Der amerikanische PEN-Club steht laut einem AP-Ticker (online im Guardian) vor der „größten Kontroverse seiner Geschichte“: Mindestens sechs sehr bekannte Schriftsteller haben sich entschieden, die jährliche Gala des Clubs zu boykottieren, weil dort Charlie Hebdo geehrt werden soll: Zu den Autoren gehören Peter Carey, Michael Ondaatje, Francine Prose, Teju Cole, Rachel Kushner und Taiye Selasi. „Der Club meldete am Sonntag, dass die Schriftsteller empört seien über die Porträts von Muslimen und ‚von Benachteiligten insgesamt‘ in Charlie Hebdo… ‚Ich konnte mir nicht vorstellen, im Publikum zu sein, wenn es eine standing ovation für Charlie Hebdo gibt‘, sagt die ehemalige Präsidentin des amerikanischen PEN Francine Prose.“
Apr. 2015 | Allgemein | 2 Kommentare
28.Apr..2015, 10:35
Salman RushdieVerifizierter Account
@SalmanRushdie
.@JohnTheLeftist @NickCohen4 The award will be given. PEN is holding firm. Just 6 pussies. Six Authors in Search of a bit of Character.
28.Apr..2015, 15:30
Padraig Reidy
„Wenn man keine Solidarität mit Leuten ausdrücken kann, die für ihr Recht auf freie Meinungsäußerung ermordet wurden, dann ist man nicht für freie Meinungsäußerung. So einfach ist das. Ich frage mich, ob sich Carey und andere so winden, weil Einfachheit unattraktiv ist. ‚Welche Perspektive ist interessant, was kann ich einbringen?‘, fragen sie sich. Aber während sie Einfachheit zurückweisen, entscheiden sie sich für Gewissheit. Sie sind sicher, dass sie niemals Charb, Charlie oder Rushdie sein werden.“
Ich zitiere Salman Rushdie, dessen Statement recht deutlich ist: „Wenn der PEN als Free-Speech-Organisation nicht Leute ehren und feiern darf, die umgebracht wurden, weil sie Bilder zeichneten, dann ist die Organisation ihren Namen nicht wert. Zu Peter, Michael und den anderen kann ich nur sagen: Ich hoffe für sie, dass man nicht irgendwann hinter ihnen her ist.“ Padraig Reidy