S´ ist wie im richtigen Leben.
Die Tiere auf der Farm wollen nicht länger unter dem Joch des Bauern stehen. Sie planen eine Revolution, um sich gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers zur Wehr zu setzen, der sie vernachlässigt und ausbeutet. In neuer Selbstverwaltung entstehen die sieben Gebote des Animalismus auf der »Farm der Tiere«:
Alles, was auf zwei Beinen geht, ist ein Feind. Alles, was auf vier Beinen geht oder Flügel hat, ist ein Freund. Kein Tier soll Kleider tragen.
Doch die Revolution scheitert. Die Hoffnung der Tiere auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erstickt im totalitären Anspruch einer von der Macht berauschten Schweine-Clique. Fast unmerklich beginnen sich die Gebote zu wandeln …

Kein Tier soll in einem Bett schlafen – mit Leintüchern
Kein Tier soll Alkohol trinken – im Übermaß
Kein Tier soll ein anderes Tier töten – ohne Grund

George Orwell schuf mit seinem 1945 erschienenen Roman »Animal Farm – Farm der Tiere« eine dystopische Fabel über die Errichtung eines totalitären Staates. Ursprünglich als Allegorie auf die Ereignisse der damals noch jungen Sowjetunion, der Februar- sowie Oktoberrevolution, der Entwicklung des Sozialismus und Kommunismus und dessen Verdrehung zum Stalinismus mit samt dessen anschließender Gewaltherrschaft, gewinnt der Text erschreckend an Aktualität. In einer Welt, in der die Errungenschaften der Demokratie leichtfertig in Frage gestellt oder sogar schrittweise rückgängig gemacht werden – auch in Europa – lassen viele Sätze der Bühnenadaption die Zuschauer aufschrecken.

Wie im Leben: Alle Tiere sind gleich – aber manche sind gleicher

Regisseurin Luise Voigt ist dem Heidelberger Publikum durch ihre Inszenierung der deutschsprachigen Erstaufführung von »Wo die Barbaren leben«, 2017 im Botanischen Garten Heidelberg, bekannt und bestens vertraut mit Orwells Werken. 2018 brachte sie bereits dessen bedrückende Zukunftsvision »1984« mit großem Erfolg auf die Bühne des Oldenburgischen Staatstheaters.
Unterstützt wird sie in Heidelberg von Stefanie Grau (Bühne), Nina Kroschinske (Kostüme), Björn SC Deigner (Musik) sowie Stefan Bischoff (Video).

In dem neuen Format »NachTisch« bieten die Theaterpädagoginnen Katharina Berger sowie Judith Raspe in der ungezwungenen Atmosphäre des »Cocktailcafés Regie« Raum, um sich bei einem Getränk über die gesehene Vorstellung auszutauschen. Den »NachTisch« zu »Animal Farm – Farm der Tiere« findet am 18. Oktober 2019 nach der Vorstellung statt.

Für die Bühne bearbeitet von Nelson Bond | aus dem Englischen von Angela Kingsford Röhl und Dieter Nürnberger  15 +

Samstag, 12. Oktober um 19.30 Uhr,
Einführung um 18.45 Uhr | Marguerre-Saal

Um Anmeldung wird gebeten: katharina.berger@heidelberg.de

Weitere Informationen sowie Karten: www.theaterheidelberg.de
Theaterkasse,Theaterstr. 10; 06221|5820.000; tickets@theater.heidelberg.de

Okt. 2019 | Heidelberg, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Senioren, Theater & Orchester HD | Kommentieren