Am Sonntag kommt das vierte Projekt der von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Theaterkooperation Familienbande mit dem Teatron Beit Lessin in Tel Aviv (nach „They call me jeckisch“, „Undercover Tel Aviv“ und „Public Movement”) als Uraufführung im zwinger1 in Heidelberg auf die Bühne . Es ist ein Auftragswerk der israelischen Autorin Maya Scheye, die 2009 in Heidelberg, u. a. am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Heidelberg über medizinethische Fragen im Dritten Reich recherchiert hat. Regie führt Avishai Milstein, Chefdramaturg am Teatron Beil Lessin. Seine Inszenierung „Banalität der Liebe“ war in diesem Jahr zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und wurde mit dem Israelischen Theaterpreis ausgezeichnet.
Medicament heißt das Stück, für das die junge israelische Autorin Maya Scheye u. a. am Institut für
Geschichte der Medizin in Heidelberg recherchierte und zahlreiche Interviews führte. Nach
They call me Jeckisch, Udercover Tel Aviv und Public Movement ist es das
vierte Projekt, das sich mit der deutsch-jüdischen Vergangenheit und der Gegenwart
Israels beschäftigt.
Arie ist deutscher Jude und erfolgreicher Unternehmer. (Im Bild: Axel Sichrovsky in zwei Rollen. Foto: Markus Kaesler).Als seine Frau Anna zum
Judentum konvertieren will, gerät seine Ehe in eine Krise. Er lehnt seine jüdische Identität
ab, er kann seinen Eltern nicht vergeben, dass sie trotz der Verfolgung im Dritten Reich in
Deutschland blieben und sich dennoch nie wieder heimisch fühlten. Mit dem Tod des
Vaters, eines Hirnforschers, ändert sich alles. Im Nachlass tauchen Forschungsergebnisse
auf, die sich als bahnbrechend für die Entwicklung eines Alzheimer-Medikaments
herausstellen. Doch warum wurde die Forschung nie zu Ende geführt? Auf welchen
Experimenten beruhen die Ergebnisse? Arie muss sich auf eine Reise in die Vergangenheit
begeben, um die Entscheidungen seines Vaters zu verstehen.
Regisseur Avishai Milstein ist Chefdramaturg des Partnertheaters Beit Lessin in Tel Aviv
und Künstlerischer Co-Leiter der Familienbande-Partnerschaft. Er arbeitet in
Deutschland und Israel als Regisseur, Autor und Dramaturg, u.a. am Theater Freiburg und
Theater Ulm. Seine Inszenierung von Savyon Liebrechts Stück „Die Banalität der Liebe“
wurde 2010 mit dem Israelischen Theaterpreis ausgezeichnet und war zum
Heidelberger Stückemarkt 10 eingeladen.
Die Theaterkooperation Familienbande wird u. a. gefördert im Fonds Wanderlust der
Kulturstiftung des Bundes.
Premiere am 14. November – Vorstellungsbeginn ist 19.30 Uhr. Folgetermine 17 und 28.11. & 5 und 27.12.
Partnerschaft mit dem Teatron Beit Lessin, Tel Aviv
Ein Stück von Maya Scheye / Deutsch von Sharon Nuni
Uraufführung / Auftragswerk
Regie Avishai Milstein
Raum & Video Gili Avissar
Kostüme Diana Ammann
Dramaturgie Kerstin Grübmeyer