das finnische als auch das schwedische Parlament diskutierten darüber am Montag. Moskau bezeichnete die Pläne als „Fehler“ und drohte mit Konsequenzen. Bedenken kamen zudem aus der Türkei. Europas Presse erörtert die Tragweite der Entscheidung.
Nach längerer Zeit im Koma kommt ein Mann zur Rekonvaleszenz in eine Wohnung nach Ostende. An einen Rollstuhl gefesselt sitzt er dort im sechsten Stock inzweiter Reihe vor dem Meer und beobachtet durch das Fenster den Strand und das
Treiben umherirrender Möwen, ganz dem Lauf seiner Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen ausgeliefert. Er versucht,
sich zu erinnern: War es ein Unfall – oder sogar ein Attentat? Gab es da nicht eine Explosion auf dem Weg zu einer Verabredung in einem Brüsseler Café? Vor seinem Fenster wird eine Baustelle eingerichtet:
Nach und nach wächst eine dunkle Betonmauer, die erst seine Aussicht auf das Meer von Ostende verdeckt, dann sein Zimmer verdunkelt. Er ist gezwungen, das Verschwinden der Landschaft zu erleben.
Jean-Philippe Toussaint ist ein ebenso ernster wie humorvoller, ein ironischer und tiefgründiger Schriftsteller, weltweit anerkannt und übersetzt.
Mit seinem neuesten sehr ergreifenden Text zeigt er das anhal tende Erstaunen seines Protagonisten über das, was ihm widerfahren ist, was ihm unversehens angetan wurde in einem schierunglaublichen Übergriff auf sein Leben.
Jean-Philippe Toussaint, geboren 1957, ist Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur und Fotograf. Der ehemalige Juniorenweltmeister im Scrabble lebt in Brüssel und auf Korsika.
Sein Gesamtwerk erscheint auf Deutsch in der Frankfurter Verlagsanstalt, zumeist in der Übersetzung des Verlegers Joachim Unseld. Zuletzt erschienen seine Romane Der USB- Stick (FVA 2020) und Die Gefühle (FVA 2021).
Der Monolog
Das Verschwinden der Landschaft wurde im November 2021 in der Inszenierung von Aurélien Bory mit dem Schauspieler Denis Podalydès im Théâtre des Bouffes du Nord erstaufgeführt und ist seither auf Tournee durch Frankreich.
Aus dem Französischen von Joachim Unseld.