Facebook-Mitarbeiter prüfen im Messenger verschickte Fotos und Links. „Inhalte, die gegen die Regeln verstoßen, werden blockiert“.
Der Zugriff ist möglich, weil die Kommunikation über den Facebook Messenger standardmäßig unverschlüsselt ist. Nutzer tauschen intime Nachrichten über Facebook Messenger aus.
Dabei sind sich viele nicht im Klaren, dass Facebooks Mitarbeiter mitlesen und eingreifen können.
Mitarbeiter von Facebook können – unter anderem – die Kommunikation der Nutzer in der Messenger-App mitlesen und (was Wunder) sogar eingreifen. Für Aufsehen gesorgt hat ein entsprechender Bericht bei Bloomberg. Facebook Messenger hat 1,3 Milliarden Nutzer weltweit. Nun ist (es wird „täglich immer mehr“) bekannt geworden, dass Facebook Messenger dieselben automatisierten Tools zur Durchsuchung von Inhalten nutzt, wie die Hauptplattform Facebook. Bei Verdacht auf Verstoß gegen die Facebook-Regeln werden Mitarbeiter eingeschaltet. Im Interview mit dem Vox-Autor Ezra Klein sagte Gründer Mark Zuckerberg: „In diesem Fall [der Hetze gegen Rohingya in Myanmar], stellt unser System fest was los ist. Wir blockieren solche Nachrichten“.
Verändern will Facebook daran nichts. Am Mittwoch schreibt das Unternehmen: „Messenger und Instagram werden von Facebook betrieben, es gelten dieselben Datenschutzrichtlinien“. Das umfasst auch die „Analyse der Inhalte, die NutzerInnen teilen“. Die Analyse von Inhalten kann zwar durchaus sinnvoll sein, um Schadprogramme zu erkennen, auf Grundlage der vage formulierten Gemeinschaftsstandards lässt sie jedoch Raum für Willkür.
Dass die Kommunikation über Facebook Messenger keineswegs privat ist, sondern von Mitarbeitern mitgelesen werden kann, dürfte vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht klar gewesen sein. Dabei gibt es sogar innerhalb der Facebook Messenger App die Möglichkeit Nachrichten Ende-zu-Ende zu verschlüsseln, und somit den Zugriff durch Facebook zu verhindern, die ist jedoch standardmäßig deaktiviert. Wer Facebook Messenger weiterhin nutzen möchte, sollte also die Einstellungen prüfen.