02 - cola-krautVom ersten Schluck bis zum Zuckercrash: Süße Softdrinks schenken kurz Glück, saugen dem Körper aber wichtige Nährstoffe aus und machen fett. All das passiert in nur 60 Minuten.
Lecker und erfrischend – aber Colagetränke rauben dem Körper wichtige Nährstoffe und wirken nur für kurze Zeit belebend, aber ist das wirklich besser, als nichts zu trinken? Wir erinnern uns an die Mahnung von Ärzten, im Alter zumal – wenigstens zwei Liter zu trinken. Aber halt Wasser pur. Oder Tee. Aber ohne Zucker  …

Coca-Blätter - als Tee belebend …

Coca-Blätter – als Tee belebend …

Mittagspause. Das Essen liegt auf dem Teller. Jetzt noch ein erfrischendes Getränk – vielleicht ein süßes, sprudelndes mit Koffein? Hm. Gesund ist das nicht, aber was soll’s – besser, als nichts zu trinken, müsste es doch sein? Weit gefehlt! Was in Ihrem Körper passiert, wenn Sie nur eine Dose eines Colagetränks zu sich nehmen, hat der britische Gesundheits-Blogger Niraj Naik auf seinem Blog „The Renegade Pharmacist“ zusammengefasst. Wer ihn liest, dem könnte der Softdrink schwer im Magen liegen.

Innerhalb der ersten zehn Minuten:

Ihr Körper nimmt auf einmal das Äquivalent von sieben Teelöffeln Zucker auf. So viel enthält eine Dose mit 0,33 Litern Cola. Herzlichen Glückwunsch, das ist mehr als das, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als maximale Tagesration empfiehlt, nämlich sechs Teelöffel. Von der überwältigenden Süße müssten Sie sich jetzt eigentlich übergeben – aber das verhindert die ebenfalls in dem Getränk enthaltene Phosphorsäure, die ein Gegengewicht zu dem süßen Geschmack bildet.

Nach 20 Minuten:

Der Blutzuckerspiegel erreicht seinen Höhepunkt. In der Folge schüttet der Körper jede Menge Insulin aus. Das veranlasst wiederum die Leber dazu, Zucker in Fett umzuwandeln – und davon ist ja gerade mehr als reichlich vorhanden.

Nach 40 Minuten:

Die Koffeinaufnahme ist jetzt abgeschlossen. Ihre Pupillen weiten sich, der Blutdruck steigt. Die Leber reagiert darauf, indem sie noch mehr Zucker in Ihre Blutbahn pumpt. Die Adenosin-Rezeptoren in Ihrem Gehirn sind blockiert, was Schläfrigkeit verhindert.

Nach 45 Minuten:

Ihr Körper produziert jetzt mehr von dem Botenstoff Dopamin, der im Gehirn für Gefühle wie Glück und Wohlbehagen zuständig ist.

Nach 60 Minuten:

Die Phosphorsäure bindet Kalzium, Magnesium und Zink in Ihrem unteren Verdauungstrakt, was Ihren Stoffwechsel ankurbelt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die hohen Dosen Zucker sowie künstlicher Süßstoffe, die die Ausscheidung von Kalzium über den Urin antreiben.

Nach mehr als 60 Minuten:

Coca-Pflanze - ohne Zucker verursacht sie jedenfalls keinen Zuckercrash

Coca-Pflanze – ohne Zucker verursacht sie jedenfalls keinen Zuckercrash

Die harntreibenden Eigenschaften des Koffeins kommen jetzt ins Spiel – Sie müssen pinkeln. Damit ist garantiert, dass Sie das Kalzium, Magnesium und Zink, die unter anderem für Ihre Knochen bestimmt waren, ausscheiden. Auch andere Elektrolyte und Wasser verlassen Ihren Körper.

Während der Rave in Ihrem Körper auf sein Ende zugeht, erleben Sie einen Zuckercrash. Gut möglich, dass Sie sich jetzt nervös, reizbar, träge oder alles zusammen fühlen. Der Koffeincrash wird in wenigen Stunden folgen. Die Flüssigkeit, die Sie mit der Cola aufgenommen haben, haben Sie jetzt ausgeschieden – und zudem wichtige Nährstoffe, die Ihr Körper für den Aufbau starker Knochen und Zähne hätte nutzen können, wortwörtlich ins Klo geworfen.

Das hat Folgen: Forscher der Harvard School of Public Health befragten Teenager zu ihren Trinkgewohnheiten und bisherigen Knochenbrüchen. Das Resultat: Mädchen, die häufig Getränke wie Cola oder Limonade tranken und außerdem viel Sport trieben, hatten dreimal häufiger Knochenbrüche erlitten als Mädchen, die etwas anderes tranken. Die Frakturrate weiblicher Teenager, die nur Cola tranken, war fünfmal höher als bei Mädchen, die keine Cola trinken.

Die Alternativen:

Traurig, aber wahr: Süße Softdrinks sind kein gesundes Mittel, um Durst zu löschen. Selbst mit dem natürlichen Süßstoff Stevia versetzte Getränke sind in der Regel noch Zuckerbomben. Das Gleiche gilt für mit Fruchtsüße oder Agavendicksaft gesüßte Drinks. Sogar Fruchtsaft ist unverdünnt vor allem Zucker und damit eher eine Art Zwischenmahlzeit.

Für den großen Durst dagegen eignen sich Wasser, ungesüßte, gekühlte Tees und sehr stark verdünnte Säfte. Auch wenn es langweilig klingt: Ihre Knochen werden es Ihnen danken.

Nov. 2015 | Allgemein, Gesundheit | Kommentieren