Der Verein „Villa Nachttanz e.V.“ hat die Planungen für sein neues Gebäude in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung schon weit vorangetrieben.
Was – in Anlehnung an den Fraunenarzt von Bischofsbrück – bisher geschah: Der Verein Villa Nachttanz aktiön2001 e.V. (aktiön steht übrigens für Aktion für mehr Kultur und Toleranz in der Öffentlichkeit Nächtens) wurde im Frühjahr 2001 gegründet, um mit der ersten Heidelberger Nachttanzdemo auf das geringe Kultur- und Raumangebot für junge Menschen in Heidelberg aufmerksam zu machen.
Frei nach dem Motto: „Solange wir keine Räume haben, tanzen wir auf der Straße“ erfreute sich diese Demonstration mit knapp 1000 Nachttanzenden grosser Beliebtheit und fand viel Anklang bei den Umstehenden. Da die Mühlen der Stadt Heidelberg, was selbstorganisierte Jugend- und Kulturarbeit angeht, jedoch bekanntlich langsam mahl(t)en, uns das Glück aber ein wenig zur Seite stand, mietete der Verein im Juni 2001 ein relativ heruntergekommenes Haus im Wieblinger Gewerbegebiet Rittel: Die Villa Nachttanz war geboren.
Mit viel Engagement und Tatkraft wurde die Villa Stück für Stück renoviert und in eine soziokulturelle Institution verwandelt, in der jungen Menschen eine Plattform für ihre Ideen und Kreativitat geboten wird. Ausstellungen, Konzerte, Partys, Theater, Lesungen, gediegenes Beisammensein am Lagerfeuer, Workshops und vieles mehr sind in der Villa Nachttanz und – von wegen Lagerfeuer), drum herum Wirklichkeit geworden. Die Mitglieder des Vereins sind allesamt ehrenamtlich tätig und mit viel Herzblut und Motivation bei der Sache, um das Angebot so attraktiv wie möglich zu gestalten. Alle, die Interesse haben, etwas eigenständig zu gestalten, finden in der Villa Nachttanz ein offenes Ohr. Und Unterstützung.
Wie solls weitergehen?
Um die Sanierung des bestehenden Gebäudes und den Neubau einer Veranstaltungshalle umsetzen zu können, soll der Trägerverein einen Investitionszuschuss in Höhe von 330.000 Euro von der Stadt erhalten. Der Heidelberger Gemeinderat wird am 27. Juli über die Gewährung des Zuschusses entscheiden.
In den vergangen Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, damit die „Villa Nachttanz“ ihr neues Domizil bis Ende Juli 2012 beziehen kann. Die Stadt Heidelberg hat das 1.171 Quadratmeter großen Areal Im Klingenbühl 6-8 mittlerweile erworben und den bestehenden Mietvertrag im beiderseitigen Einvernehmen aufgelöst. Auf dem Grundstück steht derzeit ein Wohnhaus, Baujahr 1947, mit einer Nutzfläche von 130 Quadratmetern, das saniert werden soll. Da diese Fläche jedoch nicht ausreicht, plant der Verein „Villa Nachttanz“ den Bau einer Veranstaltungshalle im Anschluss an das bestehende Wohnhaus in einer Größe von 226 Quadratmetern.
Die geplanten Baukosten betragen insgesamt rund 356.000 Euro. 330.000 Euro sollen von der Stadt als nicht rückzahlbarer Zuschuss kommen. Die restlichen 26.000 Euro wird der Verein mit eigenen Sach-, Arbeits- und Geldleistungen erbringen.
„Villa Nachttanz“ seit zehn Jahren feste Größe im Heidelberger Kulturbetrieb
Die „Villa Nachttanz“ hat ihren derzeitigen Standort in einem Privathaus am Kurpfalzring 71/1. Im Frühjahr 2001 hatte der Trägerverein diese Immobilie gemietet und die „Villa Nachttanz“ als Ort für kulturelle Veranstaltungen eingerichtet. Konzept des Vereins ist, jungen Menschen eine Plattform für ihre Ideen und Kreativität zu bieten und Ausstellungen, Konzerte, Partys, Theater, Lesungen und vieles mehr zu veranstalten. Der Verein ist ehrenamtlich tätig, versteht sich als nicht-kommerziell, nimmt aber auch keine öffentlichen Fördermittel in Anspruch.
2003 kaufte die Stadt das im Gewerbegebiet Rittel gelegene Anwesen und brachte auf dem Nachbargrundstück zunächst Asylbewerber unter. Ziel war allerdings von Anfang an, das Haus abzureißen und das Grundstück gewerblich zu entwickeln. Auch nach dem Abbau der Wohncontainer wurde dem Verein signalisiert, dass er sich einen neuen Standort suchen müsse. Im Dezember 2008 beschloss schließlich der Gemeinderat, den Mietvertrag maximal um zwei weitere Jahre zu verlängern.