„Die Seebrücke Mannheim“ setzte mit einem Aktionstag und einer Mahnwache ein Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer und für die Aufnahme von Geflüchteten.
Am Samstag rief die Seebrücke Mannheim zu einem Aktionstag mit Mahnwache auf, um sich deutlich sichtbar gegen die europäische Abschottungspolitik und die Kriminalisierung von Seenotrettung zu positionieren.
Außerdem forderten die Anwesenden, dass sich Mannheim zur „sicheren Hafenstadt“ erklärt und damit dem Beispiel von Städten wie Berlin, Hamburg und Heidelberg folgt, welche sich bereit dazu zeigen, aus Seenot geretteten Geflüchteten einen Zufluchtsort zu bieten – wobei Heidellberg eine Vorbildfunktion hat.
Mehrere Aktionen in der Mannheimer Innenstadt machten die Passanten auf die aktuelle Situation der Flüchtenden im Mittelmeer aufmerksam. So wurde ein Boot vor dem MVV-Gebäude in ein Memorial für die auf dem Mittelmeer ertrunkenen Menschen umgewandelt. Das Boot wurde mit einem Banner der Seebrücke und der Forderung „Mannheim zum sicheren Hafen“ ausgestattet.
Außerdem wurde an den Rheinterrassen unter dem Motto „Rettungsschiffe auf dem Trockenen ist wie Schwimmunterricht mit Betonschuhen“ ein Denkmal aus Kerzen und in Beton gegossenen Schuhen errichtet.
Auf den Kapuzinerplanken fand zudem eine Mahnwache statt, bei der sich die Anwesenden mit den Menschen auf der Flucht solidarisch zeigten und die Schaffung von sicheren Fluchtrouten forderten. Durch ein Fluchtboot wurde die Aufmerksamkeit der vorbeigehenden Passanten geweckt. Interessierte konnten sich bei einem Infostand über die Forderungen der Seebrücke informieren und eine Petition „für Seenotrettung und einen sicheren Hafen“ unterschreiben. Die Mahnwache wurde von Redebeiträgen begleitet. So berichtete Thomas Nuding, der selbst in mehreren Einsätzen als Kapitän des Rettungsschiffes „Sea Eye“ aktiv war, von seinen eigenen Erfahrungen auf dem Mittelmeer und betonte, dass das bewusste Sterbenlassen an den europäischen Außengrenzen unvereinbar mit dem deutschen Grundgesetz und geltendem Völkerrecht sei.
Die Rednerin der Seebrücke forderte die Kommunen auf, sich klar zur Seenotrettung zu bekennen und sich zur Aufnahme von Geflüchteten bereit zu erklären, um sich so gegen die menschenfeindliche Asylpolitik der Bundesregierung und Europas zu positionieren.
Im Anschluss an die Redebeiträge wurde das Fluchtboot von den Kapuzinerplanken aus durch die Innenstadt getragen, um mit der Forderung nach sicheren Fluchtrouten möglichst viele Mannheimer*innen zu erreichen