Im Rahmen der Heidelberger Hochschulrede wird Ernst Stehl, Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, den aktuellen Zustand der nationalen und internationalen Sicherheitslage aus Sicht des Inlandsnachrichtendienstes beschreiben. Geleitet wird er dabei von der Frage, inwiefern die klassische sicherheitspolitische Unterscheidung von innerer und äußerer Sicherheit im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung heute überhaupt noch sinnvoll bzw. anwendbar ist.Mit Blick auf die deutschen Sicherheitsinteressen wird Vizepräsident Stehl die aktuellen Gefahrenpotentiale exemplarisch streifen: den islamistischen Terrorismus, den politischen Extremismus, den Themenkomplex Migration und die neuen Gefahren aus dem Cyber-Raum. Ernst Stehl möchte mit seiner Rede einerseits untermauern, dass die Herausforderungen der globalisierten Welt ohne eine robuste Sicherheit für den Bürger nicht bewältigt werden können. Andererseits sollen Sinn und Funktion des Bundesamtes für Verfassungsschutz innerhalb der deutschen Sicherheitsarchitektur reflektiert werden.
Mittwoch, 8. Februar 2017 um 18:15 Uhr
in der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg im Hannah-Arendt-Saal
(Landfriedstraße 12, 69117 Heidelberg)
Einlass von 17:00 – 18:00 Uhr und nur nach Anmeldung bis zum 3. Februar unter susanne.mohn@hfjs.eu
Zur Person
Ernst Stehl wurde am 15. Februar 1957 in Linnich, Kreis Düren, geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Bonn. Das Referendariat im OLG Bezirk Köln beendete er 1986 mit dem 2. juristischen Staatsexamen.
Von 1986 bis 1987 war er als Referent u. a. in der Spionageabwehr im Bundesamt für Verfassungsschutz tätig. Im Jahr 1987 wechselte er in das Bundesministerium des Innern (BMI) und war dort bis 1991 als Referent u. a. in der Verfassungsabteilung.
1991 wechselte Stehl in das Bundeskanzleramt und wurde dort persönlicher Referent des damaligen Chefs des Bundeskanzleramtes, Friedrich Bohl. 1999 kehrte er zurück in das BMI. Im Amt eines Direktors war er u. a. verantwortlicher Leiter der Lehrgruppe Führungskraftentwicklung / Personalmanagement an der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung. 2007 erfolgte seine Versetzung zum Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort wurde er zum Ministerialdirigenten ernannt und leitete die Abteilung für bildungspolitische Grundsatzangelegenheiten, Personal und Organisation. 2011 kehrte Stehl in das BMI zurück und übernahm dort bis 2014 die ständige Vertretung des Leiters der Sportabteilung im Amt eines Ministerialdirigenten. Seit 2014 leitete er die Unterabteilung Verwaltungsrecht.
Seit dem 1. April 2016 ist er Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Heidelberger Hochschulreden Die Vortragsreihe der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg setzt Zeichen: Ob Staatsoberhäupter, Regierungsmitglieder, Wissenschaftler, Unternehmer, Kulturschaffende oder prominente Journalisten – zu Wort kommen alle, die innovativ wirken und gesellschaftliche Debatten prägen, mitbestimmen oder kritisch bewerten.
In der Vortragsreihe werden aktuelle Zukunftsfragen diskutiert, die alle betreffen – soziale Entwicklungen, aktuelle Diskussionen oder strukturelle Herausforderungen, denen sich die europäischen Gesellschaften gegenüber sehen.