ob_wuerzner_inmittenWie unterscheidet sich das Konzept der Freien Schule „LernZeitRäume“ von anderen Schulen in Heidelberg? Wie finanziert sie sich? Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es für die Freie Schule „LernZeitRäume“ in Heidelberg? Über diese und andere Fragen diskutierte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner mit Schülern der Schule. Die Freie Schule „LernZeitRäume“ hatte in der jüngsten Abstimmungsrunde von #HolDenOberbürgermeister am meisten überzeugt. Die Initiatoren des Vorschlages „Kinder für Schule“ stellten dem Oberbürgermeister das Konzept der Schule sowie aktuelle Projekte vor. Besonders beeindruckt war Prof. Dr. Würzner, dass die Idee für die Beteiligung bei #HolDenOberbürgermeister von den Schülern selbst kam.

Wir holen uns Hilfe vom Oberbürgermeister! Mit diesem Vorhaben wollte Jannis, Schüler im 9. Schuljahr, zeigen, dass die Freie Schule LernZeitRäume noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist. Es hat geklappt, die Schüler haben genügend Stimmen für ihr Projekt #HolDenOberbürgermeister gesammelt
Der OB kam also und und freute sich erst einmal darüber, „dass Eure Schule die Räume hier im F+U Campus gefunden hat und so unser Schulangebot in Heidelberg ergänzt“. Nach seiner eigenen Schulzeit gefragt, meinet der OB, er habe eine schöne Schulzeit gehabt, allerdings spiele das Thema Schule heute durch die Ganztagsschulen eine ganz andere Rolle als früher.

OB-Würzner_mit_schuelern-300x200 2Die Schüler hatten Posoitives zu berichten: Das Bildungsunternehmen F+U nämlich war auf die brenzlige Situation der Freien Schule LernZeitRäume aufmerksam geworden und hatte angeboten, diese aufzunehmen.

Die „brenzlige Situation“ war entstanden, nachdem der Vorstand am 21. Februar mitteilen musste, dass das Haus, in welches die Schule im Sommer ziehen wollte, durch einen Wasserschaden nicht mehr zur Verfügung stand.
Also entschlossen sich die Schüler, aktiv um ihre Schule zu kämpfen. Jannis meldete die Schule bei der Aktion „Hol den Oberbürgermeister“ an und verbreitete den Link, für den viele stimmen sollten. Die Solidarität war groß. Über die eigentliche Schulgemeinde hinaus gaben viele ihre Stimme, die seit Jahren von der Qualität des Projektes der Jenaplanschule überzeugt sind.

Bereits seit 4 Wochen laufen nun Verhandlungsgespräche mit der F+U, die insofern auf Erfolg hoffen lassen, als das pädagogische Profil der Jenaplanschule die Bildungsangebote auf interessante Weise ergänzen und beide Partner mögliche Synergieeffekte sehen.
So konnten die Schüler das Treffen mit dem Oberbürgermeister nutzen, ihm ihre Erfahrungen im Rahmen des reformpädagogisch und international ausgerichteten Konzeptes zu schildern und aufzuzeigen, warum sie sich für den Erhalt ihrer Schule so intensiv engagieren.

Die persönliche Atmosphäre, in der jeder Schüler einen Mentor hat, der bei der Planung aller Lernprozesse unterstützt, und die individuelle Begleitung bei Lernschwierigkeiten waren einige Punkte, die die Schüler erläuterten. „Dass DU mit den Pädagogen stört dabei überhaupt nicht. Im Gegenteil – wir haben alle großen Respekt füreinander“, wusste Schülersprecherin Malena zu berichten.

pd_17_03_29_holdenob_by_tobias_dittmerOberbürgermeister Würzner hatte interessante Fragen mitgebracht. Wie das Lernen in einer solchen Schule aussieht, was daran Freude macht und wie sich die Schüler ihre Motivation erhalten, wollte Eckart Würzner genauer wissen. Auch in seine eigene Schulzeit ließ er Einblicke zu. Dass er selbst gern zur Schule gegangen sei, aber die Zeit dort nicht so dicht gedrängt von fachlichen Inhalten gewesen war, ermöglichte ihm mehr Freizeit als er heute bei vielen Kindern wahrnimmt. Damit Kinder heute die Zeit finden, auf Bäume zu klettern und in der Natur zu spielen, brauche es gute pädagogische Konzepte und Eltern, die ihren Kindern diese Zeit gönnen, so Würzner. Damit sprach er weitere Elemente an, die in der Freien Schule LernZeitRäume zur täglichen Praxis gehören, wie eine Elternvertreterin betonte. Bewusste Draußenzeiten, reichlich Bewegung auch in Unterrichtsphasen, Projekte, in denen Kinder eigenverantwortlich Forschungsfragen nachgehen und Freizeit nach Ende des Schultages durch fehlende Hausaufgaben gehören dazu. 2006 war die Bildungseinrichtung die erste verbindliche Ganztagesschule in Heidelberg. Dadurch ermöglicht sie seit 11 Jahren den Familien, die es an die Schule zieht, ein entspannteres Miteinander jenseits schulischer Themen zu leben.

ob_LernzeitrauemeDie Schülergruppe folgte aufmerksam den Schilderungen des Oberbürgermeisters und antwortete kompetent auf seine Fragen. Die persönliche Begegnung mit dem Stadtoberhaupt ermöglichte ihnen einen Dialog, der sie auf dem Weg zum mündigen Bürger unterstützen wird, darin waren sich alle Anwesenden einig.

Die Idee der Jenaplanschulen

Eine Einladung im Rahmen des Projektes „Wie funktioniert unsere Stadt – Erkunde das Rathaus“ und der Wunsch der Schulvertreter, ein wichtiger Partner in der Bildungslandschaft Heidelbergs zu sein, gestalteten den Ausblick der gelungenen Stunde zu „Hol den Oberbürgermeister“.

Die Aktion #HolDenOberbürgermeister

Unter www.holdenoberbuergermeister.de und – für englischsprachige Teilnehmer – www.getthemayor.com haben die Bürger die Möglichkeit, eigene Themen und Projekte ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken und den Terminkalender von Heidelbergs Stadtoberhaupt mit zu beeinflussen. Jeden ersten Freitag im Monat wird das Projekt mit den meisten Stimmen gekürt. Dieses wird anschließend nach einer Terminvereinbarung von Prof. Dr. Würzner besucht. Dank der neuen #GetTheMayor-App können Interessierte inzwischen noch einfacher ihre Projektideen veröffentlichen – in vier Schritten schnell und bequem von unterwegs. Natürlich kann über die App auch für bereits vorhandene Projekte abgestimmt werden. Unter www.holdenoberbuergermeister.de und www.getthemayor.com steht die App zum Download bereit. Außerdem werden alle Terminankündigungen und Nachberichterstattungen der besuchten Projekte auf der #GetTheMayor-Facebookseite veröffentlicht.

März 2017 | Heidelberg, Junge Rundschau | Kommentieren