Wem oder was unter den Rock zu schauen bringt uns der Wahrheit  wohl ein stückweit näher?

Wem oder was unter den Rock zu schauen bringt uns hier der Wahrheit wohl näher? – Probieren gehe über studieren! got

Die Debatte nach dem Mordanschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo hat es wieder einmal gezeigt: Von „bestimmten Kreisen“ wird die Schuld für derlei Attentate immer noch bei den Künstlern, die sich satirisch mit Religion auseinandersetzen, gesucht. Die (wir) Opfer werden so zu den eigentlichen Übeltätern. Und damit Karikaturisten und alle anderen „Ratten und Schmeißfliegen“  in Zukunft nicht mehr (habt vielen, recht herzlichen Dank für Eure Fürsorge für und für) umgebracht werden, sollen die und wir doch einfach aufhören, Leute, Institutionen, Ideologien zu kritisieren, wenn da wer oder was  ist, dem oder der das nicht passt.

Nur so ist es zu erklären, dass aus der Union wenige Tage nach den Anschlägen von Paris die Forderung nach einer Verschärfung des § 166 StGB kam. Dabei kann bereits heute eine „Beschimpfung“ von Religionen oder Kirchen, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Natürlich geht dies jenen „bestimmten Greisen“ sowie aber auch allen anderen, die meinen, eines solchen Paragraphen bedürftig sein zu müssen in Wirklichkeit – da sind wir ganz sicher – nicht um den „öffentlichen Frieden“ unter der Perspektive einer demokratischen Streitkultur; was hingegen tatsächlich gemeint ist: Sie hätten gerne Ruhe und ihnen ist dann sogar Friedhofsruhe lieber als pointiert und witzig vorgebrachte Religionskritik. In unseren Augen wäre hingegen ein Schritt in die andere Richtung der richtige: Der „Gotteslästerungs“paragraph sollte aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden. Derzeit läuft eine von der Giordano-Bruno-Stiftung angestoßene Petition, die zu unterstützen wir alle unsere Leser auffordern. Die Zeichungsfrist beträgt nur noch eine Woche, also nix wie ran:

Zur Petition

Feb. 2015 | Allgemein, Feuilleton, InfoTicker aktuell, Junge Rundschau, Politik, Zeitgeschehen | Kommentieren