Römerstraße 1./2.Jh.n.Chr. © KMH / Atelier Kontrast

Römerstraße 1./2.Jh.n.Chr.
© KMH / Atelier Kontrast

Das bekannteste römische Gräberfeld Heidelbergs erstreckte sich auf einer Länge von 450 m beiderseits der römischen Fernstraße von Mainz nach Augsburg. Mit 1400 Gräbern aus dem 1. und 2.Jh. n. Chr. ist es eines der größten im römischen Deutschland.
Nach mehr als 10 Jahren intensiver wissenschaftlicher Forschung und Bearbeitung dieses „archäologischen Schatzes“ wird nun der Bereich „Römischer Totenkult“ im KMH völlig neu präsentiert. Neben den steinernen Grabstelen und teilweise prächtigen Grabbeigaben ist es besonders die Bestattung einer jungen Frau, die als „Medica von Heidelberg“ in der Fachliteratur Furore machte.

Dank ihrer Grabbeigaben,  zwei Schröpfköpfen, war es möglich, den Beruf der Römerin zu rekonstruieren – sie wirkte als Ärztin im römischen Heidelberg.

„Die Straße zum Jenseits“

Dieser Katalog einer früheren Ausstellung zum Thema ist noch (für 10 € ) im Museum erhältlich.

Dieser Katalog einer früheren Ausstellung zum Thema ist noch (für 10 € ) im Museum erhältlich.

Das Neuenheimer Gräberfeld erstreckte sich auf einer Länge von 450 m beiderseits der römischen Straße nach Ladenburg (Lopodunum). Mit etwa 1400 Gräbern, aus denen ca. 100.000 Funde geborgen wurden, ist es eines der größten im römischen Deutschland. Der Friedhof ist äußerst gut erhalten, da das Areal des „Neuenheimer Feldes“ bis in die Nachkriegszeit nahezu unbebaut geblieben war. Als die Universität Heidelberg in den fünfziger und sechziger Jahren dort einen neuen Campus plante, wurde der Friedhof durch systematische Flächengrabungen erschlossen. Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1951 und dauerten bis 1969. Die Grabfunde datieren vom späten 1. bis zum Ende des 2.Jh. Das interdisziplinäre Arbeitsprogramm des Forschungsprojektes wurde von der Archäologischen Abteilung des Kurpfälzischen Museums koordiniert und erfuhr die Unterstützung des Landesamtes für Denkmalpflege, des Regierungspräsidiums Karlsruhe sowie der Heidelberger Stadtverwaltung. Das Ergebnis des ersten Projektabschnitts liegt mittlerweile publiziert vor. Neben dem wissenschaftlichen Katalog der Gräber und Beigaben umfasst die Veröffentlichung die Resultate der epigraphischen, numismatischen, anthropologischen, zoologischen, botanischen und textilkundlichen Untersuchungen; außerdem der chemischen Analysen an Ton- und Glasgefäßen sowie des originalen Inhalts eines Salbölbehälters. Außer den Befunden der großen Nekropole werden auch alle anderen Gräber und Grabgruppen in der Umgebung des Kastellvicus von Heidelberg-Neuenheim behandelt.

Am Sonntag, dem 17. Mai um 15 Uhr findet im Rahmen des Internationalen Museumstages die offizielle Eröffnung der Neupräsentation statt.

Apr. 2015 | Heidelberg, Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell | Kommentieren