Sie war Komponistin und Konzert – veranstalterin, Herausgeberin, Lehrerin und Mutter von acht Kindern: Den 200. Geburtstag der Pianistin Clara Schumann (1819 bis 1896) in diesem Jahr nimmt das Gleichstellungsbüro der Universität Heidelberg zum Anlass, um unter der Überschrift „Revolutionär wie die Eisenbahn – Frauen im 19. Jahrhundert“ an starke weibliche Persönlichkeiten zu erinnern – an Frauen, die im Gegensatz zu zeitgenössischen Vorstellungen ihre Bestimmung nicht allein in der Familie fanden, sondern sich in ihren Arbeitsfeldern profilierten sowie als Vorbilder und Mentorinnen wirkten.
Die Veranstaltungsreihe umfasst unter anderem ein Podiumsgespräch zur deutschen Frauenrechtsbewegung sowie ein Gesprächskonzert, das sich dem musikalischen Wirken Schumanns in Heidelberg widmet. Teil des Programms ist auch eine Ausstellung zu Leben und Werk von Clara Schumann, die in Zusammenarbeit mit dem Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg gezeigt und am 31. Oktober 2019 eröffnet wird.
Die Ausstellung „Clara Schumann: Künstlerin – Geschäftsfrau – Mutter“ beleuchtet das vielfältige und erfolgreiche Wirken in der Musik ebenso wie ihre Rolle als Mutter und das Verhältnis zu ihrer Familie. Zu sehen sind unter anderem Autographen, Faksimiles und historische Fotos sowie Erst- und Neuausgaben ihrer Kompositionen. Zur Eröffnung der Ausstellung sprechen die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Christiane Schwieren, und der Direktor des Kurpfälzischen Museums, Prof. Dr. Frieder Hepp. Zur Ausstellungseröffnung werden auch Werke von Clara und Robert Schumann sowie Johannes Brahms und Felix Mendelssohn-Bartholdy zu hören sein. Die Veranstaltung am 31. Oktober findet im Kurpfälzischen Museum, Hauptstraße 97, statt. Beginn ist um 19 Uhr.
Das Podiumsgespräch „Feminismus drei Mal anders – Themen, Inhalte, Debatten der Frauenbewegung“ befasst sich mit den Entwicklungen in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit. Die Teilnehmerinnen thematisieren das Engagement von Frauen sowie den deutschen Feminismus und sprechen über die Frauenemanzipation von den 1970er Jahren bis zur Gegenwart.

Es diskutieren Dörthe Domzig, Leiterin des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg, und Stefanie Lohaus, Mitbegründerin und Mitherausgeberin des „Missy Magazins“ (Berlin). An der Gesprächsrunde wirkt auch Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel vom Zentrum für HochschulBildung der Technischen Universität Dortmund mit. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Wissenschaftlerin gehört insbesondere auch die Frauen- und Geschlechterforschung. Es moderiert Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern vom Historischen Seminar der Ruperto Carola. Die Veranstaltung findet am 27. November im Kurpfälzischen Museum statt. Sie beginnt um 19 Uhr.

Im Mittelpunkt eines Gesprächskonzerts am 10. Dezember 2019 steht das Wirken von Clara Schumann in Heidelberg, die mehrfach Konzerte in der Stadt gab. „Musik als Lebenskraft“ lautet der Titel der Veranstaltung; gestaltet wird sie von Prof. Dr. Beatrix Borchard von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie Prof. Marina Sandel (Gesang) und Maria Sofianska (Klavier).
Zur Begrüßung spricht Prof. Dr. Dorothea Redepenning vom Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Heidelberg. Auch diese Veranstaltung findet im Kurpfälzischen Museum statt. Beginn ist um 19 Uhr.
Das Gleichstellungsbüro der Universität Heidelberg veranstaltet außerdem einen Wettbewerb zum Thema „Influencerinnen im 19. Jahrhundert“. Er wendet sich an Studenten und geht der Frage nach, wie die heutige Welt ohne weibliche Vorbilder aus dem 19. Jahrhundert aussehen würde.
Ebenso geplant ist eine Finissage unter dem Motto „Hommage à Clara Schumann – Lass das Träumen, lass das Zagen“, mit der die Ausstellung am 30. Januar 2020 schließt.

Informationen im Internet: Veranstaltungsreihe
www.uni-heidelberg.de/gleichstellungsbeauftragt/gleichstellung/200-Clara-Schumann.html

Okt. 2019 | Heidelberg, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Senioren, Metropolregion Rhein-Neckar | Kommentieren